Elon Musk vor Gericht: Tweet war "möglicherweise nicht meine klügste Entscheidung"
Elon Musk hat sich in einer Befragung vor Gericht gegen Vorwürfe der Marktmanipulation während der Verhandlungen zur Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter (heute X) verteidigt. Wie die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sagte Musk, dass ein Tweet von ihm zu der Übernahme "möglicherweise nicht meine klügste Entscheidung" gewesen sei.
Eine Gruppe von Twitter-Investoren erhebt den Vorwurf, Geld verloren zu haben, nachdem Musk in dem Tweet androhte, vom Twitter-Kauf zurückzutreten, obwohl er gewusst habe, dass er rechtlich zum Abschluss der 44-Milliarden-Dollar-Übernahme von Twitter verpflichtet sei.
Vor einer Jury erklärte Musk am 4. März 2026 in San Francisco, dass er mit seinem Post nicht beabsichtigt habe, den Aktienkurs von Twitter zu manipulieren. Er habe vielmehr auf ein Problem mit Bots und Spam auf Twitter aufmerksam machen wollen, um die Plattform zu retten.
Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe
Er fügte hinzu, dass es unmöglich sei, die Reaktion der Märkte auf seine Äußerungen vorherzusagen, und dass "die Leute dazu neigen, zu viel in meine Handlungen hineinzuinterpretieren" . Musk warf den Anwälten der Gegenseite zudem vor, Fragen so zu formulieren, dass sie die Jury in die Irre führten, und ihm Worte in den Mund zu legen. Auch in früheren Verfahren versuchte der Multimilliardär, den Einfluss seiner Tweets herunterzuspielen .
Die Anwälte legten als Beweise für Musks absichtliches Handeln E-Mails von Bankern an ihn und seine engsten Mitarbeiter vom 9. Mai 2022 vor, in denen die Strategie des vorgetäuschten Rücktritts von der Kaufabsicht besprochen wurde, um einen niedrigeren Preis zu erzielen. Am 13. Mai sendete Musk den strittigen Tweet ab, woraufhin der Twitter-Kurs von etwa 54 US-Dollar pro Aktie auf knapp über 30 US-Dollar sank.
Sollte die Jury entscheiden, dass die Vorwürfe der Investoren berechtigt sind, könnte dies zu Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe führen. Während des für zwei Wochen angesetzten Prozesses sollen neben Musk auch mehrere seiner engsten Mitarbeiter sowie sein Anwalt befragt werden, der sich wegen der Zeugenaussage von der Vertretung Musks zurückgezogen hat.
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