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Elon Musk: US-Ministerium ermittelt gegen Neuralink wegen Tierquälerei

Elon Musk setzt die Beschäftigten von Neuralink stark unter Druck. Die Tiere müssen darunter leiden.
/ Werner Pluta
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Makake spielt Pong mit Gedankenkraft: "Wir kommen einfach nicht schnell genug voran." (Bild: Neuralink)
Makake spielt Pong mit Gedankenkraft: "Wir kommen einfach nicht schnell genug voran." Bild: Neuralink

Ermittlungen gegen Neuralink: Das US-Landwirtschaftsministerium ermittelt gegen das von Elon Musk gegründete Unternehmen wegen Tierquälerei. Mitarbeiter hatten sich über den Umgang mit Versuchstieren beschwert.

Das 2017 gegründete Unternehmen Neuralink entwickelt eine Gehirn-Computerschnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) . Das ist ein implantierbarer Chip, der für medizinische Anwendungen genutzt werden soll. Im vergangen Jahr präsentierte Neuralink in einem Video, wie der neunjährige Makake Pager über zwei Neuralink-Hirnimplantate per Gedankenkraft das Videospiel Pong spielte .

Getestet wird das Gehirnimplantat an Tieren. Dabei soll es zu Verstößen gegen das US-Tierschutzgesetz, den Animal Welfare Act, gekommen sein, der festlegt, wie Forscher Versuchstiere behandeln. Das Landwirtschaftsministerium ermittle seit einigen Monaten auf Antrag eines Bundesstaatsanwalts, berichtet die britische Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf zwei Insider.

Beschäftigte kritisieren Neuralink

Bei den Versuchen seien seit 2018 rund 1.500 Tiere getötet worden. Darunter waren Ratten, Mäuse, Schafe, Schweine und Affen. Die Zahl selbst sei dabei noch kein Verstoß gegen Vorschriften oder gegen übliche Forschungspraxis, schreibt Reuters. Allerdings werfen aktuelle und ehemalige Beschäftigte Neuralink vor, dass mehr Tiere getötet worden seien als notwendig.

Affe mit BCI spielt Pong – Neuralink
Affe mit BCI spielt Pong – Neuralink (03:28)

Die Unterlagen listen laut Reuters mehrere Fälle auf, in denen Versuchstiere getötet wurden, etwa weil Implantationen fehlerhaft durchgeführt wurden. Solche Fälle hätten durch sorgfältigeres Vorgehen oder bessere Vorbereitung vermieden werden können.

Grund für derartige Vorkommnisse sei der Druck, der im Unternehmen herrsche, sagten die noch oder früher bei Neuralink Beschäftigten. Musk verlange von Mitarbeitern schnellere Fortschritte und soll sogar schon damit gedroht haben, das Unternehmen zu schließen, falls es nicht mehr Fortschritte gebe.

Musk lamentiert über Langsamkeit

Anfang dieses Jahres habe Musk an die Belegschaft einen Artikel über ein in der Schweiz entwickeltes Implantat verschickt, mit dessen Hilfe ein gelähmter Mann wieder gehen könne, erzählten die Quellen Reuters. Musk habe das kommentiert mit: "Wir kommen einfach nicht schnell genug voran. Das macht mich wahnsinnig!"

Bereits Anfang des Jahre hatte die Organisation Physicians Committee for Responsible Medicine (Ärztekomitee für verantwortungsvolle Medizin) Neuralink und der Universität von Kalifornien in Davis (UC Davis) Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen . Bei Tests eingesetzte Affen hätten wegen unzulänglicher Tierpflege und durch die Implantate stark gelitten.

Nach Musks Vorstellung soll es mit dem Chip möglich sein, Inhalte ins Gehirn zu laden oder Musik dorthin zu streamen .

Experten halten das für überzogen. Die Forschung sei noch lange nicht so weit. Wahrscheinlich das Interessanteste im Gehirn seien die Netzwerke der Nervenzellen, sagte der renommierte Hirnforscher Moritz Helmstaedter vor einiger Zeit im Interview mit Golem.de . Diese seien aber bisher "weder in ihrer Struktur noch in ihrer Aktivität gut verstanden. Da sind wir noch ganz am Anfang." Uploads ins Gehirn halte er "aktuell für Science-Fiction."


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