Elon Musk: US-Militärdrohnen haben ziviles Starlink-Netz genutzt
Elon Musk hat auf einen Reuters-Bericht(öffnet im neuen Fenster) über Preisstreitigkeiten zwischen SpaceX und dem US-Verteidigungsministerium reagiert(öffnet im neuen Fenster), wie Ars Technica berichtet(öffnet im neuen Fenster). Er bezeichnete den Artikel zwar als falsch, bestätigte dann aber den Kern des Problems: Das Militär habe das zivile Starlink-System "missbräuchlich für militärische Zwecke" genutzt. Die Schuld dafür wies er dem Rüstungsunternehmen zu, das die Drohnen gebaut hatte, nicht dem Verteidigungsministerium.
Starlink und Starshield: Zwei Systeme mit klarer Trennlinie
Starshield ist ein separates, regierungsseitig betriebenes Netzwerk, das nicht mit dem kommerziellen Starlink-Dienst austauschbar ist. "Das Unternehmen, das die Kamikaze-Drohnen herstellt, hat fälschlicherweise das zivile System genutzt, anstatt Starshield zu verwenden", schrieb Musk.
Bei den betroffenen Drohnen handelt es sich um das Lucas-System (Low-cost Uncrewed Combat Attack System) des Rüstungsunternehmens Spektreworks. Diese Einwegwaffen, die bei US-Militäreinsätzen im Iran zum Einsatz kamen, kosten jeweils rund 35.000 Dollar und detonieren beim Aufprall auf das Ziel. Ihre Satellitenverbindung wird entsprechend nur für Minuten oder wenige Stunden genutzt. Es handelt sich im Wesentlichen um eine Kopie der iranischen Shahed 136.
Preisstreit wegen Starlink-Nutzung
Reuters berichtete unter Berufung auf Pentagon-Dokumente, dass SpaceX vom Militär 25.000 Dollar pro Drohne für den Starshield-Zugang verlangte. Zuvor hatte das Pentagon 5.000 Dollar pro Verbindung gezahlt. Trotz anfänglicher Einwände, das Preismodell sei für langfristig operierende Luftfahrzeuge konzipiert und nicht für Einwegwaffen, stimmte das Verteidigungsministerium schließlich dem höheren Preis zu.
SpaceX-Vertreter argumentierten gegenüber dem Verteidigungsministerium, die Lucas-Drohnen operierten unter Bedingungen, die besser dem teureren Luftfahrt-Abonnementmodell des Unternehmens entsprächen. Hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums, darunter Vizeminister Steve Feinberg, blieben auch nach der Einigung skeptisch. Im April trafen sich Pentagon-Vertreter erneut mit Terrence O'Shaughnessy, einem pensionierten Vier-Sterne-General der Air Force und heutigem Leiter der SpaceX-Verteidigungssparte, um die Konditionen erneut zu besprechen.
Weiterer Streitpunkt: Internet für Iran
Zusätzlich berichtete Reuters über einen separaten Konflikt rund um die Kosten für Starlink-Direktverbindungen für iranische Zivilisten, die unter einer staatlich verhängten Internetsperre leben. SpaceX soll dafür bis zu 500 Millionen Dollar für die Einrichtung sowie 100 Millionen Dollar monatlich für den Betrieb verlangt haben.
Starkes Wachstum, aber sinkende Staatseinnahmen
SpaceX-Zahlen aus dem jüngsten Börsenprospekt zeigen, dass die Einnahmen aus Konnektivitätsdiensten gegenüber den USA im letzten Quartal um 175 Millionen Dollar zurückgingen, obwohl der Gesamtumsatz von Starlink weiter wuchs. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen 11,4 Milliarden Dollar Umsatz mit Starlink.
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