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Elon Musk und Donald Trump: Das kann eigentlich nicht gut gehen

Nach dem Wahlsieg Donald Trumps wird Elon Musk eine Art Chefberater des US-Präsidenten. Kaum vorstellbar, dass diese Bromance lange währt.
/ Friedhelm Greis
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Wie lange wird die "Bromance" zwischen Trump und Musk wohl halten? (Bild: Brandon Bell/Reuters)
Wie lange wird die "Bromance" zwischen Trump und Musk wohl halten? Bild: Brandon Bell/Reuters

Es ist selbst nach den Maßstäben von Elon Musk eine ungewöhnliche Karriere, die er in diesem Jahr hingelegt hat. Während er im Frühjahr noch beteuert , im US-Präsidentenwahlkampf eher neutral bleiben zu wollen, wandelt er sich seit dem Sommer zum wohl bekanntesten und finanzkräftigsten Unterstützer von Donald Trump. Nun soll er nach dem Regierungswechsel sogar ein Beratergremium leiten, das die Regierungsbehörden auf mögliche Einsparpotenziale hin durchkämmt. Es wäre aber sehr erstaunlich, wenn die Liaison zwischen den beiden Egomanen Musk und Trump von Dauer wäre. Obwohl beide voneinander profitieren können, gibt es gleich mehrere Sollbruchstellen.

Die mehr als 100 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) , die Musk in den Wahlkampf Trumps steckte, waren auf jeden Fall eine gute Investition für den Besitzer von Tesla, SpaceX und X. Denn die Börse honorierte den Sieg Trumps mit hohen Kursaufschlägen, die Musk in wenigen Tagen um zig Milliarden US-Dollar reicher machten. Es wird erwartet, dass seine Firmen von der Nähe zum Präsidenten und dem Einfluss auf dessen Politik profitieren werden.

Die US-Regierung ist kein Social-Media-Dienst

Trump hat inzwischen seine Ankündigung wahr gemacht und Musk zusammen mit dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Vivek Ramaswamy mit der Leitung eines Gremiums betraut , das die Effizienz der US-Behörden überprüfen soll. Das Department of Government Efficiency (Doge) soll außerhalb der Regierung angesiedelt werden. Musk verspricht volle Transparenz und will die "dümmsten Ausgaben von Steuergeldern" anprangern. Das ist nicht besonders innovativ und wird vom Bund der Steuerzahler oder dem Bundesrechnungshof hierzulande seit Jahrzehnten vorgenommen.

Doch es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Musks Aktivitäten als Firmenchef und der neuen Aufgabe. Die US-Bundesbehörden sind keine Firmen wie Twitter, bei denen er nach Gutdünken Mitarbeiter entlassen und die Ausrichtung ändern kann. Eine nicht funktionierende Verwaltung hat gravierendere Auswirkungen als ein zeitweiliger Twitter-Ausfall.

Musk benötigt für radikale Maßnahmen zudem die Zustimmung von Trump und in vielen Fällen auch vom Kongress. Das dürfte auf Widerstände stoßen, denn kein Abgeordneter oder Gouverneur macht sich beliebt, wenn in seinem Wahlkreis oder seinem Bundesstaat Behörden geschlossen werden.

Vom Kritiker zum Eigentümer

Gerade das Beispiel Twitter zeigt, welche Probleme drohen. In ihrem Buch Character Limit(öffnet im neuen Fenster) beschreiben die Journalisten Kate Conger und Ryan Mac auf 440 Seiten akribisch, wie es im Jahr 2022 zur Übernahme des Kurznachrichtendienstes durch Musk gekommen ist. Am Anfang stand die Begeisterung Musks für den Dienst, den er sehr ausgiebig nutzte. Musk tauchte bei einem Meeting der Twitter-Belegschaft im Januar 2020 sogar per Videostream auf und wurde bereits vom damaligen Firmenchef Jack Dorsey gefragt, ob er Twitter führen wolle.

Das Projekt nahm dann im Frühjahr 2022 Fahrt auf. Nach Musks Einstieg als größter Twitter-Aktionär versuchte Dorseys Nachfolger Parag Agrawal, den Tesla-Chef mit einem Verwaltungsratsposten einzubinden und gleichzeitig zu zähmen. "Er ist sowohl ein leidenschaftlicher Verfechter als auch ein scharfer Kritiker des Dienstes, was genau das ist, was wir auf Twitter und in der Chefetage brauchen, um uns langfristig zu stärken" , schrieb Agrawal damals(öffnet im neuen Fenster) .

Ersetzt man "Dienst" oder "Twitter" mit "USA" und "US-Regierung" , beschreibt das wohl genau die Situation, in der sich Musk aktuell befindet.

Musk mag keine halben Sachen

Agrawals Plan ging bekanntlich nicht auf. Zwar konnte Musk durchsetzen, dass er trotz seiner Funktion als Verwaltungsratsmitglied Twitter öffentlich kritisieren durfte. Doch schnell merkte er, dass er keinen direkten Einfluss auf das Unternehmen hatte.

Nach seinem provokanten Tweet "Stirbt Twitter?" wurde er von Agrawal zur Rede gestellt. Die Konversation eskalierte schnell und Musk teilte Agrawal mit, er werde Twitter komplett übernehmen . Mit halben Sachen wollte Musk sich nicht zufriedengeben.

Wer Musk öffentlich widerspricht, wird gefeuert

Das Buch der New-York-Times-Journalisten bestätigt viele Einschätzungen, die schon in Biographien über Musk enthalten sind: Der 53-Jährige sei ein impulsiver, teilweise schlecht informierter Chef, der keinen Widerspruch dulde.

So schreiben Conger und Mac: "Als Einzelperson konnte Musk charmant sein, sich bereitwillig auf eine Diskussion einlassen und sich die Einschätzung seines Gegenübers anhören. In einer größeren Gruppe mit Menschen, die nicht zu seinem engeren Kreis gehörten oder denen er nicht vertraute, lief Musks Ego aus dem Ruder. Er durfte niemals als minderwertig oder uninformiert erscheinen. Die Menschen, die in seinem Umfeld überlebten, lernten dies schnell."

Wer als Twitter-Entwickler Musk öffentlich widersprach, wurde umgehend gefeuert . Jehn Balajadia von der Boring Company erklärte den Twitter-Managern nach der Übernahme: "Elon ist etwas Besonderes in dieser Welt. Es ist unsere Aufgabe, ihn zu schützen und dafür zu sorgen, dass das, was er will, auch passiert. Wir müssen die Mission schützen."

Dem Buch zufolge lernten die neuen Angestellten schnell, dass Musk Entschuldigungen und Erklärungen hasste, aber es liebte, bewundert zu werden. "Er fand großen Gefallen daran, Witze zu erzählen – was bedeutete, dass alle um ihn herum bereit sein mussten zu lachen" , schreiben Conger und Mac.

Die US-Regierung als neue Spielwiese

Nach Twitter ist nun also die US-Regierung Musks neue Spielwiese. Nachdem er den Dienst vom "woke mind virus" befreit hat, sind nun die USA an der Reihe. Allerdings ist er in dem Land nicht der unangefochtene Chef, sondern bislang nur ein Berater des designierten Präsidenten. Aber nicht irgendein Berater. Nach Einschätzung der New York Times(öffnet im neuen Fenster) avancierte Musk inzwischen zum "inoffiziellen Stabschef" Trumps. Der Spiegel bezeichnete ihn gar(öffnet im neuen Fenster) als "Schattenpräsidenten" .

Musk ist nicht nur bei Telefonaten mit ausländischen Regierungschefs wie dem ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj "zufällig" dabei. Angeblich hat er sich sogar mit dem iranischen UN-Botschafter getroffen, was von dem Land aber bestritten wird(öffnet im neuen Fenster) . Auch soll Musk bei der Auswahl von Trumps umstrittenem Regierungsteam mitreden.

Doch wie lange dürfte diese Bromance anhalten?

US-Historiker: Trump duldet keinen Star neben sich

Nach Einschätzung des Historikers David Nasaw wird die neue Männerfreundschaft "nicht von langer Dauer" sein. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass Musk von Trump in dessen Siegesrede als "neuer Star" gefeiert wurde. "Im Weißen Haus von Trump gibt es nur Platz für einen Star, ein Genie. Wie uns der designierte Präsident immer wieder gesagt hat, ist er ein kluger Kopf und ein 'sehr stabiles Genie'. Er wird seinen Sieg und die zentrale Bühne mit niemandem teilen. Und warum sollte er auch?" , schreibt Nasaw(öffnet im neuen Fenster) .

Nach der Unterstützung im Wahlkampf sei Trump nicht mehr auf Musk angewiesen. Daher könne es dem Tesla-Chef so wie anderen Wirtschaftsmagnaten ergehen, die sich im 19. und 20. Jahrhundert für andere US-Präsidentschaftskandidaten eingesetzt hätten. Nasaw verweist auf Andrew Carnegie, William Randolph Hearst oder Joseph Kennedy, die vergeblich gehofft hatten, durch die Finanzierung des Wahlkampfs mit Posten oder Einfluss belohnt zu werden.

Musk quartiert sich bei Trump ein

Bei Musk läuft das bislang anders. Der Tech-Milliardär hat sich in der Entourage Trumps eingenistet und weicht dem künftigen Präsidenten nicht von der Seite. Trump machte zuletzt schon Witze über Musk(öffnet im neuen Fenster) , dass er "einfach nicht verschwinden würde" . In Anspielung auf Trumps dritte Ehefrau Melania wird Musk bereits als Elonia oder First Lady verspottet(öffnet im neuen Fenster) .

Allerdings muss man Musk zugutehalten, dass er Trump schon vor Monaten dazu bringen konnte, ihm die Leitung des Beratergremiums zu versprechen . Ebenso kündigte Musk an, seine Lobbygruppe America PAC nach der Wahl fortzuführen(öffnet im neuen Fenster) : "Normalerweise werden PACs nach einer großen Wahl etwas ruhiger. America PAC wird das Gegenteil tun und die republikanischen Registrierungen in wichtigen Bezirken im ganzen Land erhöhen, um sich auf Sonderwahlen und die Zwischenwahlen vorzubereiten."

Lügen wie Trump

Damit dürfte sich Musk zum einen das Wohlwollen Trumps und der Republikaner sichern. Zum anderen zeigt sich, dass er in Sachen öffentlicher Lügen seinem neuen Idol Trump in nichts nachsteht. Denn vor zwei Jahren forderte er noch zur Wahl der Republikaner in den Zwischenwahlen auf(öffnet im neuen Fenster) , mit dem Argument: "Geteilte Macht zügelt die schlimmsten Auswüchse beider Parteien, daher empfehle ich, für einen republikanischen Kongress zu stimmen, wenn die Präsidentschaft demokratisch ist."

Nun will er sich offenbar dafür einsetzen, dass die Macht ungeteilt in den Händen der Republikaner bleibt, die nicht nur den Präsidenten stellen, sondern die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses erringen konnten. Zweifellos dürfte neben der Unterstützung von America PAC auch Musks Sprachrohr X bei dem Projekt Machterhalt eine Rolle spielen.

Studie: X-Algorithmus bevorzugt Musk und Republikaner

So ergab eine Analyse von Interaktionsdaten durch die Queensland-Universität im australischen Brisbane(öffnet im neuen Fenster) (PDF) "eine strukturelle Verschiebung des Engagements um Mitte Juli 2024, was auf Änderungen auf Plattformebene schließen lässt" . Das Datum des strukturellen Bruchs falle mit Musks offizieller Unterstützung für Trump am 13. Juli 2024 zusammen .

Dabei hätten die Beiträge von Musk einen deutlichen Anstieg von Abrufen, Retweets und Likes erhalten. "Die Ergebnisse belegen ein bestimmtes Muster, das auf eine Algorithmusverschiebung hinweisen könnte, die Musks Konto unverhältnismäßig begünstigt und zu einem erheblichen Interaktionsvorteil beigetragen hat" , heißt es.

Bluesky immer noch deutlich kleiner

Im Vergleich zwischen populären Accounts von Republikanern und Demokraten gab es der Analyse zufolge einen "gruppenbezogenen Anstieg" bei der Zahl der Abrufe von republikanischen Postings. Insgesamt zeigten sich aber "keine so starken Hinweise auf eine potenzielle algorithmische Verzerrung" wie bei Musk. Ein struktureller Bruch bei Retweets und Likes sei nicht festzustellen.

Musk hat demnach nicht nur seinen eigenen Account, sondern offenbar die gesamte Plattform im Sinne der Republikaner und Trumps eingesetzt. Auch wenn Millionen Nutzer seit der Wahl zu Bluesky gewechselt sind , ist X immer noch deutlich größer und könnte für Trump eine große Rolle spielen. Vorausgesetzt, dass Musk den Eindruck hat, der Präsident und die Republikaner setzen seine Vorschläge tatsächlich um.

Denn das ist alles andere als sicher.

"Begeistert über den Schmerz der Mitarbeiter"

Bei Twitter/X griff Musk radikal durch und entließ die meisten der ursprünglich 7.500 Mitarbeiter. Wobei viele auch die Flucht ergriffen, weil sie mit dem neuen Chef nicht zusammenarbeiten wollten. Dabei fanden Musk und der von der Boring Company zu Twitter transferierte Manager Steve Davis offenbar sadistisches Vergnügen an den Entlassungen. "Die Mitarbeiter hatten den Eindruck, als ob sie nicht mehr nur Geld sparen wollten, sondern begeistert davon waren, zu sehen, wie viel Schmerz sie den Angestellten zufügen konnten" , heißt es in Character Limit.

Noch ist nicht absehbar, wie viele US-Regierungsmitarbeiter nach dem Willen des Musk-Gremiums entlassen werden sollen. Doch so einfach wie bei Twitter dürfte das nicht umzusetzen sein. Der Historiker Nasaw bezeichnet die Pläne, ein Drittel der sechs Billionen US-Dollar an Staatsausgaben einzusparen, als "katastrophal" und fügte an die Adresse Musks gerichtet hinzu: "Es ist fast unmöglich, sich vorzustellen, dass eine Mehrheit der republikanischen Abgeordneten Ihren Plänen zustimmt, ein Drittel der gesamten Bundesausgaben zu kürzen. Ein solches Vorgehen wäre politischer Selbstmord."

In einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal skizzierten Musk und Ramaswamy nun ihre Pläne . Ihr Konzept: "Ein drastischer Abbau von Bundesvorschriften bietet eine solide industrielle Logik für einen massenhaften Personalabbau in der gesamten Bundesbürokratie." Die Zahl der zu entlassenden Angestellten sollte "mindestens proportional zur Zahl der aufgehobenen Bundesvorschriften sein" . Trump habe auch die Befugnis zu Massenentlassungen.

Marsmission statt Mondprogramm?

Wie schwierig das werden dürfte, hat das Portal Ars Technica am Beispiel der US-Raumfahrtbehörde Nasa ausführlich beschrieben(öffnet im neuen Fenster) . Dabei dürfte es unter anderem darum gehen, ob die Nasa ihre Mondmission Artemis zugunsten eines Marsfluges aufgibt, wovon vor allem SpaceX profitieren dürfte.

Doch laut Ars Technica wird dies zum Härtetest für Musk und Trump, denn von Artemis würden vor allem die tief republikanischen Bundesstaaten Alabama, Mississippi, Louisiana und Florida profitieren. "Werden sie dort wirklich im Namen der Effizienz Arbeitsplätze abbauen?" , fragt das Portal.

Regulierung zu vollautonomen Autos geplant

Problematisch könnte es zudem werden, wenn die neue US-Regierung die Zulassung vollautonomer Autos erleichtert. Davon könnte Tesla mit seinem im Oktober vorgestellten Cybercab profitieren . Entsprechende Erwartungen dürften zu Teslas Kursanstieg von fast 40 Prozent seit dem Wahltag beigetragen haben.

Sollte es nach der Zulassung vermehrt zu Unfällen – gar tödlichen – mit den Cybercabs kommen, dürften die Verkehrsbehörden aber unter Druck geraten. So reichte ein einziger Unfall mit Personenschaden aus, dass sämtliche Testfahrten mit den Robotaxis von Cruise in San Francisco eingestellt wurden .

Einem Bericht von Bloomberg zufolge(öffnet im neuen Fenster) will die Trump-Regierung in der Tat die Schaffung eines gesetzlichen Rahmens für selbstfahrende Autos nach der höchsten Stufe 5 priorisieren. Bislang scheiterten entsprechende Pläne am Widerstand des US-Kongresses.

Doch nicht nur innerhalb der USA, auch im Ausland könnte die Liaison zwischen Musk und Trump zu Problemen führen.

Pöbeleien gegen ausländische Regierungschefs

So hat es der Tesla-Chef geschafft, innerhalb weniger Tage nicht nur Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) als "Narren" zu beschimpfen. Am vergangenen Wochenende machte er sich zudem noch über den ukrainischen Präsidenten Selenskyj lustig(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem mischte er sich in die italienische Innenpolitik ein(öffnet im neuen Fenster) .

Nun mag es sein, dass Musk mit seinen Äußerungen tatsächlich Narrenfreiheit besitzt. Doch Trumps designierter Stellvertreter J. D. Vance deutete bereits an , dass die Unterstützung der USA mit einem wohlwollenden Verhalten der Europäer gegenüber X verknüpft werden könnte. Das wäre natürlich ein beispielsloser Affront, der die transatlantischen Beziehungen nachhaltig beschädigen könnte.

Musk hat eigene Interessen in China

Zwar dürfte Musk kein offizielles Regierungsamt bekleiden, um als Sonderberater keinen Interessenkonflikten zu unterliegen. Doch mit seinen Ausfällen gegen Staats- und Regierungschefs befreundeter Staaten und Alliierten wird er sich in der Regierung sicherlich keine Freunde machen. Allerdings ist schwer vorstellbar, dass Musk sich plötzlich diplomatischen Gepflogenheiten anpassen und seine Meinung künftig hinter dem Touchscreen seines Handys halten wird.

Zu guter Letzt kann es zu Konflikten kommen, wenn es um die wirtschaftlichen Interessen Musks in Ländern wie China geht. So reiste der Milliardär im April 2024 nach Peking , um die Genehmigung zu erwirken, in Tesla-Fahrzeugen künftig das System für autonomes Fahren (FSD) anzubieten. Die Fabrik in Schanghai spielt eine zentrale Rolle in Teslas weltweitem Produktionsnetzwerk.

Trump dürfte hingegen einen harten Kurs gegenüber China verfolgen, was durch die geplante Ernennung von Marco Rubio als Außenminister bekräftigt wurde. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Tesla in einen eskalierenden Handelskrieg mit China involviert wird. Wobei Musk versuchen dürfte, zur Wahrung seiner eigenen Interessen mäßigend auf Trump einzuwirken.

Loyalität zu Trump als wichtiges Kriterium

Im Augenblick erweckt Musk den Eindruck, die Gunst der Stunde zu nutzen und für die kommende Regierung möglichst viele Entscheidungen in seinem Sinne beeinflussen zu wollen. Einem Bericht der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge will er dazu auch seine Gefolgsleute und Verbündeten in der Regierung platzieren. Das könnte sowohl die US-Luftfahrtbehörde FAA als auch die US-Kommunikationsbehörde FCC betreffen. Der New York Times zufolge(öffnet im neuen Fenster) will Musk Mitarbeiter von SpaceX im US-Verteidigungsministerium unterbringen.

Ernst wird es jedoch erst nach der Amtseinführung Trumps in zwei Monaten. Dann müssen aus den Ankündigungen Entscheidungen werden. Eine erste Probe stellt zudem die geplante Ernennung des umstrittenen Politikers Matt Gaetz zum Justizminister dar. Während mehrere republikanische Senatoren die Personalie sehr kritisch sehen, macht sich Musk zum vehementen Fürsprecher(öffnet im neuen Fenster) des früheren Abgeordneten. "Er ist der Judge Dredd(öffnet im neuen Fenster) , den Amerika braucht, um ein korruptes System zu säubern und mächtige, schlechte Akteure ins Gefängnis zu bringen."

"Bester Freund und schlimmster Feind"

Vorwürfe, wonach Gaetz Sex mit Minderjährigen gehabt haben soll, wiegen für Musk "weniger als nichts" . Damit zahlt Musk in der einzigen Währung ein, die für Trump zu zählen scheint: Loyalität. Sollten sich Republikaner gegen Gaetz aussprechen, dürften sie zur Zielscheibe von Musk und seinen Anhängern werden.

Wie der jüngste Start des Starships gezeigt hat , sonnen sich Musk und Trump derzeit noch gemeinsam im Glanz des Wahlsieges und erfolgreicher Unternehmen: Als Traumpaar einer neuen USA, die effizient regiert und von "illegalen Einwanderern" sowie regulatorischen Fesseln befreit wird.

Wann es zum ersten Konflikt zwischen Musk, Trump und den Republikanern kommt, ist derzeit schwer abzusehen. Musk kündigte auf X bereits an(öffnet im neuen Fenster) : "Du wirst weder einen besseren Freund noch einen schlimmeren Feind als mich finden." Das ist durchaus auch als Drohung in Richtung der Republikaner zu verstehen, die noch nicht voll hinter dem MAGA-Kult von Trump stehen. Aber die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass der schlimmste Feind von Musk er selbst sein kann.


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