Elon Musk: Twitter entsperrt Konto von Ex-Präsident Trump

Twitter hat das seit Anfang 2021 gesperrte Konto von Ex-Präsident Donald Trump wieder freigeschaltet. Das Profil des US-Politikers war am Abend des 19. November 2022 wieder auf der Plattform verfügbar - mit dem bis dahin letzten Tweet vom 8. Januar 2021 obenauf.
Erst kurz zuvor hatte der neue Twitter-Besitzer Elon Musk die Freischaltung nach einer Umfrage unter Nutzern des Kurznachrichtendienstes angekündigt. Trump bekräftigte kurz vor Ablauf der Umfragefrist, er wolle bei seiner hauseigenen Twitter-Kopie Truth Social bleiben.
Trumps Konto wurde bei der Abonnentenzahl auf null zurückgesetzt - bei der Deaktivierung des Kontos im Januar 2021 hatte er mehr als 80 Millionen Follower bei Twitter. Wenige Minuten nach der Freischaltung folgten dem Profil @realDonaldTrump(öffnet im neuen Fenster) bereits mehr als eine Million Twitter-Nutzer.
Donald Trump will wieder als US-Präsident kandidieren
Bei Truth Social bringt es Trump auf etwas mehr als vier Millionen Abonnenten. Der republikanische Ex-Präsident hatte gerade erst bekannt gegeben, dass er ins Rennen um die Kandidatur der Republikaner bei der Präsidentenwahl 2024 gehen werde - und kann daher eine größere Plattform mit mehr Reichweite gut gebrauchen.
"Das Volk hat gesprochen" , schrieb Musk zu seiner Entscheidung. Die Befragung war allerdings nicht repräsentativ: An der von Musk auf 24 Stunden angesetzten Umfrage nahmen nach Unternehmensangaben rund 15 Millionen Nutzer teil, während der Dienst nach jüngsten verfügbaren Angaben auf mehr als 230 Millionen aktive Nutzer täglich kommt. Für Trumps Rückkehr soll sich dabei eine knappe Mehrheit von 51,8 Prozent ausgesprochen haben.
Trump war seit Januar 2021 bei Twitter weg
Trump wurde im Januar 2021 von Twitter verbannt. Er hatte am 6. Januar 2021 Sympathie für seine Anhänger bekundet, die das Kapitol - den Sitz des US-Parlaments in Washington - erstürmt hatten. Dort sollte der Wahlsieg von Joe Biden offiziell besiegelt werden. Wegen des Angriffs geschah dies erst Stunden später.
Trump hatte bei seinen Anhängern falsche Erwartungen genährt, dass Vizepräsident Mike Pence an jenem Tag die Bestätigung des Wahlergebnisses verweigern könnte. Noch während des Angriffs twitterte Trump, dass Pence nicht den Mut gehabt habe, das Richtige zu tun. Danach riefen Leute in der Menge: "Hängt Mike Pence!" Twitter wertete Trumps Verhalten als Aufruf zur Gewalt und sperrte sein Konto dauerhaft, da es nicht der erste Verstoß war.
Die anstößigen Tweets vom 6. Januar 2021 fehlen in dem freigeschalteten Profil. Trumps widerlegte Behauptungen über die ihm angeblich von Joe Biden gestohlene Präsidentenwahl sind weiterhin mit Warnhinweisen versehen.
Musk stellte Trumps Konto-Reaktivierung bereits 2021 in Aussicht
Bis zur Übernahme durch Musk kommunizierten Twitter-Manager stets, dass kein Weg zur Rückkehr des Ex-Präsidenten vorgesehen sei. Musk bekannte sich zuletzt zu politischen Positionen von Trumps Republikanern. Der jetzige Twitter-Besitzer betonte bereits im Mai 2022 , dass er die Entscheidung zur Sperrung des Kontos von Donald Trump für "dumm und falsch" halte. Musk bekräftigte seinerzeit, dass er Trumps Twitter-Konto freischalten würde.
Vor drei Wochen verkündete Musk allerdings, dass vor der Wiederherstellung bedeutender Konten ein Beratungsgremium zum Umgang mit kontroversen Inhalten gebildet werden solle. Dies scheint nun hinfällig. Laut Musk sei die Reaktivierung strittiger Konten ein Schritt in Richtung freie Meinungsäußerung - zuvor entließ er viele Menschen aus dem Unternehmen, die ihn öffentlich kritisierten .
Bei Facebook bleibt Trump-Konto gesperrt
Trump selbst hatte wiederholt gesagt, er wolle gar nicht zu Twitter zurückkehren. Ihm gefalle es bei seiner hauseigenen Twitter-Kopie Truth Social viel besser. Am 19. November 2022 empfahl er seinen Anhängern dort zwar, an der Umfrage teilzunehmen, schrieb aber dazu: "Wir gehen nirgendwo hin. Truth Social ist besonders!"
Auch bei Facebook ist Trumps Konto seit Januar 2021 gesperrt. Das Unternehmen will im kommenden Januar entscheiden, ob dem Ex-Präsidenten die Rückkehr angeboten werden könnte.



