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Elon Musk: SpaceX wendet sich von Marsplänen ab

Statt den Bau einer Station auf dem Mars zu verfolgen, wird SpaceX zuerst den Bau einer Mond -Basis unterstützen. Elon Musk ordnet eine Kehrtwende an.
/ Patrick Klapetz
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Collage eines Starships (m.) und seiner beiden Ziele: Mond (l.) und Mars (r.) (Bild: SpaceX, Nasa/Collage: Golem)
Collage eines Starships (m.) und seiner beiden Ziele: Mond (l.) und Mars (r.) Bild: SpaceX, Nasa/Collage: Golem

Seit knapp 20 Jahren verkündet Elon Musk, dass er die Erforschung und Besiedlung des Mars anstrebt. Und die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa kritisierte er dafür, dass sie die Erforschung des Mondes vorzieht. Doch jetzt beschließt Musk für sein Unternehmen SpaceX selbst eine Kehrtwende und zieht den Mond dem Mars vor, wie er über seinen Kurznachrichtendienst X mitteilte(öffnet im neuen Fenster) .

Diese Umkehr begründete er mit der zeitlichen Umsetzung der Ziele: So könne das Unternehmen den Bau einer sich selbst vergrößernden Stadt auf dem Mond bereits "in weniger als zehn Jahren" verwirklichen, wohingegen die Realisierung einer Marsstadt mehr als 20 Jahre beanspruchen würde, so Musk.

Ziele und Pläne verschieben sich

Solche zeitlichen Ankündigungen sind jedoch mit Vorbehalt zu betrachten. Denn Musk nannte schon öfter konkrete Zeitpläne für die Kolonisierung des Mars, konnte diese bis jetzt aber nie einhalten. Wobei solche Verzögerungen durchaus dazugehören. Auch andere Weltraummissionen verzögern sich ständig, wie etwa das Artemis-Programm , oder sie werden irgendwann komplett gestrichen, wie das Mars-Sample-Return-Programm der Nasa , mit dem die vom Marsrover Perseverance eingesammelten Bodenproben zur Erde gebracht werden sollten.

Mit der Neuausrichtung der SpaceX-Ziele steht Musk nun im Einklang mit den Nasa-Plänen, die vorsehen, zuerst auf dem Mond eine Basis zu errichten und dort viele Technologien zu testen, bevor sie sich an die Errichtung einer Marsbasis machen möchten. Ein wesentlicher Vorteil dieser Herangehensweise ist die geringe Entfernung zum Mond; bei Unfällen oder Ressourcenknappheit könnte kurzfristig ein Mondflug arrangiert werden.

Mars-Pläne nicht gestrichen

Vor einem Jahr hatte Musk noch verkündet , dass der Mond nur eine "Ablenkung" sei und SpaceX "direkt zum Mars" fliegen würde. Für 2026 waren zudem fünf Raketenstarts zum Mars mit dem Starship vorgesehen.

Doch jetzt kommt auch bei Musk die Einsicht – vermutlich auch, weil die Nasa im Wettrennen zum Mond mit China steht und es daher hier mehr Aufträge zu gewinnen gibt als derzeit für den Mars. Entsprechend müsste Musk mit seinem Unternehmen mehr Eigenkapital aufbringen, um eine Stadt auf dem Mars zu errichten. Für die Umsetzung von Mondaufträgen würde das Unternehmen dagegen bezahlt werden. 

"Eine Reise zum Mars ist nur möglich, wenn die Planeten alle 26 Monate in einer bestimmten Konstellation stehen (sechsmonatige Reisezeit), wohingegen wir alle zehn Tage zum Mond fliegen können (zweitägige Reisezeit)" , schrieb Musk auf X. "Das bedeutet, dass wir eine Mondstadt deutlich schneller errichten können als eine Marsstadt."

Und daraus könnte das Unternehmen wiederum Kapital schlagen, etwa durch Versorgungsflüge, Unterkünfte für Astronauten oder sogar Mondtourismus. Was SpaceX jedoch genau plant, ist unklar. Ob das Unternehmen seine eigene Basis auf dem Mond errichtet oder die Nasa dabei unterstützen wird, noch vor den Chinesen eine Basis am Mondsüdpol zu errichten, oder beides, wird sich erst noch zeigen.

Seine Marsziele werde SpaceX jedoch weiterhin verfolgen, teilte Musk mit: "Allerdings strebt SpaceX auch den Bau einer Stadt auf dem Mars an und wird damit in etwa fünf bis sieben Jahren beginnen, doch die oberste Priorität ist die Sicherung der Zukunft der Zivilisation, und der Mond ist schneller zu erreichen."


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