Elon Musk: SpaceX legt zum Börsenstart kräftig zu
Elon Musk ist nach dem Rekord-Börsengang seiner Weltraumfirma SpaceX(öffnet im neuen Fenster) der erste Mensch mit einem Billionenvermögen. Die SpaceX-Aktie beendete ihren ersten Handelstag mit einem Plus von gut 19 Prozent auf rund 161 US-Dollar. Das Magazin Forbes schätzte Musks Vermögen daraufhin auf etwa 1,1 Billionen US-Dollar.
Musk ist Gründer und Chef von SpaceX und hält einen Anteil von rund 40 Prozent. Mit mehr als 800 Milliarden US-Dollar zu den Kursen am Freitag macht die SpaceX-Beteiligung nun den Großteil seines Vermögens aus.
Anteile und Optionen des ebenfalls von Musk geführten Elektroautobauers Tesla bringen ihn über die Marke von einer Billion US-Dollar – allerdings ein Aktienvermögen, das von Kursschwankungen abhängig ist und nicht ohne Weiteres zu Bargeld gemacht werden kann.
Bisher größter Börsengang
Das unter anderem für seinen Satelliteninternetdienst Starlink bekannte SpaceX verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar und nahm damit 75 Milliarden US-Dollar (64,8 Milliarden Euro) ein. Beim zuvor größten Börsengang hatte die saudi-arabische Ölfirma Aramco im Jahr 2019 gut 29 Milliarden US-Dollar eingenommen.
SpaceX war bereits zum Ausgabepreis mit 1,77 Billionen US-Dollar mehr wert als der Facebook-Konzern. Am Ende des Handelstages war SpaceX rund 2,1 Billionen Dollar wert.
Damit gehört die Firma zu den wertvollsten US-Unternehmen – nach Nvidia, Apple, der Google-Mutter Alphabet, Microsoft und Amazon. Der vom KI-Boom beflügelte Chip-Spezialist Nvidia ist die Nummer eins mit aktuell knapp fünf Billionen US-Dollar.
Milliardenverluste in SpaceX-Bilanz
Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in krassem Kontrast zum Börsenwert. Die Anleger zahlen also eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge. So gab es im vergangenen Jahr Verluste von rund 4,94 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar.
In der Zukunft soll künstliche Intelligenz das größte Geschäft sein, auch durch Rechenzentren im All. Die Idee dahinter: Die Sonne kann dort viel Energie liefern. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten, eine trotz der niedrigen Temperaturen im All schwierige Kühlung sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.
Im Börsenprospekt schätzt SpaceX den künftigen Gesamtmarkt für künstliche Intelligenz inklusive Infrastruktur auf mehr als 26 Billionen US-Dollar – und führt das als eine Rechtfertigung für die hohe Bewertung an.
Der New Yorker Wirtschaftsprofessor Aswath Damodaran, der als Bewertungsexperte bekannt ist, kritisierte das scharf. Als er die Zahl gelesen habe, habe er gedacht, Musks Chatbot Grok habe den Prospekt geschrieben, "weil wir wissen, dass KI zu Halluzinationen neigt", sagte er im TV-Sender CNBC.
Musk hat das Sagen
Musk wird mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX behalten. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Zum Handelsdebüt sagte Musk unter anderem, er habe SpaceX bei der Gründung eine Erfolgschance von zehn Prozent gegeben.
In den Tagen vor dem Börsendebüt fand Musk Zeit, sich erneut in die britische Politik einzumischen. Über seine Onlineplattform X verstärkte er Beiträge von extremen Kritikern der britischen Einwanderungspolitik. Bereits vor den rassistisch motivierten Ausschreitungen im vergangenen Jahr hatte er sich wiederholt in die Debatte eingeschaltet.
Teurer Hoffnungsträger Starship
Im ersten Quartal dieses Jahres verbuchte SpaceX ein Minus von 4,28 Milliarden US-Dollar bei rund 4,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Ein Grund für die roten Zahlen sind die hohen Kosten für die Entwicklung der großen Rakete Starship.
In Starship investierte SpaceX insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge absolvieren kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken.
Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, die Internet aus dem All direkt auf Smartphones nutzbar machen.
Starlink ist der zentrale Geldbringer von SpaceX und machte im ersten Quartal 3,26 Milliarden Dollar US-Umsatz. Der Satelliteninternetdienst hat inzwischen rund 10,3 Millionen Kunden in 164 Ländern.
Geldregen für frühe Investoren
Anders als bei vielen anderen Börsengängen legte SpaceX den Ausgabepreis von 135 US-Dollar vorab selbst fest. Üblicherweise nennen Unternehmen zunächst eine Spanne und ermitteln den Preis dann basierend auf dem Interesse der Investoren.
Für frühe Geldgeber von SpaceX wird der Börsengang zu einem Geldregen. So hält die Investmentfirma Founders Fund von Musks langjährigem Weggefährten Peter Thiel laut Bloomberg einen Anteil von etwa drei Prozent, der für rund 600 Millionen US-Dollar erworben wurde.
Die Beteiligung ist zum Ausgabepreis mehr als 50 Milliarden US-Dollar wert. Der Risikofinanzierer Sequoia Capital habe rund 2 Milliarden US-Dollar investiert und halte nun einen mehr als 20 Milliarden US-Dollar schweren Anteil.
- Anzeige Hier geht es zu Elon Musk - Die Biografie bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


