Keine Zwischenhändler bei Tesla
Innovativ ist an Tesla-Fahrzeugen nicht nur der fehlende Benzinmotor. Die Autos werden ohne Zwischenhändler, in Geschäften und über die Website, vertrieben. Das Unternehmen plant sein Geld auch nicht mit der Wartung zu verdienen, die Fahrzeuge verfügen nur über wenige bewegliche Teile. Bei den solarbetriebenen Ladestellen, die Tesla entlang wichtiger Straßen aufbaut, ist das Aufladen gratis. "Während große Teile von Amerikas Infrastruktur verfallen, baut Musk ein futuristisches Transportsystem, mit dem die USA den Rest der Welt überholen könnten", schreibt Vance.
Mit der Limousine Model S wird das Elektroauto endgültig cool. Das Fahrzeug bietet Platz für sieben Personen, beschleunigt in 4,2 Sekunden auf knapp 100 Stundenkilometer und heimst die höchste jemals vergebene Sicherheitsbewertung ein. Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen, eine Batterieladung reicht für 480 Kilometer. Wer es eilig hat, kann an den Ladestationen seine leere Batterie gegen eine volle austauschen lassen, automatisch mittels Roboterarm.
Reger Verkehr in den Orbit
SpaceX absolviert inzwischen fast monatlich einen Start, entweder um Satelliten in die Umlaufbahn zu transportieren oder um die ISS zu versorgen. Beim Preis hängt das Unternehmen auch die Konkurrenz in Russland und China ab. Gleichzeitig fertigt SpaceX von den Hauptplatinen über die Schaltungen und Vibrationssensoren bis hin zu den Sonnenkollektoren alles selbst. Ein ausgeklügeltes Testsystem sorgt zudem dafür, dass sich Softwarefehler auch noch wenige Stunden vor dem Start ausbessern lassen.
Musk will die Kosten künftig weiter senken, unter anderem mit einer Rakete, die sich sanft landen und wiederverwenden lässt. Nebenbei muss SpaceX noch einen Auftragsrückstand in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar abarbeiten.
Sterben auf dem Mars
Auf die Frage, was Musk antreibt, nennt er die Rettung der Menschheit. Er will eine bessere Welt erschaffen: "Ich würde gerne im Wissen sterben, dass die Menschheit eine rosige Zukunft hat", sagt er. Abbringen lässt er sich davon weder durch Stress noch durch private Schicksalsschläge. "Die meisten Menschen brechen unter derartigem Druck und treffen schlechte Entscheidungen. Elons Entscheidungen hingegen werden hyperrational. Ich habe noch nie jemanden mit einer solchen Fähigkeit gesehen, Schmerz wegzustecken", sagt Antonio Gracias, Gründer des Private-Equity-Unternehmens Valor Equity.
Musks größtes Problem scheint zu sein, dass der Tag nur 24 Stunden hat. Er hat fünf Kinder und reist ständig zwischen seinen Unternehmen hin und her. Vance bemerkt, dass Musk stets sein Essen hinunterschlingt. "Wenn es einen Weg gäbe, nicht zu essen, damit ich mehr arbeiten kann, dann würde ich nicht essen", erklärt Musk lapidar. Kevin Brogan, ein langjähriger Mitarbeiter von Musk, bestätigt seine ständige Eile: "Er macht alles schnell. Er pinkelt sogar schnell."
So hat er auch ständig neue Projekte. Bei Tesla denkt er über die Entwicklung eines Pickups nach und will bis Ende 2015 100.000 Fahrzeuge des SUV Model X verkaufen. Zusätzlich tüftelt Musk an einem Unterwasserauto - von dem er sich allerdings keine großen unternehmerischen Erfolge verspricht: "Ich glaube, der Markt für Unterwasserautos ist eher klein." Groß dagegen ist das Ziel, zum Mars zu fliegen. "Ich will auf dem Mars sterben, bloß nicht bei der Landung", sagt er. "Idealerweise möchte ich zu Besuch hinfliegen (...) und zurückkehren, wenn ich 70 oder so bin und dann dort bleiben."
Elon Musk: Tesla, SpaceX, and the Quest for a Fantastic Future. Ashlee Vance. Verlag: Ecco, 2015. 30 US-Dollar.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Raketenbau nach Silicon-Valley-Rezept |










Ach echt? Es kommt auch immer ganz darauf an, für wie ernst und wichtig man sich selbst...
Das Geld hatte Musk anfangs auch nicht - eigentlich hatte er gar keines. Das Geld hat er...
Dich eingeschlossen?
Ich kann nicht ganz nachvollziehen auf wen genau du dich mit der Aussage beziehst, auf...