Raketenbau nach Silicon-Valley-Rezept

Im April 2002 wird es ernst. SpaceX zieht in eine heruntergekommene Gegend von Los Angeles, und in der weiß gestrichenen Lagerhalle sitzen Ivy-League-Informatiker neben Schweißern, Konstruktionsingenieure neben Mechanikern. Musk ist überzeugt, dass er die milliardenschwere, aber behäbige Raumfahrtindustrie mit neuer Computertechnologie und der Behändigkeit des Silicon Valley abhängen kann. Vance schreibt: "Zu einer Zeit, als eine 250 Kilogramm schwere Nutzlast 30 Millionen US-Dollar kostete, versprach er, 635 Kilo für 6,9 Millionen US-Dollar transportieren zu können."

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Der Plan war, dass SpaceX seine eigenen Triebwerke bauen und sich für den Rest der Komponenten auf Zulieferer verlassen würde. Die Raketen wären wirtschaftlicher und schneller als die des Mitbewerbers und würden außerdem über eine mobile Startrampe verfügen. Obwohl - oder gerade weil - die ersten Triebwerkstests ernüchternd verlaufen, entschließt sich Musk Ende 2003 zu einem publikumswirksamen Spektakel und transportiert die sieben Stockwerke hohe Falcon-1-Rakete inklusive der Startrampe quer durch die USA, um sie vor dem Hauptquartier der Bundesluftfahrtbehörde in Washington zu parken. Bei einer Pressekonferenz erklärt Musk, dass es nun einen Raketenhersteller gebe, der moderner, smarter und billiger sei.

Am Rande des Bankrotts

Falcon 1 hat noch keinen erfolgreichen Start hingelegt, als SpaceX bereits an seiner zweiten Rakete, der Falcon 5, arbeitet. Mit fünf Triebwerken soll sie 4.173 Kilogramm in den Orbit befördern können und SpaceX Tür und Tor für lukrative Nasa-Verträge zur Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) öffnen. Nach Problemen mit der Bordelektronik gelingt im Mai 2005 ein positiver Triebwerkstest und SpaceX verlegt seine ersten Startversuche ins südpazifische Kwajalein-Atoll, wo bereits das US-Militär Raketentests durchgeführt hat. Die Arbeit im Dschungel zehrt an den Kräften der Mitarbeiter, die ersten beiden Startversuche scheitern. Beim dritten Test bricht ein Feuer oberhalb des Triebwerks aus und es kommt zum Absturz. Der vierte Start muss gelingen, Geld für einen fünften gibt es nicht. Im September 2008, sechs Jahre nach Entwicklungsbeginn, schafft es Falcon 1 schließlich in den Orbit.

Gleichzeitig ist SpaceX finanziell am Ende. In der Zwischenzeit ist mit der Entwicklung einer weiteren Rakete, Falcon 9, begonnen worden. Mit neun Triebwerken ist sie als möglicher Ersatz für das Space Shuttle gedacht. Mit Hilfe der Dragon-Kapsel könnten Versorgungsmaterial und später auch Personen zur ISS transportiert werden. Nur wenige Stunden trennen Musks Raketen-Startup vom Bankrott, als die Nasa einen Auftrag in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar zusichert.

Teslas turbulenter Start

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Zu Tesla kommt Musk, als die beiden Gründer Martin Eberhard und Marc Tarpenning Anfang 2004 nach Risikokapital suchen. Musk steckt kurzerhand 6,5 Millionen US-Dollar in das Unternehmen und wird zum größten Investor. Zwei Jahre später stellt Tesla der Welt einen Prototyp des Roadsters vor, der in vier Sekunden auf 96,5 km/h beschleunigt. Bei der Autoshow Pebble Beach Concours d'Elegance sammelt Tesla Dutzende 100.000-Dollar-Schecks für Vorbestellungen ein. Doch die Serienproduktion bedeutet beinahe das Ende für Tesla. Die Entwickler kämpfen mit Getriebeproblemen, und um die angekündigte Beschleunigung zu garantieren, muss der Roadster weniger wiegen. Trotz seiner misslichen finanziellen Lage beginnt Tesla Anfang 2008 von Neuem und entwickelt selbst einen Motor. Für die Entwicklung des Roadsters waren 25 Millionen US-Dollar geplant, verbraucht sind bis dahin bereits 140 Millionen US-Dollar.

Erst der Umzug in eine größere Fabrik und der Entschluss, die Batterien selbst zu fertigen, lösen einige Probleme. Dennoch spitzt sich die Situation derart zu, dass die Fertigung 2013 kurzfristig geschlossen wird und Musk das Unternehmen Google zum Verkauf anbietet. Doch so weit kommt es nicht. Eine von Musk kurzfristig zusammengestellte Notfall-Vertriebsmannschaft - rund 500 Mitarbeiter aus allen Bereichen des Unternehmens - kurbelt die Verkäufe an. Tesla schafft es im letzten Moment, finanziell wieder gut dazustehen.

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 Elon Musk: "Ich will auf dem Mars sterben, bloß nicht bei der Landung"Keine Zwischenhändler bei Tesla 
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RobertFr 05. Jun 2015

Ach echt? Es kommt auch immer ganz darauf an, für wie ernst und wichtig man sich selbst...

AndyMt 01. Jun 2015

Das Geld hatte Musk anfangs auch nicht - eigentlich hatte er gar keines. Das Geld hat er...

Anonymer Nutzer 01. Jun 2015

Dich eingeschlossen?

Ach 30. Mai 2015

Ich kann nicht ganz nachvollziehen auf wen genau du dich mit der Aussage beziehst, auf...

nelret 29. Mai 2015

Die Triebwerkstechnik kommt ohne flüssigen Wasserstoff aus sondern verwendet Kerosin...



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