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Elon Musk: Neuralink-Video zeigt, wie Gelähmter PC mit Gedanken steuert

Neuralink, das von Elon Musk mitbegründete Unternehmen für Hirn-Computer-Schnittstellen, hat seinen ersten menschlichen Probanden vorgestellt, wie er einen Cursor mit Gedanken bewegt.
/ Andreas Donath
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Neuralink-Implantat (Bild: Neuralink)
Neuralink-Implantat Bild: Neuralink

Neuralink hat seinen ersten menschlichen Probanden in einem Video vorgestellt, Der 29-jährige Noland Arbaugh, der von den Schultern abwärts gelähmt ist, demonstrierte während eines Livestreams auf der Social-Media-Plattform X,(öffnet im neuen Fenster) wie er mithilfe des Neuralink-Hirnimplantats einen Computer steuern kann, indem er nur seine Gedanken nutzt. Er spielte Online-Schach und das Videospiel Civilization.

Das Neuralink-Gerät wird mithilfe eines chirurgischen Roboters im Gehirn implantiert und ist nach der Implantation kosmetisch unsichtbar

Dem Bericht zufolge ist der Patient Noland Arbaugh dank des Neuralink-Gehirnimplantats, das er erhalten hat, in der Lage, den Mauszeiger durch seine Gedanken zu steuern. Das Gehirn-Computer-Schnittstellensystem von Neuralink entschlüsselt die Bewegungsabsicht aus den Gehirnsignalen und ermöglicht es gelähmten Personen wie Arbaugh, einen Cursor oder eine Tastatur allein durch ihre Gedanken zu steuern.

Arbaugh lernte, die Hirn-Computer-Schnittstelle zu benutzen, indem er gedanklich versuchte, seine rechte Hand in verschiedene Richtungen zu bewegen (links, rechts, vorwärts, zurück), und schließlich stellte er sich intuitiv vor, dass sich der Cursor so bewegte, wie er es wollte. Das Neuralink-Gerät übersetzt diese Gehirnsignale in Ausgabebefehle und ermöglicht es ihm, den Mauszeiger auf dem Computerbildschirm zu steuern.

Neuralink bekam 2023 die Erlaubnis , das flache und runde Implantat in einer klinischen Studie Menschen einzusetzen. Davor war die Technik an Affen getestet worden. Bei den Tierversuchen kam es zum Tod mehrerer Makaken – eine Affenart aus der Familie der Hundsaffen. Über den Umgang damit geriet Musk öffentlich in die Kritik und auch politisch unter Druck .

Das Implantat hat 1.024 Elektroden, die ein Roboter mithilfe einer extrem feinen Nadel mit dem Gehirn verbindet. Für die klinische Studie suchte Neuralink Patienten mit Tetraplegie – einer Querschnittlähmung, bei der Beine und Arme betroffen sind.

Wenn Menschen zu Bewegungen ansetzen, wird ein bestimmter Bereich im Gehirn aktiv. Die Elektroden fangen diese Signale auf. So soll es reichen, sich eine Bewegung vorzustellen, um zum Beispiel einen Cursor am Computer zu bedienen.

Neuralink hat mehrere Konkurrenten, die die Technologie ebenfalls kommerziell nutzen wollen. Die Firma Precision Neuroscience will ihr Implantat mit ebenfalls 1.024 Elektroden auf einem Film über einen sehr feinen Schnitt im Schädel minimalinvasiv am Gehirn anbringen. Synchron bringt sein System mit 16 Elektroden über Blutgefäße in die Nähe der richtigen Gehirnbereiche.


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