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Elon Musk: "Es ist dumm, Fusionskraftwerke zu bauen"

Verglichen mit der Energie, die die Sonne tagtäglich zur Erde sendet, sei der Beitrag irdischer Kernfusion lächerlich klein, sagt Elon Musk.
/ Mario Petzold
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Elon Musk, hier noch als Berater für das Weiße Haus (Bild: Getty Images/Andrew Harnik)
Elon Musk, hier noch als Berater für das Weiße Haus Bild: Getty Images/Andrew Harnik

Über seinen Kurznachrichtendienst X(öffnet im neuen Fenster) hat Elon Musk vor den Milliardeninvestitionen in die Erforschung von Kernfusionskraftwerken gewarnt. Er schreibt, selbst wenn man den Jupiter viermal verbrennen könnte, wäre die Energiemenge im Vergleich zur abgestrahlten Energie der Sonne verschwindend gering.

Zudem fordert er die beteiligten Wissenschaftler auf, anzuerkennen, dass der praktische Nutzen ihrer Forschung kaum gegeben ist. Wörtlich sagt er: "Die Sonne ist ein enormer, kostenloser Fusionsreaktor am Himmel. Es ist super dumm, kleine Fusionsreaktoren auf der Erde zu bauen."

Energiebilanz auf Jahrzehnte negativ

Die Kritik, die der Tesla- und SpaceX-Chef äußerst, ist nicht neu. Auch der deutsche Verein Balkonsolar e. V.(öffnet im neuen Fenster) vertritt eine ähnliche Position. Das Hauptproblem ist, dass auf absehbare Zeit kein Kernfusionskraftwerk tatsächlich zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Das globale Projekt Iter(öffnet im neuen Fenster) wird frühestens im Jahr 2040 in Betrieb gehen können und stellt nur die Vorstufe zu einem echten Kraftwerk dar.

Gleichzeitig belaufen sich die Investitionen allein für Iter schlimmstenfalls auf 50 Milliarden Euro. Nimmt man Kosten für weitere Forschungseinrichtungen hinzu und bedenkt, dass weltweit auch parallele Projekte verfolgt werden, kommen mehrere Milliarden hinzu.

Solarenergie kaum zu unterbieten

Gleichzeitig ist vor allem Photovoltaik erprobt, befindet sich in der Massenproduktion und deckt bereits mehr als fünf Prozent des globalen Stromverbrauchs ab. Weltweit würden 100.000 Quadratkilometer Fläche genügen, um den Stromverbrauch komplett aus der Quelle zu decken. Das sind 0,2 Promille der Erdoberfläche.

Für die gleiche Energiemenge benötigte man 4.000 Kernfusionskraftwerke mit einer Leistung von je 1 Gigawatt. Jedes davon dürfte dann nur sechs Milliarden Euro kosten, während aktuell unklar ist, woher die benötigten Mengen Deuterium und Tritium stammen sollen – vermutlich von Jupiter.

Der Autor meint dazu:

So gesehen, enthält die Ermahnung von Elon Musk die wichtige Botschaft, sich auf das technisch Machbare zu konzentrieren, um aktuelle Probleme zu lösen. Ob die Aussage noch Bestand hätte, sobald er sein Geld ebenfalls in Kernfusionsprojekte investiert, bleibt dagegen offen.


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