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Das neue BFR Raumschiff ist deutlich kleiner und einfacher als das Alte.
Das neue BFR Raumschiff ist deutlich kleiner und einfacher als das Alte. (Bild: SpaceX)

Ohne nachzutanken auf den Mond und zurück - und Mars one way

Musk führte aus, dass das Raumschiff in der Lage sein werde, zum Mond zu fliegen, zu landen und zur Erde zurückzukehren, ohne auf dem Mond nachzutanken. Dafür muss es zuvor aber in einen hohen elliptischen Erdorbit gebracht und dort vollgetankt werden. Um diesen Orbit zu erreichen, muss das Raumschiff selbst im niedrigen Orbit aufgetankt werden. Auch die Tanker, die es dann im hohen Orbit auftanken sollen, müssten zuvor ihrerseits im niedrigen Orbit aufgetankt werden. Insgesamt wären größenordnungsmäßig etwa zehn Flüge nötig - Musk sagte nicht, wie viele genau.

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Der Flug zum Mond und die Rückkehr zur Erde sind erheblich aufwendiger als ein einfacher Flug zum Mars. Durch die Atmosphäre kann die Geschwindigkeit des Raumschiffs vor der Landung größtenteils durch den Hitzeschutzschild, ohne Treibstoffverbrauch, abgebaut werden. Für den Rückflug wäre es allerdings nötig, Treibstoff auf dem Mars zu produzieren, mit dem das Raumschiff vollgetankt wird. Es hätte dann genug Leistung, um vom Mars abzuheben und direkt zur Erde zurückzufliegen, wenn auch mit einer reduzierten Nutzlast von 20 bis 50 Tonnen anstatt der 150 Tonnen beim Hinflug.

Passagierzahl und Zeitrahmen sind kaum plausibel

In der Version zum Transport von Menschen soll die Nutzlast des Raumschiffs unter anderem aus 40 Kabinen, Gängen, Aufenthaltsräumen und einem Schutzraum für Sonnenstürme bestehen, die Platz für 100 Passagiere bieten sollen. Es ist allerdings unvorstellbar, dass auf dem drei- bis sechsmonatigen Flug tatsächlich genug Platz für 100 Passagiere wäre. Das Gesamtvolumen von 825 Kubikmetern ist zwar im Vergleich zu den heutigen Raumschiffen großzügig. Allerdings ist es immer noch etwas kleiner als das Volumen der Internationalen Raumstation ISS, auf der nur eine Dauerbesatzung von sechs Menschen für vergleichbare Zeiträume lebt.

Ähnlich unrealistisch ist der Zeitrahmen. Die ersten Flüge zum Mars mit dem BFR Raumschiff, noch ohne Menschen, sollen in fünf Jahren stattfinden. Selbst Musk nannte den Zeitplan "aspirational", also ambitioniert. Dabei sind die Zeitpläne von SpaceX sehr oft "aspirational". Die 2011 angekündigte Falcon-Heavy-Rakete sollte bereits 2013 fliegen. Ihr erster Flug ist inzwischen für Ende 2017 oder Anfang 2018 angesetzt, nachdem sich die Konstruktion der unteren Stufe als erheblich schwieriger als gedacht herausgestellt hat.

Fehlende Details, wackelige Finanzierung

Fehlende Details in der Missionsausarbeitung lassen Ähnliches auch für BFR erwarten, nur in noch deutlich größerem Umfang. Bilder des 48 Meter hohen, gelandeten Raumschiffs auf dem Mond zeigen, wie eine Palette recht hilflos mit einem Kran herabgelassen wird. Es steht auf viel zu kurzen Stummelfüßen, die für eine Landung auf der Mondoberfläche völlig ungeeignet sind und das Raumschiff sofort umkippen lassen würden.

Die Finanzierung soll aus dem laufenden Geschäft von SpaceX heraus erfolgen. Mit Fertigstellung der Falcon Heavy soll sich die Firma jetzt ganz dem neuen Projekt widmen. Die Falcon-Raketen und Dragon-Raumschiffe sollen noch so lange gebaut werden, bis ein ausreichend großer Vorrat für das laufende Geschäft vorhanden ist, und schließlich von BFR abgelöst werden. Das soll auch für reguläre Starts von Satelliten und anderen Nutzlasten zum Einsatz kommen, genauso wie für die Versorgung der ISS.

Ein Raumschiff als Flugzeugersatz?

Wie unsicher die Finanzierung offenbar ist, zeigte sich beim Abschluss der Präsentation. Dabei wurde das BFR-Raumschiff als möglicher Passagiertransporter für Langstrecken auf der Erde vorgestellt. Mit ihm könnte tatsächlich jeder beliebige Punkt der Erde in 30 bis 50 Minuten erreicht werden. Dieser Plan ist aber praktisch gänzlich unwirtschaftlich. Für reine Passagierflüge wären 1.000 Tonnen Methan und 3.000 Tonnen flüssiger Sauerstoff schlicht zu viel Treibstoff.

Es ergäben sich die gleichen Probleme wie bei der Concorde, nur in viel größerem Maß. Damit sich ein Flug lohnt, müssten viele äußerst zahlungskräftige Passagiere in extrem kurzer Zeit zum gleichen Zeitpunkt von einem bestimmten Punkt A zu einem bestimmten Punkt B gebracht werden müssen. Wenn nicht gerade ein Festival mit einigen Hundert Millionären in New York spontan beschließt, die Party eine Stunde später in Sydney fortzuführen und zufällig vor einer startbereiten Rakete steht, wird das wohl kaum passieren.

 Elon Musk: Eine Rakete, ein Raumschiff, ein Ziel und viele Lücken

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Thorsten785 07. Okt 2017

Jepp, danke für den Tipp !

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ArcherV 03. Okt 2017

Und wenn man statt Wasserstoff die Methantriebwerke verwendet? Klappt in KSP doch auch :D

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SzSch 03. Okt 2017

Ein -F+E Furz in D-Moll der so stark humpelt das ich ihn hiermit Offiziell erschossen habe.

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Wurzelgnom 02. Okt 2017

Billiger als ein Flug mit der Concorde, finde die Quelle aber nicht mehr...

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Frank... 01. Okt 2017

Es ging nicht um Methalox, sondern nur um den Methananteil. Bei einem Verhältnis von 1:4...

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