Elon Musk: Die Tesla-Blase

Tesla hat lange Investoren und Autofans begeistert, gilt als innovativ und cool. Doch die Verluste werden immer größer und Gründer Elon Musk immer nervöser.

Eine Analyse von Matthias Breitinger/Zeit Online veröffentlicht am
Tesla-Chef Elon Musk: keine kritische Frage zu Teslas Finanzbedarf
Tesla-Chef Elon Musk: keine kritische Frage zu Teslas Finanzbedarf (Bild: Joe Skipper/Reuters)

Die Zeiten waren schon besser für Tesla und seinen Chef Elon Musk. Noch vor zwei Jahren galten seine Luxuswagen im Sportwagendesign als der Inbegriff moderner Elektromobilität. Wer an E-Autos dachte, dachte an Tesla. Und mit geschickter PR gelang es Musk, den Eindruck zu erwecken, sein Unternehmen sei beim E-Antrieb und dem autonomen Fahren den traditionellen Autobauern weit voraus. Als er 2016 seine Mittelklasselimousine Model 3 präsentierte, bildeten sich vor den Tesla-Filialen sogar Warteschlangen von Fans, die auf die Warteliste wollten.

Inhalt:
  1. Elon Musk: Die Tesla-Blase
  2. Langes Warten auf das Model 3

Doch seitdem mehren sich die Negativschlagzeilen. Es passierten spektakuläre Unfälle mit dem mindestens 70.000 Euro teuren Tesla Model S, dessen Fahrer allzu sehr auf den "Autopilot" genannten Fahrassistenten vertraut hatten. Die Serienfertigung des Model 3 macht Probleme, mit der Tesla doch eigentlich den Massenmarkt erobern will. Musk muss 123.000 Wagen des Model S wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Servolenkung zurückrufen lassen. Dazu kommen Berichte über schwere Verletzungen von Tesla-Arbeitern im Werk in Fremont. Und dann kritisiert auch noch das einflussreiche US-Verbrauchermagazin Consumer Reports das Model 3. Die Tester raten sogar wegen erheblicher Mängel vom Kauf ab.

Elon Musk wird nervös

Inzwischen ist Elon Musk dünnhäutig. Kürzlich schnitt der 46-Jährige in einer Telefonkonferenz einem Analysten das Wort ab, als der eine kritische Frage zum Finanzbedarf von Tesla stellte. "Langweilige Dummkopf-Fragen sind nicht cool", sagte Musk. "Nächster?"

Vergangene Woche teilte der Milliardär gegen die Medien aus, denen er "selbstgefällige Heuchelei" unterstellte. Die Journalisten würden der Klickzahlen wegen negativ über Tesla berichten. Ein Unfall in einem Tesla, bei dem sich jemand lediglich den Knöchel gebrochen habe, werde von den Medien auf die Titelseite gehievt. Zigtausende Verkehrstote seien dagegen kaum eine Schlagzeile wert, so beklagte sich Musk in einem Tweet.

Niemand traue mehr der Presse, "ihr habt eure Glaubwürdigkeit schon vor langer Zeit verloren", polterte Musk im Stil von US-Präsident Donald Trump. Er kündigte sogar an, eine Website namens Prawda (russisch: die Wahrheit) zur Bewertung des Wahrheitsgehalts von Artikeln aufzulegen. Prawda hieß einst das Propagandablatt der Kommunisten in der Sowjetunion.

Zur Wahrheit über Tesla gehört allerdings auch: Seit Jahren schreibt das Unternehmen große Verluste. Der wachsende Absatz der Nobelautos machte die Kosten der Produktion nie wett. Im Gegenteil, seit dem Anstieg der Verkäufe erhöhen sich die Verluste sogar. Musk verteidigt dies stets mit den nötigen Investitionen und dem Wachstumskurs seines Unternehmens.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Langes Warten auf das Model 3 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Suchmaschine
Bing mit ChatGPT war für kurze Zeit online

Microsoft will ChatGPT in die Suchmaschine Bing einbauen. Was uns erwartet, konnten einige Nutzer kurzfristig sehen.

Suchmaschine: Bing mit ChatGPT war für kurze Zeit online
Artikel
  1. Politische Ansichten auf Google Drive: Letzte Generation mit Datenschutz-Super-GAU
    Politische Ansichten auf Google Drive
    Letzte Generation mit Datenschutz-Super-GAU

    Die Aktivisten der Letzten Generation haben Daten von Unterstützern mitsamt politischer Meinung und Gefängnisbereitschaft ungeschützt auf Google Drive gelagert.

  2. Madison Square Garden: Gesichtserkennungs-Software weist unliebsame Besucher ab
    Madison Square Garden
    Gesichtserkennungs-Software weist unliebsame Besucher ab

    Im New Yorker Madison Square Garden kommt seit Jahren Gesichtserkennungs-Software zum Einsatz - mit unangenehmen Folgen für Kanzleimitarbeiter.

  3. Nach Prämiensenkung: Weniger Marktanteil für Elektroautos 2023 erwartet
    Nach Prämiensenkung
    Weniger Marktanteil für Elektroautos 2023 erwartet

    Die Förderprämien für Elektroautos wurden gesenkt, was nach Ansicht der Autohersteller zu einem Rückgang des Marktanteils führen wird.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Roccat Magma + Burst Pro 59€ • Roccat Vulcan 121 89,99€ • Gigabyte B650 Gaming X AX 185,99€ • Alternate: Toshiba MG10 20 TB 299€ • Alternate Weekend Sale • MindStar: Fastro MS200 SSD 2TB 95€ • Mindfactory DAMN-Deals: Grakas, CPUs & Co. • RAM-Tiefstpreise • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /