Langes Warten auf das Model 3

An das Versprechen einer goldenen Zukunft für Tesla glaubten die Investoren trotzdem viele Jahre, das zeigt der Aktienkurs. Ab 2013, als das Geschäft mit dem Model S richtig losging, stieg der Kurs an der US-Technologiebörse Nasdaq an, von weniger als 50 Dollar je Anteilsschein auf mehr als 350 Dollar. Zeitweilig war die Firma an der Börse rund 63 Milliarden Dollar wert, mehr als Ford oder General Motors. Also mehr als Automarken, die ein Vielfaches an Fahrzeugen am Markt absetzen - und damit Gewinne machen.

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Seit Sommer 2017 sind der Aktienkurs und somit der Börsenwert von Tesla aber wieder deutlich gesunken. Die anhaltenden Probleme bei der Fertigung des Model 3 schrecken Anleger ab. Zweifel wachsen, ob das Unternehmen im kommenden Jahr tatsächlich wie geplant in die Gewinnzone kommen wird, zumal schon die nächsten Projekte anstehen, die wieder hohe Entwicklungskosten mit sich bringen: das Model Y (ein weiteres SUV) sowie ein geplanter Elektrolaster. Analysten rechnen damit, dass der Aktienkurs weiter sinkt.

Darum fanden die Anleger und Analysten auch Elon Musks Aprilscherz nicht besonders lustig: Am 1. April twitterte er, Tesla sei bankrott, "so bankrott, ihr glaubt es kaum". Zumal manche Investoren fürchten, dass Tesla bald wieder neues Geld brauchen könnte. Analyst David Tamberrino von Goldman Sachs schätzt etwa, dass Tesla bis 2020 bis zu zehn Milliarden Dollar neues Kapital benötigen wird. Tesla hatte zuletzt erklärt, man müsse zumindest in diesem Jahr weder Eigenkapital noch neue Schulden aufnehmen. Sicherlich kommt ihm auch entgegen, dass potenzielle Model-3-Käufer eine Anzahlung leisten müssen, in Deutschland sind das 1.000 Euro. De facto erhält Tesla so ein millionenschweres, zinsloses Darlehen seiner Käufer weltweit.

In Europa ist das Model 3 nach wie vor nicht zu haben. Es ist noch nicht mal klar, wie viel es hier kosten wird. Und auch in den USA wächst die Kritik. Auch dort gibt es das Basismodell, das für vergleichsweise erschwingliche 35.000 Dollar angekündigt war, immer noch nicht zu kaufen. Die aktuell erhältlichen Versionen des Model 3 liegen bei mehr als 50.000 Dollar. Vor kurzem kündigte Musk auch noch eine neue Premiumversion für 78.000 Dollar an, die im Sommer kommen soll. Die Basisvariante dagegen, räumte Musk ein, sei bei den aktuellen Produktionskosten nicht machbar. Dann würde Tesla "Geld verlieren und sterben".

Die Produktion läuft zu langsam

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Das liegt auch daran, dass die Fertigung dem Zeitplan um Monate hinterherhinkt. Laut Bloomberg werden derzeit rund 2.900 Model 3 pro Woche gefertigt. Eigentlich wollte Tesla schon Ende 2017 ein Fertigungstempo von 5.000 Stück pro Woche erreicht haben.

Wann die Basisversion kommt? Weiter unklar. Musk sprach vage von frühestens in drei bis sechs Monaten. Das wird Tausende Amerikaner verärgern, die für ihre Reservierung jeweils 1.000 Dollar angezahlt haben - und bis heute auf ihren Wagen warten. Und je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es für Tesla, im Massenmarkt mit E-Autos Marktführer zu werden, denn auch viele etablierte Hersteller planen relativ günstige Elektroautos. Dabei war das genau die Hoffnung der Investoren: Tesla schafft mit dem Model 3 den Sprung aus der Luxusnische in den Massenmarkt. Mit seinen jüngsten Äußerungen hat Elon Musk weiter Zweifel daran gesät.

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 Elon Musk: Die Tesla-Blase
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