Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Elmos: Bundesregierung untersagt Verkauf von Waferfabrik

Die Dortmunder Halbleiterfertigung sollte an einen chinesischen Konzern verkauft werden. Das Kabinett hat das nun untersagt.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Daniel Ziegener
23 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Elmos will ein Werk verkaufen. (Bild: Elmos)
Elmos will ein Werk verkaufen. Bild: Elmos

Das Bundeskabinett hat den Verkauf eines Werks von Chiphersteller Elmos an das Tochterunternehmen eines chinesischen Investors untersagt(öffnet im neuen Fenster) . Wirtschaftsminister Robert Habeck sagte, man müsse "bei Firmenübernahmen dann genau hinschauen, wenn es um wichtige Infrastrukturen geht oder wenn die Gefahr besteht, dass Technologie an Erwerber aus Nicht- EU-Ländern abfließt. Gerade im Halbleiterbereich ist es uns wichtig, die technologische und wirtschaftliche Souveränität Deutschlands und auch Europas zu schützen. Natürlich ist und bleibt Deutschland ein offener Investitionsstandort, aber wir sind eben auch nicht naiv."

Das Unternehmen selbst teilte bereits am Montagabend in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) mit, dass der zunächst genehmigte Verkauf wohl doch vom Bund untersagt wird.

"Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat den beteiligten Parteien heute mitgeteilt, dass in der kommenden Kabinettssitzung am 9. November 2022 der Verkauf der Elmos Waferfertigung an Silex Microsystems AB voraussichtlich untersagt werden wird" , heißt es in der Pressemitteilung. "Im Falle der Untersagung kann der Verkauf der Waferfertigung an Silex Microsystems AB nicht vollzogen werden."

Noch Ende Oktober 2022 hieß es aus Regierungskreisen, der Verkauf von Elmos werde genehmigt werden . "Das ist eine neue Entwicklung, da bis zum heutigen Tage das BMWK den beteiligten Parteien mitgeteilt hatte, dass die Transaktion wahrscheinlich genehmigt werden wird" , heißt es in der Meldung von Elmos.

Politiker aller Regierungsparteien äußerten zuletzt Sorge vor einer wachsenden Abhängigkeit von China bei der Halbleiterproduktion, weil Silex ein Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics ist. "Nach Zugang des Bescheids werden die beteiligten Parteien diesen eingehend prüfen und im Anschluss über die weiteren Schritte entscheiden" , so Elmos.

Elmos produziert Halbleiter für den Einsatz in der Automobilindustrie. Das Unternehmen hatte Ende 2021 angekündigt, sich von seiner Fertigung am Stammsitz in Dortmund für einen Kaufpreis von 85 Millionen Euro trennen zu wollen. Mit dem Verkauf würde Elmos die eigene Produktion aufgeben und seine Chips stattdessen bei Auftragsfertigern einkaufen.

Update vom 9. November 2022, 12:10 Uhr

Die Meldung wurde nach der finalen Entscheidung der Bundesregierung aktualisiert.


Relevante Themen