Abo
  • Services:
Anzeige
Galileo-Satellit: hochpräzise Atomuhren. zwei Höhenänderungen am Tag
Galileo-Satellit: hochpräzise Atomuhren. zwei Höhenänderungen am Tag (Bild: P. Carril/Esa)

Elliptische Umlaufbahn: Galileo-Satelliten werden für die Forschung eingesetzt

Galileo-Satellit: hochpräzise Atomuhren. zwei Höhenänderungen am Tag
Galileo-Satellit: hochpräzise Atomuhren. zwei Höhenänderungen am Tag (Bild: P. Carril/Esa)

Rotverschiebung statt Positionsbestimmung: Die zwei Galileo-Satelliten Milena und Doresa sollen Forschern dabei helfen, eine Vorhersage der Relativitätstheorie nachzuweisen. Da sie auf elliptischen Bahnen um die Erde kreisen, eignen sie sich dazu besser als für die Navigation.

Anzeige

Vom Navigations- zum Forschungssatelliten: Die beiden falsch ausgesetzten Galileo-Satelliten werden künftig dazu eingesetzt, die gravitative Rotverschiebung zu erforschen.

  • Die Satelliten Milena und Doresa kreisen auf einer elliptischen Bahn um Erde statt auf einer kreisförmigen. (Grafik: Esa)
Die Satelliten Milena und Doresa kreisen auf einer elliptischen Bahn um Erde statt auf einer kreisförmigen. (Grafik: Esa)

Die Rotverschiebung ist eine Folge der gravitativen Zeitdilatation, also der Beeinflussung der Zeit durch Gravitation: Zeit vergeht in einem Gravitationsfeld langsamer als außerhalb des Feldes. Bezogen auf das Licht bedeutet das, dass sich seine Frequenz, wenn es sich vom Gravitationszentrum entfernt, geringer ist, sich also in Richtung Rot verschiebt.

Die Rotverschiebung soll genauer nachgewiesen werden

Diese Rotverschiebung hat Albert Einstein in der allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt. Claus Lämmerzahl vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Universität Bremen will die Satelliten, die die Namen Milena und Doresa haben, dazu einsetzen, den Effekt der Rotverschiebung genauer nachzuweisen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Umwidmung der beiden Navigationssatelliten genehmigt.

Milena und Doresa waren im vergangenen Jahr falsch ausgesetzt worden und umkreisen deshalb die Erde nicht auf einer kreisförmigen, sondern auf einer elliptischen Bahn in einer Höhe zwischen 17.500 und 25.000 Kilometern.

Die Satelliten ändern die Höhe

Beide Satelliten verfügen über hochpräzise Atomuhren. Zudem ändern die beiden Satelliten zweimal am Tag ihre Höhe um etwa 8.000 Kilometer. Damit liefern sie wertvolle Daten für Lämmerzahl. Sein Ziel ist es, die Rotverschiebung mit einer Genauigkeit nachzuweisen, die um den Faktor 10 besser als das Ergebnis eines Raketenversuchs aus dem Jahr 1976 ist. Das war das bis dato genaueste Experiment zur Rotverschiebung. Damit konnte der Einfluss der Gravitation auf die Zeit bis auf die vierte Stelle nach dem Komma nachgewiesen werden.

Milena und Doresa sollten der fünfte und der sechste Satellit für das europäische Satellitennavigationssystem Galileo sein. Wegen eingefrorener Treibstoffleitungen setzte die russische Sojus-Trägerrakete sie auf einer falschen Umlaufbahn aus. Ende vergangenen Jahres hatte die europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) die Satelliten auf eine andere Umlaufbahn befördert.

Galileo bekommt neue Satelliten

Die gesamte Konstellation für das europäische Navigationssystem soll aus 30 Satelliten bestehen, die in etwa 24.000 Kilometern Höhe um die Erde kreisen. Davon sollen 27 aktiv sein und drei als Ersatz dienen. Derzeit sind acht Satelliten im Orbit, davon eben zwei auf anderen Orbits als geplant. Ein weiterer Satellit ist seit Mai 2014 ausgefallen. Bis 2019 sollen diese Satelliten in die Umlaufbahn geschossen werden. Die nächsten beiden starten in wenigen Tagen.

Galileo sollte seit 2008 im Einsatz sein. Wegen diverser Querelen, finanzieller Schwierigkeiten und politischen Drucks aus den USA verzögerte sich das Projekt jedoch. Ein Streit zwischen den Eignern des Satellitenkonsortiums European Satellite Navigation Industries (ESN) hätte Ende 2007 beinahe das Aus für Galileo bedeutet.


eye home zur Startseite
Qbit42 01. Sep 2015

Ich würde das nicht als Mühe sehen, schließlich sind die Satelliten bereits in ihrer...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. CAL Consult GmbH, Nürnberg
  2. Warner Music Group Germany Holding GmbH, Hamburg
  3. Computacenter AG & Co. oHG, Berlin, Frankfurt, Ratingen, Stuttgart, München
  4. operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 12,99€ + 5,00€ Versand (USK 18)
  2. 7,99€
  3. (-15%) 33,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Wemo

    Belkin erweitert Smart-Home-System um Homekit-Bridge

  2. Digital Paper DPT-RP1

    Sonys neuer E-Paper-Notizblock wird 700 US-Dollar kosten

  3. USB Typ C Alternate Mode

    Thunderbolt-3-Docks von Belkin und Elgato ab Juni

  4. Sphero Lightning McQueen

    Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

  5. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  6. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  7. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  8. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  9. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  10. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

  1. Bessere Variante, da mit Android: Onyx Boox Max Carta

    kvoram | 18:34

  2. Re: Wie soll das bei der Einreise funktionieren?

    robinx999 | 18:31

  3. Re: Gutes Konzept... schrottiges OS, und dann 4000¤

    Berner Rösti | 18:30

  4. Re: wie hätte sich auch was verbessern sollen?

    berlin79 | 18:26

  5. Re: Unix, das Betriebssystem von Entwicklern, für...

    Berner Rösti | 18:25


  1. 18:10

  2. 10:10

  3. 09:59

  4. 09:00

  5. 18:58

  6. 18:20

  7. 17:59

  8. 17:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel