• IT-Karriere:
  • Services:

Elliptische Kurven: Microsoft akzeptiert Curve25519

Curve25519 wird voraussichtlich bald von der IETF-Kryptographie-Arbeitsgruppe standardisiert werden. Nach längeren Diskussionen um Alternativvorschläge von Microsoft hat es ein Einlenken gegeben.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Elliptische Kurven sind die Grundlage vieler moderner Public Key-Verfahren.
Elliptische Kurven sind die Grundlage vieler moderner Public Key-Verfahren. (Bild: Tos, Wikimedia Commons)

Die Standardisierung neuer elliptischer Kurven für kryptografische Protokolle im Internet dürfte wohl bald abgeschlossen sein. Der Wahl von Curve25519, einer von Dan Bernstein entwickelten elliptischen Kurve, steht nichts mehr im Weg.

Stellenmarkt
  1. R2 Consulting GmbH, Bayern
  2. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Karlsruhe

Die Kryptografie-Arbeitsgruppe (CRFG) der IETF diskutiert seit längerer Zeit über die Standardisierung neuer elliptischer Kurven. Diese mathematischen Strukturen sind die Grundlage für viele moderne Algorithmen zum Schlüsselaustausch und für digitale Signaturen.

Microsoft zieht seine Version zurück

Ursprünglich hatten Mitarbeiter von Microsoft einen eigenen Vorschlag für die sogenannten NUMS-Kurven in den Standardisierungsprozess eingebracht. Nach längeren Diskussionen hatte ein Team um Microsoft-Mitarbeiter Benjamin Black dann einen Entwurf vorgeschlagen, der sich nur in einem Parameter von Curve25519 unterschied. Bernstein hatte daraufhin in einer langen Debatte erläutert, dass er diese Kurvenvariante bereits bei der Entwicklung von Curve25519 erwähnt und verworfen hatte.

Gestern hat Black in einer Mail an die Mailingliste der Kryptografie-Arbeitsgruppe (CRFG) erklärt, dass er zwar weiterhin keinen technischen Grund sehe, der gegen seinen Vorschlag spricht. Er werde aber, um die Standardisierung nicht weiter zu verzögern, der Aufnahme eines weiteren Kriteriums für die Kurvengenerierung zustimmen. Dadurch ist Microsofts Vorschlag letztendlich mit Curve25519 identisch.

Anhaltende Diskussion gefährdet Einfluss der Arbeitsgruppe

Zuvor hatte Kenny Paterson, einer der Vorsitzenden der Kryptografie-Arbeitsgruppe, Black eindringlich gebeten, dieser Änderung des Vorschlages zuzustimmen. Paterson erklärte, dass man an einem Punkt angelangt sei, an dem die Diskussion den Prozess so lange verzögert habe, dass vermutlich bald andere die Dinge in die Hand nähmen. Die Kryptografie-Arbeitsgruppe könne dann an Einfluss verlieren.

Was genau Paterson damit meinte, ist unklar. Aber die Entscheidung der Kryptografie-Arbeitsgruppe wird von vielen anderen sehnlichst erwartet. Für SSH und OpenPGP, beides ebenfalls von der IETF standardisierte Protokolle, gibt es bereits inoffizielle Implementierungen von Algorithmen mit Curve25519 in OpenSSH und GnuPG. Der Wunsch nach neuen elliptischen Kurven kam ursprünglich von der TLS-Arbeitsgruppe. Möglicherweise hatten einige Marktteilnehmer intern angekündigt, bereits TLS-Implementierungen mit neuen elliptischen Kurven auszustatten, ohne auf die Entscheidung der Kryptografie-Arbeitsgruppe zu warten.

Alternative Kurven werden wohl bald Standard

Nach dem Einlenken von Microsoft dürfte jetzt einer Standardisierung von Curve25519 nichts mehr im Wege stehen, und vermutlich wird bald in einigen Protokollen der offizielle Support für diese elliptische Kurve implementiert. Daneben dürfte mit E-521 eine weitere elliptische Kurve für extrem hohe Sicherheitsanforderungen spezifiziert werden. Die Standardisierung wurde ursprünglich in die Wege geleitet, weil es einige Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der bisher meistverwendeten NIST-Kurven gab. Diese wurden von einem NSA-Mitarbeiter entwickelt und basieren auf nirgendwo näher erklärten Eingangsparametern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

George99 15. Dez 2014

LOL :)

pythoneer 15. Dez 2014

Nein, hat auch niemand behauptet.


Folgen Sie uns
       


Watch Dogs Legion - Raytracing im Vergleich

Wir zeigen die Auswirkungen von Raytracing-Spiegelungen im integrierten Benchmark von Watch Dogs Legion. Dort wie im Spiel reflektieren Wasserfläche, etwa Pfützen, sowie Glas und Metall - also Fenster oder Fahrzeuge - die Umgebung dynamisch in Echtzeit.

Watch Dogs Legion - Raytracing im Vergleich Video aufrufen
Gemanagte Netzwerke: Was eine Quasi-Virtualisierung von WANs und LANs bringt
Gemanagte Netzwerke
Was eine Quasi-Virtualisierung von WANs und LANs bringt

Cloud Managed LAN, Managed WAN Optimization, SD-WAN oder SD-LAN versprechen mehr Durchsatz, mehr Ausfallsicherheit oder weniger Datenstau.
Von Boris Mayer


    Smarte Lautsprecher im Vergleichstest: Amazon hat den Besten
    Smarte Lautsprecher im Vergleichstest
    Amazon hat den Besten

    Echo 4, Nest Audio, Echo Dot 4 oder Homepod Mini? Bei smarten Lautsprechern für maximal 100 Euro ist die Größe entscheidend.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Smarter Lautsprecher Google zeigt Nest Audio für 100 Euro
    2. Harman Kardon Portabler Lautsprecher mit Google Assistant und Airplay 2
    3. Smarter Lautsprecher Google bestätigt offiziell neuen Nest-Lautsprecher

    No One Lives Forever: Ein Retrogamer stirbt nie
    No One Lives Forever
    Ein Retrogamer stirbt nie

    Kompatibilitätsprobleme und schlimme Sprachausgabe - egal. Golem.de hat den 20 Jahre alten Shooter-Klassiker No One Lives Forever trotzdem neu gespielt.
    Von Benedikt Plass-Fleßenkämper

    1. Heimcomputer Retro Games plant Amiga-500-Nachbau
    2. Klassische Spielkonzepte Retro, brandneu
    3. Gaming-Handheld Analogue Pocket erscheint erst 2021

      •  /