Elizabeth Holmes: Geschworene beraten über Urteil im Theranos-Prozess

Der Prozess um Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes geht in die entscheidende Phase: Die Geschworenen entscheiden nun, ob Holmes Investoren betrogen hat.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Elizabeth Holmes auf dem Weg ins Gericht, ohne Rollkragenpulli
Elizabeth Holmes auf dem Weg ins Gericht, ohne Rollkragenpulli (Bild: Reuters)

Im Betrugsprozess gegen die einstige Vorzeigeunternehmerin Elizabeth Holmes beraten nun die Geschworenen über das Urteil. Der Gründerin des gescheiterten Bluttest-Start-ups Theranos wird vorgeworfen, Investoren gezielt hinters Licht geführt zu haben. Am 17. Dezember 2021 schlossen Anklage und Verteidigung im kalifornischen San Jose ihre Plädoyers nach rund dreimonatiger Verhandlung ab, am 20. Dezember 2021 sollen die Geschworenen ihre Beratungen über die Schuldfrage wieder aufnehmen.

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Das große Versprechen von Theranos war, Bluttests zu revolutionieren: Nur wenige Tropfen aus dem Finger sollten reichen, um auch umfangreiche Analysen durchzuführen, für die normalerweise mehrere Ampullen Blut notwendig sind. Das Unternehmen holte sich rund eine Milliarde US-Dollar bei Investoren; die Gesamtbewertung reichte dabei in Spitzenzeiten bis auf neun Milliarden US-Dollar, auch das Vermögen von Holmes war damit zumindest auf dem Papier mehrere Milliarden wert.

Die heute 37-Jährige wurde als Visionärin gefeiert und in Magazin-Artikeln mit Apple-Gründer Steve Jobs verglichen - was von ihrer Vorliebe für schwarze Rollkragen-Pullover noch unterstützt wurde. Zu den Unterstützern gehörten bekannte Persönlichkeiten wie die Clintons und der ehemalige US-amerikanische Außenminister George Shultz.

Theranos' Wundertest funktionierte nie so wie vermarktet

Unter anderem die Drogerie-Kette Walgreens stieg ein und gewährte Platz für Theranos-Bluttests in ihren Läden. Wie sich jedoch herausstellte, funktionierte die Theranos-Technologie nie ausreichend verlässlich. So wurden die Tests nicht auf eigenen Maschinen der Firma, sondern auf Labortechnik anderer Hersteller durchgeführt. Die Probleme wurden mit einer Serie von Enthüllungsberichten im Wall Street Journal bekannt, die Theranos zunächst mit Hilfe von Anwälten zu unterdrücken versuchte. Der Besitzer der Zeitung, Rupert Murdoch, war unter den Theranos-Investoren, die schließlich ihr Geld verloren. Er griff aber nicht in die Berichterstattung ein.

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Holmes sagte in dem Prozess aus, dass sie aufrichtig an die Technologie geglaubt habe, aber als Chefin nicht über alle Probleme informiert worden sei. Für eine Verurteilung müssten die Ankläger die Geschworenen überzeugen, dass Holmes bewusst Investoren falsch über die Theranos-Technologie informiert habe. Sie und ihre Anwälte bestritten dies.

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