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Elite Controller im Test: Nicht unbesiegbar, aber besser

Für PC-Spieler und Besitzer einer Xbox One bietet Microsoft seinen rund 150 Euro teuren Elite Controller an. Golem.de hat ihn ausprobiert – und sich fast vom ersten Moment an besser in Halo 5 geschlagen.
/ Peter Steinlechner
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Analogstick des Elite Controllers (Bild: Katja Höhne/Golem.de)
Analogstick des Elite Controllers Bild: Katja Höhne/Golem.de

Für 150 Euro kann man mit ein paar Freunden lecker essen gehen, tolle neue Turnschuhe kaufen – oder einen Sieg. Nämlich mit dem Elite Controller, der PC-Spieler und Besitzer einer Xbox One besser gegen das Böse kämpfen oder in Rennspielen schnellere Rundenzeiten herausholen lassen möchte. Das Gamepad von Microsoft ist als Ersatz für den Standardcontroller der Xbox One gedacht.

Xbox Elite Wireless Controller – Trailer (E3 2015)
Xbox Elite Wireless Controller – Trailer (E3 2015) (01:15)

Die Grundform des Elite Controllers entspricht dem normalen Eingabegerät. Wer mag, kann das gute Stück also einfach mit dem gewohnten Knopfdruck an seine Konsole koppeln oder am PC anschließen und sofort spielen. Dann hat man immerhin ein etwas angenehmeres Griffgefühl, weil der Elite aus einem sanft mattierten Kunststoff und an Teilen der Unterseite aus rutschfesterem Gummi besteht. Außerdem ist er etwas schwerer als der Standardcontroller.

Der eigentliche Clou sind allerdings die vier "Pedale" an der Unterseite. Die werden mit den Ring- und Mittelfingern bedient und sind aus ergonomischer Sicht extrem gut gestaltet. Sie liegen gut an, und auch der Druckpunkt ist präzise fühlbar. Diese Paddles ersetzen im Normalfall andere Tasten auf dem Gamepad, die umständlicher zu erreichen sind.

In Halo 5 können wir die Waffen mit einem winzigen Druck unseres Mittelfingers wechseln, statt etwas umständlicher die Y-Taste auf der Oberseite zu drücken und dabei den rechten Analogstick kurz loszulassen. Wir hatten dadurch in den heftigen Kämpfen gegen die Aliens spürbare Vorteile, etwa wenn uns wieder mal die Munition ausgegangen war und wir so rasch die Pistole ziehen konnten.

Ein kleiner Nachteil dabei ist, dass wir zwar mehr Aktionen gleichzeitig durchführen und mehr Finger simultan koordinieren können, uns dabei aber vor allem in der Eingewöhnungszeit auch stärker konzentrieren müssen. Etwas flapsig formuliert: Mit dem Elite Controller spielt es sich nicht entspannter, sondern minimal besser.

Die Tastenbelegung des Geräts können wir auf der Xbox One über eine gut gemachte, rund 170 MByte große App einstellen. Sie bietet vorgefertigte Profile für eine Reihe von Spielen an – neben Halo 5 unter anderem auch für das Rennspiel Forza 6, in dem wir mit den Paddles den Gang wechseln können. Wer die Pedale schnell mal deaktivieren möchte, etwa um Fehleingaben zu vermeiden, muss den kleinen Xbox-Koppelknopf am Controller übrigens zweimal schnell hintereinander drücken; auf gleiche Weise werden die Fingertasten dann auch wieder aktiviert.

Natürlich können wir auch eigene Profile entwerfen und dann zwei Konfigurationen im Speicher des Elite Controllers ablegen. Mit einem kleinen Schiebeschalter auf der Oberseite des Geräts stellen wir die gewünschte Tastenbelegung ein. Sogar die Sensitivität etwa der Analogsticks können wir verändern. Die Software soll es auch für Windows 10 geben, zum Testzeitpunkt lag sie aber noch nicht vor. Mit älteren Windows-Versionen funktioniert sie laut Microsoft ausdrücklich nicht.

Eingeschränkte Verfügbarkeit und das Fazit

Die Paddles lassen sich übrigens auch sehr einfach entfernen: einfach nach oben kippen und abziehen – im Normalzustand sitzen sie trotzdem bombenfest. Das gilt übrigens ähnlich für die weiteren Tasten und Sticks, die wir austauschen können. So lässt sich das Digitalkreuz gegen eine Art runde Diamantschale ersetzen – die wir tatsächlich wesentlich besser als das Original finden, weil sie größer und griffiger ist.

Auch die beiden Analogsticks können wir austauschen. Microsoft liefert beim Elite Controller eine etwas kleinere Variante sowie eine mit nach oben gebogener Rundung mit. Hier finden wir allerdings die Standardversion am besten. Die vier Tasten mit den Buchstaben können wir nicht verändern. Schade: Microsoft hat wohl aus optischen Gründen die Farbe weggelassen, was die Orientierung minimal verschlechtert.

Der Ersatz für das Digitalkreuz und die Analogsticks wird einfach aufgesteckt und dann magnetisch gehalten. Das klingt wackelig, ist es aber gar nicht – im Gegenteil, die Stifte sitzen ausgesprochen gut, das Ganze fühlt sich sehr wertig und sorgfältig verarbeitet an.

Eine weitere Besonderheit des Elite Controllers sind kleine grüne Schiebeschalter auf der Unterseite, mit denen wir den Hub der Trigger-Tasten verkürzen können, was schnellere Reaktionen ermöglichen soll. Wir finden die vorgegebene Einstellung allerdings besser.

Der Elite Controller befindet sich in einer solide wirkenden Stoffhülle mit Schaumstoff, in der auch Platz für die Ersatzsticks und für die Paddles vorgesehen ist. Er wird mit einem sehr guten Kabel für den Anschluss an den PC sowie mit einem Batterieset ausgeliefert. Die Schnittstellen sind die gleichen wie beim Standard-Gamepad, wobei der Elite bereits den neuen Kopfhörerausgang bietet.

Eigentlich sollte der Elite Controller(öffnet im neuen Fenster) seit ein paar Tagen regulär im Handel erhältlich sein, aber derzeit gibt es offenbar Lieferengpässe. In den USA ist er in einigen Geschäften tatsächlich verfügbar, hierzulande soll es nach aktuellem Stand am 4. November 2015 so weit sein. Der Preis liegt bei den genannten 150 Euro; PC-Spieler sollten übrigens gleich den rund 25 Euro teuren Wireless-Adapter dazubestellen, mit dem sie auch drahtlos am PC antreten können.

Fazit

Der Elite Controller verfolgt ein etwas anderes Konzept, als es Zubehör für anspruchsvolle Spieler und Profis sonst verfolgt: Es gibt keine aufwendigen Makros, keine in tagelanger Arbeit einstellbaren individuellen Reaktionszeiten. Stattdessen ist der Elite letztlich "nur" eine bessere Variante des Standard-Gamepads, plus die tollen Pedale natürlich.

Damit geht zwar etwas Potenzial verloren. Andererseits ist es angenehm, quasi nach wenigen Minuten startbereit zu sein und einfach ein kleines bisschen besser spielen zu können – und tatsächlich etwas mehr Spaß zu haben.

Der Preis prädestiniert den Elite Controller natürlich für Spieler, die sonst schon alles haben. Aber eines finden wir in diesem Zusammenhang gut: Der Elite ist nicht so viel besser, dass er den Standardcontroller im Vergleich billig wirken lässt. Selbst wer sich an das Luxusgerät gewöhnt hat, hat mit dem ganz gewöhnlichen Gamepad noch Spaß.


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