Elenion Technologies: Nokia übernimmt US-Experten für Siliziumphotonik
Nokia plant den Kauf von Elenion Technologies, einem Experten für Siliziumphotonik-Technologie. Das gab Nokia am 19. Februar 2020 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Elenion befindet sich in Privatbesitz und hat seinen Hauptsitz in New York und Niederlassungen in San José im US-Bundesstaat Kalifornien und in München. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Elenion Technologies hat unter 100 Beschäftigte.
Die Siliziumphotonik ermöglicht Datenraten in der Größenordnung von TBit/s. Es geht darum, automatisiert optische Komponenten auf den Siliziumhalbleitern zu platzieren und die optischen Verbindungen herzustellen. Dabei sind Toleranzen weit unter 50 Nanometer erforderlich. Positioniersysteme sollen mehrere Fasern oder Faser-Arrays in Sekundenschnelle justieren.
Sam Bucci, Leiter Optical Networking bei Nokia, sagte: "Elenion passt strategisch zu Nokia. Die Lösungen lassen sich in das Produktangebot von Nokia integrieren und adressieren mehrere wachstumsstarke Segmente, darunter 5G-, Cloud- und Rechenzentrumsnetzwerke."
Elenion entwickelt nach eigenen Angaben Siliziumphotonik für optische Schnittstellen mit kurzer Reichweite und hoher Leistung und hat ein Design-Toolset geschaffen, das den Herstellungsprozess vereinfachen soll. Die Elenion-Plattform soll die Integration in optische Chipsätze vereinfachen.
Das gilt als der nächste Schritt der Integration. Bisher werden sogenannte SFP für die Umwandlung von Licht zu elektrischen Signalen in Glasfasernetzen genutzt. Die Abkürzung SFP steht für Small Form-factor Pluggable. Die tiefere (proprietäre) Technologie hat sicherlich Vorteile wegen der Fertigung auf den existierenden Cmos-Produktlinien, erzeugt aber möglicherweise einen Lock-in-Effekt für Transmission und optisches Schalten.
Elenion wurde 2014 gegründet. Die geplante Transaktion wird voraussichtlich noch im ersten Quartal 2020 abgeschlossen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und üblicher Abschlussbedingungen.
Anders als der schwedische Konkurrent Ericsson ist Nokia wie Huawei und ZTE auch im Festnetzbereich als Ausrüster aktiv.
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