Abo
  • Services:
Anzeige
Sven Regeners Band Element of Crime
Sven Regeners Band Element of Crime (Bild: Wikipedia/Moneo (CC BY-SA 2.5))

Element of Crime: Rockmusiker Sven Regener rechnet mit Piratenpartei ab

Sven Regeners Band Element of Crime
Sven Regeners Band Element of Crime (Bild: Wikipedia/Moneo (CC BY-SA 2.5))

Sven Regener ("Element of Crime") hat in einem Hörfunkinterview eine atemlose Wutrede gehalten. Er wettert gegen Kostenloskultur, Raubkopiererei und Youtube-Deppen und schimpft über die Verlogenheit der Piratenpartei.

In dem fünfminütigen Interviewausschnitt, den der Bayerische Rundfunk ins Netz gestellt hat, bricht der erfolgreiche Musiker (Element of Crime) und Bestsellerautor Sven Regener ("Herr Lehmann", "Neue Vahr Süd") eine Lanze für das Urheberrecht - und wehrt sich gegen einen Zeitgeist, der Urhebern ihre Rechte abspricht und für die Leistung von Musikern nicht bezahlen möchte. Wenn Musiker auf ihren Rechten beharrten, werde auf ihnen herumgetrampelt. "Man pinkelt uns ins Gesicht", schimpft Regener.

Anzeige

Er mache Verträge mit Plattenfirmen, "weil wir sonst unsere Musik nicht machen können". Es werde aber so getan, "als machten wir Kunst als exzentrisches Hobby". Die Urheberrechtsverweigerer würden damit aber zum Ausdruck bringen: "Euer Kram ist nichts wert, und wir scheißen darauf, was Du willst oder nicht." Regener: "Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert."

Rock'n'Roll-Musiker würden "jede Mark, die wir bekommen, selber verdienen", sagt Regener, "alles andere ist Subventionstheater, alles andere ist Straßenmusik. Aber ich möchte kein Straßenmusiker sein." Für Musik zu bezahlen sei eine Frage des Respekts und des Anstands. "So wie es eine Frage des Anstands und Respekts ist, nichts im Supermarkt zu klauen, selbst wenn man wüsste, dass man nicht erwischt würde."

Man gelte als uncool, wenn man auf dem Urheberrecht beharre, sagt Regener. "Und das Letzte, was man als Rockmusiker gebrauchen kann, ist, als uncool zu gelten." Also, sagt Regener, "halten alle schön die Schnauze und schauen weiter zu, wie alles den Bach runter geht". Längst seien die kleinen, unabhängigen Platten-Labels "alle tot".

Regener rechnet auch mit der Videoplattform Youtube und dessen Mutter Google ab, einem "milliardenschweren Konzern", der nicht bereit sei, den Künstlern etwas zu bezahlen. Weder Google noch Youtube "haben uns irgendetwas zu bieten - außer, was andere Leute geschaffen haben". Die großen Internetkonzerne seien als Lobbygruppe viel stärker als die Plattenindustrie, und wenn Künstler sich verweigerten und ihre Videos nicht zur Verfügung stellten, brächten die Konzerne "als Hilfstruppen dann die ganzen Deppen mit, die jammern: 'Warum kann ich denn das Video nicht auf Youtube gucken?'"

Weil sich Regener gerade so schön in Rage geredet hat, bekommt auch die Piratenpartei gleich einen Hieb ab. "Der örtliche Chef hier von der Piratenpartei, der hat eine Firma, die machen Apps fürs iPhone - das ist ein geschlossenes System, das ist hundert Prozent Copyright, mit Anwälten, mit allem Drum und Dran." Und solche Typen sprächen dann von Freiheit im Internet, echauffiert sich Regener. Die "ganze Verlogenheit" sei ihm "höchstgradig unangenehm".

Im Internet verbreitet sich Regeners Rede gerade rasant. In den sozialen Netzwerken wird der Link zu der Audioaufnahme vielfach geteilt und kommentiert. "Nehmt das, ihr verdammten Piraten und Anti-Acta-Bewegten", kommentiert ein Facebook-Nutzer süffisant. Regeners wütende Worte dürften auch in den kommenden Tagen noch Reaktionen hervorrufen. Sein "Instant-Pamphlet" (Bayerischer Rundfunk) hat sogar das Zeug, eine grundsätzliche Debatte über das Thema Urheberrecht anzustoßen.

Schließlich ist er nicht irgendwer, sondern einer der bekanntesten deutschen Indie-Musiker mit einer großen und treuen Fangemeinde. Erste Gelegenheit für eine Diskussion hätten die Angesprochenen schon dieses Wochenende. Da versammelt sich die nordrhein-westfälische Piratenpartei zu ihrem Landesparteitag in Münster. Mal sehen, wie Regeners Wutrede dort aufgenommen wird.

Nachtrag vom 23. März 2012, 10:05 Uhr

Christopher Lauer von der Piratenpartei hat die Vorwürfe von Regener zurückgewiesen. Die Plattenfirmen hätten die Chance verpasst, Plattformen für Youtube aufzubauen, und verweist darauf, dass sich mit dem Internet die Spielregeln verändert hätten. Es sei nicht sinnvoll, Menschen, die Künstlern Geld zukommen lassen wollen, zu kriminalisieren.


eye home zur Startseite
der_wahre_hannes 30. Mär 2012

Ich weiß ich bin spät dran, aber wenn der Song im Radio läuft, dann erhält der Künstler...

Anonymer Nutzer 28. Mär 2012

herr Regener sagt auch, dass musikvideos totaler blödsinn sind und komplett unnötig...

DarioBerlin 28. Mär 2012

Sehe ich genau so. Musik abseits des Mainstreams machen und sich dann beschweren, weil er...

Trollfeeder 27. Mär 2012

..und beim nächsten Einkauf. Die Werbekosten tauchen sicher in jeder Kalkulation auf...

Trollfeeder 27. Mär 2012

Der letzte coole Rockstar ist mit Sid Vicious gestorben.^^


Telemedicus / 25. Mär 2012



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Ratbacher GmbH, Köln
  2. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  3. posterXXL GmbH, Kirchheim-Heimstetten
  4. dSPACE GmbH, Paderborn


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals
  2. 24,04€

Folgen Sie uns
       


  1. Liberty Global

    Giga-Standard Docsis 3.1 kommt im ersten Quartal 2018

  2. Apache-Sicherheitslücke

    Optionsbleed bereits 2014 entdeckt und übersehen

  3. Tianhe-2A

    Zweitschnellster Supercomputer wird doppelt so flott

  4. Autonomes Fahren

    Japan testet fahrerlosen Bus auf dem Land

  5. Liberty Global

    Unitymedia-Mutterkonzern hat Probleme mit Amazon

  6. 18 Milliarden Dollar

    Finanzinvestor Bain übernimmt Toshibas Speichergeschäft

  7. Bundestagswahl

    Innenminister sieht bislang keine Einmischung Russlands

  8. Itchy Nose

    Die Nasensteuerung fürs Smartphone

  9. Apple

    Swift 4 erleichtert Umgang mit Strings und Collections

  10. Redundanz

    AEG stellt Online-USV für den 19-Zoll-Serverschrank vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Inspiron 5675 im Test: Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
Inspiron 5675 im Test
Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020
  1. Android 8.0 im Test Fertig oder nicht fertig, das ist hier die Frage
  2. Logitech Powerplay im Test Die niemals leere Funk-Maus
  3. Polar vs. Fitbit Duell der Schlafexperten

Energieversorgung: Windparks sind schlechter gesichert als E-Mail-Konten
Energieversorgung
Windparks sind schlechter gesichert als E-Mail-Konten
  1. Apache Struts Monate alte Sicherheitslücke führte zu Equifax-Hack
  2. Kreditrating Equifax' Krisenreaktion ist ein Desaster
  3. Best Buy US-Handelskette verbannt Kaspersky-Software aus Regalen

Anki Cozmo im Test: Katze gegen Roboter
Anki Cozmo im Test
Katze gegen Roboter
  1. Die Woche im Video Apple, Autos und ein grinsender Affe
  2. Anki Cozmo ausprobiert Niedlicher Programmieren lernen und spielen

  1. Re: Ein Beitrag voller Grenzfälle

    as (Golem.de) | 00:50

  2. Re: Funktioniert Netflix denn mittlerweile bei UM?

    Xiut | 00:46

  3. Re: von denen sechs sitzen können

    Patman | 00:44

  4. Re: Ganz klare Hinweise auf den Russischen...

    kelzinc | 00:36

  5. Hinweis zu Android Apps

    bbhermann | 00:11


  1. 18:10

  2. 17:45

  3. 17:17

  4. 16:47

  5. 16:32

  6. 16:22

  7. 16:16

  8. 14:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel