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Die beste Retrokonsole haben Spieler bereits

Flohmärkte, Ebay, unvermittelte Dachbodenfunde im Freundeskreis - all das gab es schon, als die Zukunft mit der Verbreitung des Internets wirklich begann. Aber eine Überkonsole, um alle Kindheitshits erneut zu spielen, das war der Traum seit der Mitte der 90er Jahre. Der PC.

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Millionen von Farben, hardwarebeschleunigte Grafik und Prozessoren, die jegliche Grenzen der Vorstellungskraft sprengten, ermöglichten erstmals die realitätsgetreue Emulation alter Spielkonsolen. Hinzu kam, dass ein Abbild des Moduls oft nur wenige Hundert Kilobyte groß war: perfekt für die schmale Bandbreite damals. SID-Tracks statt .mp3s!

Springen wir ins Jahr 2019, dann lässt sich so ziemlich jede Konsole bis zum Gamecube und der PS2 selbst auf Bürorechnern emulieren. Der Download des Original-ROMs von Super Mario Bros. auf dem NES dauert wesentlich kürzer als das Entpacken der .zip-Datei und die Installation eines Emulators. Einen passenden Controller hat sicherlich jede Spielerin und jeder Spieler irgendwo herumzuliegen, die Anpassung im Emulator ist meist intuitiv. Aber es gibt inzwischen noch andere, ganz legale Wege, um die alten Pixel auf moderne Bildschirme zu bringen: Nintendo, Sony, Microsoft und Sega bieten große Teile ihres Retrokataloges auf ihren aktuellen Konsolen zum Download an. Auf dem PC geht das über Steam oder GOG.

Warum dann also eine Minikonsole kaufen? Die Frage sollte viel eher lauten: Warum dann also eine Minikonsole herstellen und verkaufen?

Software vs. Hardware

Die Antwort ist aus Herstellersicht einfach: weil die Gewinnmarge höher ist. Wer wie Nintendo ohnehin vom Recycling der alten Spiele über Generationen von Spielkonsolen hinweg profitiert, kann noch einige Käufer mehr gewinnen, wenn er die Klassiker niedrigschwellig mit Hardware verbindet. So werden Käufer gewonnen, die keine aktuelle Konsole besitzen und die Hardcore-Fans schlagen bei den potenziellen Sammlerobjekten ebenfalls zu. Dabei ist diese Hardware für die Hersteller heute für Centbeträge zu kaufen und selbst die Entwicklungskosten sind dank Open-Source-Emulatoren überschaubar. Es muss keine Plattform aufwendig gewartet werden und es fallen keine Folgekosten durch Updates an. What you see is what you get.

Am Ende verlieren alle, außer die Hersteller. Die Emulatorenszene wird weiter ins Zwielicht gerückt, denn schließlich gibt es ja jetzt "legale Alternativen" - so schlecht sie auch sein mögen - und die Konsumenten geben mehr Geld aus als nötig, um ein paar Minuten ihrer Kindheit zurückzubekommen. Am schwerwiegendsten für mich ist aber der Umweltaspekt.

Warum all dieser unnötige Elektroschrott im Jahr 2019? Klar gab es überflüssige Spielzeuge mit Chips und Plastik schon immer - hier sei nur an Furby erinnert -, aber die waren wenigstens nicht rein durch Software ersetzbar. Die Minikonsolen sind es. Die so verbaute Hardware hätte zu Zeiten des Originalspiels jeglichen PC verblassen lassen und wäre auch heute noch zu wesentlich produktiveren Zwecken einsetzbar, wenn die Hersteller sie nicht künstlich beschränkten. Die Qualität der Emulation ist bestenfalls mittelmäßig und schlimmstenfalls abschreckend. Wer eine Wegwerfkonsole verschenkt, sollte sich überlegen, ob man nicht durch gemeinsames Basteln einer Raspberry-Pi-Gaming-Station und die individuelle Auswahl der Spiele mehr gewinnt als durch den Kauf eines solchen Geräts. Der Pi lässt sich später für allerlei andere Aufgaben umnutzen und kann zum Beispiel zu einem Mediacenter erweitert werden. Wem das zu kompliziert ist, der kann immer noch auf die reiche Retrospiele-Bibliothek seiner Switch, PS4 oder Xbox One zurückgreifen - hier sind nahezu alle Titel, die es auf den Minikonsolen vorinstalliert gibt, erhältlich.

Ich plädiere für ein Modell, wie es GOG schon seit Jahren vorbildhaft anbietet: alte Spiele mit einem Wrapper, der es möglich macht, auf jedem modernen PC in die Vergangenheit abzutauchen. Der Emulator ist für Spielerin und Spieler praktisch unsichtbar und verrichtet sein Werk im Hintergrund. Die Preise sind angemessen und es gibt keinerlei Bindung an einzelne Geräte oder gar DRM. So wie es gerade aussieht, bleibt aber nur eine Bitte: Liebe Retrogamer, spielt mehr alte Spiele auf modernen Plattformen - und verschenkt Gutscheine statt Minikonsolen.

Post Scriptum: Ich möchte positiv erwähnen, dass die meisten Hersteller der Minkonsolen wenigstens darauf verzichten, Micro-USB-Netzteile beizulegen. Das ist aber auch schon alles.

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 Elektroschrott: Kauft keine kleinen Konsolen!
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clel 05. Jan 2020 / Themenstart

Doch, ich habe das Thema abonniert. Danke für die Antwort, hatte mir schon fast gedacht...

derKlaus 14. Dez 2019 / Themenstart

Die Ergänzungen beim Mini Mega Drive sind nur Kunststoff. Da fällt kein Elektroschrott...

nachgefragt 09. Dez 2019 / Themenstart

Ich habe den Artikel gar nicht ergoogelt ;-D

Kretikus 08. Dez 2019 / Themenstart

Hallo, Dieses Jahr vermisse ich die Retrovideos der Spieleklassiker. Wird es dieses Jahr...

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