Elektroroller von Yamaha im Test: Kleiner Neo's für recht großen Preis

Der Elektroroller Neo's von Yamaha passt perfekt in die Stadt. Aber er ist im Preis und in der Technik Wettbewerbern unterlegen.

Ein Test von Peter Ilg veröffentlicht am
Der Yamaha Neo's passt perfekt in die Stadt.
Der Yamaha Neo's passt perfekt in die Stadt. (Bild: Yamaha)

Yamaha ist der erste etablierte Zweiradhersteller aus Japan, der ab diesem Sommer in Europa einen Elektroroller anbietet. Das ist reichlich spät, denn seit Jahren rollern elektrische Scooter der chinesischen Marke Niu (g+) oder von Deutschlands Kumpan (g+) und Italiens Vespa über unsere Straßen.

Inhalt:
  1. Elektroroller von Yamaha im Test: Kleiner Neo's für recht großen Preis
  2. Der Neo's ist hübsch, leicht, hat aber keinen starken Akku

Den Anfang macht Yamaha mit dem Neo's, einem E-Scooter der 50-ccm-Klasse. Solche Roller dürfen mit dem Führerschein für Kleinkrafträder ab 15 Jahren oder dem Autoführerschein gefahren werden. Später folgt ein Elektroroller mit der Leistung eines 125-ccm-Verbrenners.

Dass sich Yamaha mit Elektrorollern aus Europa so lange fernhielt, verwundert, zumal die Firma mit den drei gekreuzten Stimmgabeln als Logo schon früh Kompetenzen in der Elektromobilität aufbaute. In den frühen 1990er Jahren wurde das erste Elektrofahrrad in Serie produziert und in den folgenden drei Jahrzehnten etwa sieben Millionen Mal gebaut.

Extrem leiser Antrieb

Heute haben E-Bikes häufig eine Antriebstechnik von Yamaha. Schon 1991 stellten die Japaner mit dem Modell Frog ihren ersten Elektroroller vor und haben im Laufe der Jahre mehrere Modelle in verschiedenen asiatischen Ländern auf den Markt gebracht.

Stellenmarkt
  1. Geodatenmanager / Geodatenmanagerin und Administrator / Administratorin (m/w/d) im Bereich ... (m/w/d)
    Stadt Kempten (Allgäu), Kempten (Allgäu)
  2. Teamleiter SAP Sales & Service (m/w/x) - SAP SD/CS Teamleitung
    über duerenhoff GmbH, Raum Köln
Detailsuche

Ende der 1990er Jahre kam der erste Neo's, mit knatterndem und stinkendem 50-ccm-Zweitaktmotor. Sein Nachfolger mit demselben Namen fährt emissionsfrei und das extrem leise. Von seinem Motor ist fast nichts zu hören. Manchmal wünscht man sich wenigstens ein wenig Krach, weil einen weder Mensch noch Tier hören. Mit diesem Roller kann man beim Fahren schleichen.

Hohes Drehmoment vom Start weg

Der Motor sitzt völlig gekapselt im Hinterrad und treibt das Fahrzeug direkt an der Radnabe an. Ohne Kette, Riemen und Getriebe. Deshalb gibt es keine mechanischen Geräusche. Der Rollwiderstand der Räder ist mit zunehmender Geschwindigkeit zu hören. Aber auch dieses Geräusch ist nur minimal, weil der Neo's mit maximal 45 km/h nicht wirklich schnell fährt.

  • Der Neo's von Yamaha ist der erste Elektroroller des japanischen Herstellers. (Foto: Yamaha)
  • Mit einer Leistung von 2,5 kW fährt der Neo's in der 50-ccm-Klasse. (Foto: Yamaha)
  • Die Zwilllingsleuchten sind eine Reminiszenz an den knatternden Vorgänger aus den 1990er Jahren. (Foto: Yamaha)
  • Kleine Räder für maximale Wendigkeit, tiefer Durchstieg für die Beine, rahmenhohe Verkleidung als Schutz vor schlechtem Wetter  (Foto: Yamaha)
  • Der Motor sitzt völlig gekapselt im Hinterrad und treibt das Fahrzeug direkt an der Radnabe an. (Foto: Yamaha)
  • Der tragbare Akku hat eine Kapazität von 1 kWh. (Foto: Yamaha)
  • In den Stauraum unter der Sitzbank passt noch ein zweiter Akku. (Foto: Yamaha)
  • Der Testroller verbraucht knapp 4 kWh Strom auf 100 Kilometer. (Foto: Yamaha)
  • Der eigentlich überflüssige Mode-Schalter sitzt rechts, außerdem einer mit der Funktion Run. (Foto: Yamaha)
  • Zur Bedienung dieser Funktionen kann der Schlüssel in der Tasche bleiben, das System funktioniert schlüssellos. (Foto: Yamaha)
  • Über die kostenlose Myride-App von Yamaha lässt sich das Bordsystem mit dem Smartphone koppeln. (Foto: Yamaha)
Der Neo's von Yamaha ist der erste Elektroroller des japanischen Herstellers. (Foto: Yamaha)

Der Motor leistet 2,5 kW und hat ein beachtliches Drehmoment von 136 Nm schon bei 50 Umdrehungen pro Minute. Zum Vergleich: Das Supersportmotorrad von Yamaha, die R1 mit Vierzylinder-Verbrennermotor, hat ein Drehmoment von 113,3 Nm bei 11.500 U/min und eine Leistung von 141 kW (200 PS).

Sehr angenehmes Anfahren

Bauartbedingt steht bei Elektromotoren das maximale Drehmoment schon bei wenigen Umdrehungen bereit. Bei niedrigen Drehzahlen wirkt das Drehmoment, bei hohen Drehzahlen wirkt die Leistung.

Trotz des hohen Drehmoments geht der Neo's nicht los wie eine Rakete, dafür mangelt es an Leistung. Den Entwicklern von Yamaha ist es gelungen, die Steuerung so anzupassen, dass der Elektromotor seine Leistung sanft zur Entfaltung bringt. Es gibt kein Aufbäumen, kein Lospreschen und keine ruckartige Beschleunigung. Der Antrieb erfolgt harmonisch. Das ist bei Elektromotoren nicht selbstverständlich.

Der Neo's hat zwei Fahrmodi. Im Eco-Modus ist die Höchstgeschwindigkeit auf 35 km/h beschränkt. Das bringt zwar einige Kilometer mehr an Reichweite, ist aber nicht zu empfehlen, weil der Roller dann zu langsam ist, um im städtischen Verkehr bei 50 km/h mitzuschwimmen. Im Standardmodus verpasst der E-Scooter diese Marke nur ganz knapp und pendelt im Test laut Tacho zwischen 47 und 49 km/h hin und her - je nachdem, ob es eben oder bergauf geht. Bergab rennt der Roller auch mal bis zu 65 km/h, wenn der Stromzug ganz geschlossen ist.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Der Neo's ist hübsch, leicht, hat aber keinen starken Akku 
  1. 1
  2. 2
  3.  


VirusBlackBox 07. Aug 2022 / Themenstart

Und du stempelst ständig? Verzeih mir die Frage... aber warum?

ul mi 06. Aug 2022 / Themenstart

Das klingt so, als wäre das erst ganz spät in der Entwicklung drangeklatscht worden, weil...

gumnade 05. Aug 2022 / Themenstart

In Deutschland seit dem 28.7.2021, davor gab es Modellversuche in verschiedenen Ländern...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elon Musk und Manchester United
Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche

Wenn Musk twittert, zittern die Anleger und nun auch Fußball-Fans. Wie sich der Milliardär endgültig ins Abseits bewegt und wie die Öffentlichkeit damit umgehen sollte.
Ein IMHO von Lennart Mühlenmeier

Elon Musk und Manchester United: Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche
Artikel
  1. Anti-Scalper: Amazon verkauft Playstation 5 nur noch mit Einladung
    Anti-Scalper
    Amazon verkauft Playstation 5 nur noch mit Einladung

    Prime ist nicht mehr nötig, aber dafür eine Einladung: Wegen anhaltender Lieferengpässe hat Amazon den Bestellvorgang bei der PS5 geändert.

  2. EDV-Weiterbildung für (Quer-) Einsteiger
     
    EDV-Weiterbildung für (Quer-) Einsteiger

    Wer seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt (weiter) verbessern möchte, für den sind bessere EDV-Kenntnisse unverzichtbar. Wir stellen drei aktuelle Kurse vor, die dabei helfen.
    Sponsored Post von Golem Karrierewelt

  3. Post-Quanten-Kryptografie: Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer
    Post-Quanten-Kryptografie
    Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer

    Die US-Behörde NIST standardisiert neue Public-Key-Algorithmen - um vor zukünftigen Quantencomputern sicher zu sein.
    Eine Analyse von Hanno Böck

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar bei Amazon & Co. • MSI Geburtstags-Rabatte • Neuer Saturn-Flyer • Game of Thrones reduziert • MindStar (MSI RTX 3070 599€) • Günstig wie nie: MSI 32" WHD 175 Hz 549€, Zotac RTX 3080 12GB 829€, Samsung SSD 1TB/2TB (PS5) 111€/199,99€ • Bester 2.000€-Gaming-PC[Werbung]
    •  /