Elektrophobie: Zukunftsverweigerung oder was ich als E-Autofahrer erlebte

Beschimpfungen als "Öko-Idiot" oder der Mittelfinger auf der Autobahn: Als Elektroauto-Fahrer macht man einiges mit - aber nicht mit dem Auto selbst.

Ein Erfahrungsbericht von Matthias Horx/www.horx.com veröffentlicht am
Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx ist ein überzeugter Elektroautofahrer.
Der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx ist ein überzeugter Elektroautofahrer. (Bild: Klaus Vyhnalek)

In diesem Corona-Sommer bin ich mit meiner irischen Frau Oona von Wien nach Irland gefahren. 6.000 Kilometer insgesamt, über Frankreich mit der Fähre nach Dublin und wieder zurück. Unser Elektroauto war unglaublich komfortabel, fuhr mit einer Ladung mehr als 400 Kilometer weit und war an den Superchargern, die alle 150 Kilometer an den europäischen Autobahnen stehen, in 25 Minuten, also für einen Tee mit Brioche, wieder aufgeladen. In Irland hatten wir die Chipkarte eines E-Ladenetzes, die einwandfrei funktionierte. Zwischendurch luden wir sogar am Stromanschluss unserer Ferienhütte - über Nacht war der Tesla wieder voll.

Inhalt:
  1. Elektrophobie: Zukunftsverweigerung oder was ich als E-Autofahrer erlebte
  2. Böse Mails von Unbekannten
  3. Zynisch-abwertender Ton in den Medien
  4. Ich war früher nicht anders
  5. Die 10 E-Auto-Irrtümer-Revisionen

Das Universum ist voller Elektronen. Wenn man will, kann man sich mit ihnen durch die Welt bewegen und deutlich weniger CO2 produzieren.

Wenn man will.

Vom Think zum Model X

Seit nunmehr zehn Jahren fahren wir Elektroautos. Erst aus Neugier und weil Zukunftsforscher eben neue Technologien ausprobieren müssen. Heute aus Überzeugung und Begeisterung - und fast ausschließlich.

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Das erste E-Gefährt war ein Think, eine kleine Zweisitzer-Plastik-Knutschkugel aus Norwegen. Ein surrendes Gerät, knapp 100 Kilometer Reichweite, keine Klimaanlage, aber immerhin ein Scheibenwischer. Die Firma ging schnell in Konkurs. Es folge ein Miev von Mitsubishi, der aussah wie ein gequetschter Golf Caddy. Dann kam ein früher Zoe, der aus dem Armaturenbrett duftete, ein Stadtauto, das Renault primär als Zweitauto für Frauen konstruiert hatte. Ich stieg trotzig auf einen Ampera um (Opel/General Motors), der beeindruckend stylisch aussah und wohl als eine Art Alibi-Auto gebaut worden war, damit Filmstars beim Vorfahren auf der Oscar-Verleihung ihre "grüne" Gesinnung demonstrieren konnten. Ein tolles Auto, aber letztlich ein getarnter Benziner.

Bis dorthin war unser Verhältnis zu den Nachbarn und zum Rest der Autofahrerwelt ein friedliches. Man belächelte uns als Future Freaks, die mit seltsamen Gefährten durch die Gegend surrten. Das bewies ja: Es geht nicht! E-Autos sind etwas für Spaßbremsen und Ökofanatiker.

Das änderte sich - ein wenig - als im Jahr 2014 der i3 auf dem Markt kam, BMWs erster (aber halbherziger) Versuch, in eine echte neue Automobilkonzeption einzusteigen. In den Autozeitschriften wurde allerdings immer der i8 gefeiert, ein klassischer Macho-Bolide, der so viel Kohlenwasserstoffe zersägte wie ein Porsche. Aber der i3 war etwas Neues, weil er als Urban-Auto einige wirklich neue Features aufwies. Etwa einen extrem kleinen Wendekreis und eine Inneneinrichtung aus Cradle-to-Cradle-Materialien, in der unter anderem Eukalyptus und Hanfstoffe verarbeitet waren (von meinem Freund und Cradle-Guru Michael Braungart mitdesignt).

Zwei Jahre später leisteten wir uns einen Tesla, das schöne Raumschiff mit den Flügeltüren, als Firmen- und Familienauto.

Und dann wurde plötzlich alles anders.

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Böse Mails von Unbekannten 
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tovi 29. Okt 2020

Ich denke es werden weniger als 20% sein, da auf der anderen Seite viel an Energiebedarf...

tovi 29. Okt 2020

Warum halten alle Leute Wasserstoff für das Non-plus-ultra. Wasserstoff wird BEV nicht...

JackIsBlackV8 25. Sep 2020

Ja, da kann man von ausgehen. Trotzdem lässt sich dadurch nicht auf Fahrverhalten oder...

PanicMan 24. Sep 2020

Ein Bekannter von einem Freund... Ja, schon klar, solche Geschichten gibt es zur...



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