Elektronisches Rezept: Testregion Westfalen-Lippe hält an Pilotprojekt fest

Westfalen-Lippe will das E-Rezept auch ohne Mailversand testen. Die Ärztevereinigung hofft auf eine technische Lösung über die Gesundheitskarte.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Patienten sollen Medikamente künftig per E-Rezept erhalten können.
Patienten sollen Medikamente künftig per E-Rezept erhalten können. (Bild: Pixabay)

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hält an ihren Plänen zur Einführung des elektronischen Rezepts zum 1. September fest. Zum Start der Rollout-Phase sollen dann zunächst rund 250 Praxen die neue Technik nutzen, teilte die Vereinigung am 23. August 2022 mit. "Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass es bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens besser ist, auf dem Fahrersitz zu sitzen und den Kurs mitzubestimmen - damit wir möglichst unfallfrei durch diese Entwicklung kommen", sagte KVWL-Vorstand Thomas Müller.

Stellenmarkt
  1. Embedded Linux-Programmierer (m/w/d) Entwicklung
    wenglor MEL GmbH, Eching
  2. Scientific IT Gruppenleitung (m/w/d)
    Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut EMI, Freiburg
Detailsuche

Die KVWL reagierte damit auf die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), die sich am Vortag vorläufig aus der Einführung des E-Rezepts zurückgezogen hatte. Ursprünglich sollte das Pilotprojekt am 1. September gleichzeitig in Westfalen-Lippe und in Schleswig-Holstein starten.

Datamatrix-Code per Smartphone

Beim E-Rezept erhalten Versicherte einen maschinenlesbaren Datamatrix-Code, vergleichbar einem QR-Code, auf ihr Smartphone. Mit diesem Code lässt sich das gewünschte Medikament von der Apotheke beziehen. Wer die dafür nötige App nicht hat oder kein Smartphone benutzt, bekommt den Code ausgedruckt auf einem Zettel.

Die KVSH begründete ihren Ausstieg damit, dass eine mailbasierte Umsetzung des E-Rezepts aus Datenschutzgründen untersagt sei. Damit sei der für Patienten praktikabelste Weg versperrt. Digitale Lösungen, die Praxen und Patienten gleichermaßen nutzten, seien momentan nicht umsetzbar.

Golem Karrierewelt
  1. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    23.-25.01.2023, Virtuell
  2. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    08./09.11.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hält eine digitale Lösung zur Übertragung des E-Rezepts für unentbehrlich, hofft im Gegensatz zur KVSH aber auf eine schnelle Lösung der Probleme. Die KVWL erwarte von der für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zuständigen halbstaatlichen Firma Gematik, dem Bundesgesundheitsministerium und den Apothekenverwaltungssystem-Herstellern, dass das E-Rezept spätestens in drei Monaten mit der elektronischen Gesundheitskarte übertragen und eingelöst werden könne. "Das ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Einführung des E-Rezepts und nicht verhandelbar", sagte Müller.

Einführung bereits verschoben

Das E-Rezept sollte ursprünglich schon zum Jahreswechsel 2021/2022 bundesweit eingeführt werden. Das Bundesgesundheitsministerium verschob jedoch die Einführung, weil die erforderlichen technischen Systeme noch nicht flächendeckend zur Verfügung standen. Auch nach Einführung des E-Rezepts können Patienten weiterhin einen Ausdruck des Rezepts in Form eines QR-Codes erhalten. Seit dem 1. Juli 2021 ist dazu eine entsprechende App in den Appstores von Apple, Google und Huawei verfügbar. Über die App ist es zudem möglich, direkt eine Versandapotheke aufzurufen.

Für die eigentliche Nutzung des E-Rezepts ist die neueste Version der elektronischen Gesundheitskarte mit NFC-Schnittstelle und dazugehöriger PIN erforderlich. Das ist laut Gematik Voraussetzung, um die E-Rezept-App in vollem Umfang nutzen zu können. Die App setzt zudem Android 7 sowie iOS 14 voraus.

Ohne Anmeldung mit einer NFC-fähigen Gesundheitskarte kann man mit der App zumindest Rezeptcodes scannen und in der Apotheke vorzeigen. Es ist laut Gematik jedoch nicht möglich, die Inhalte eines E-Rezepts einzusehen oder über die App mit einer Apotheke zu kommunizieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Superbase V
Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt

Vor dem Verkaufsstart über die eigene Webseite verkauft Zendure seine Superbase V über Kickstarter - mit teilweise fast 50 Prozent Rabatt.

Superbase V: Zendures Solarstation mit 6.400 Wh kommt mit hohem Rabatt
Artikel
  1. Tesla Optimus: Elon Musk zeigt Roboter-Prototyp
    Tesla Optimus
    Elon Musk zeigt Roboter-Prototyp

    Roboter könnten für Tesla aus Sicht von Elon Musk bedeutender werden als Elektroautos. Der Konzern zeigte seinen ersten Roboter-Prototypen.

  2. Microsofts E-Mail: Modern Auth in Exchange macht Admins Arbeit
    Microsofts E-Mail
    Modern Auth in Exchange macht Admins Arbeit

    Ab dem 1. Oktober 2022 müssen Exchange-Clients zwingend Microsofts moderne Authentifizierung nutzen. Das bedeutet Mehrarbeit.
    Eine Analyse von Oliver Nickel

  3. Google: Nutzer fordern Bluetooth-Freigabe für Stadia-Controller
    Google
    Nutzer fordern Bluetooth-Freigabe für Stadia-Controller

    Mit der Einstellung von Stadia können auch Tausende der speziellen Controller ohne ein Update nicht mehr drahtlos genutzt werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. LC-Power LC-M27-QHD-240-C-K 389€) und Damn-Deals (u. a. Kingston A400 240/480 GB 17,50€/32€, NZXT Kraken X73 139€) • Alternate: Weekend Sale • Razer Strider XXL 33,90€ • JBL Live Pro+ 49€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000 Radeon Edition 2.500€ • LG OLED65CS9LA 1.699€ [Werbung]
    •  /