Elektronische Patientenakte: Lauterbach will ePA auf freiwilliger Basis ausdehnen

Nach dem Test der neuen elektronischen Patientenakte (ePA) in drei Regionen rückt eine weitere Ausdehnung näher. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte am 8. April 2025 auf der Fachmesse DMEA in Berlin, er gehe davon aus, "dass wir in den kommenden Wochen in eine Hochlaufphase außerhalb der Modellregionen eintreten können" . Dann komme eine nächste, breiter aufgesetzte Stufe der Testung. Für Arztpraxen solle es zunächst freiwillig sein. Sanktionen für eine fehlende Befüllung der ePA würden erst später greifen.
Seit dem Start am 15. Januar 2025 bekamen 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten in ganz Deutschland eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt. Das Zusammenspiel mit Praxen und Kliniken wird zunächst nur in drei Regionen getestet. In Hamburg mit Umland, in Franken und in Teilen Nordrhein-Westfalens startete am 15. Januar 2025 eine Pilotphase. Rund 300 Einrichtungen probieren die ePA dort im Alltag aus. Ein Widerspruch gegen die Nutzung der ePA ist jederzeit möglich .
Minister zufrieden mit Testverlauf
Das Ministerium hatte angekündigt, dass zu Beginn des zweiten Quartals der bundesweite Roll-out beginnen soll – von April bis Ende Juni. Lauterbach sagte auf Anfrage: "Die Testphase wird derzeit ausgewertet, aber nicht verlängert." Der deutschlandweite Roll-out stehe unmittelbar bevor. Ursprünglich sollte die ePA für alle am 15. Februar 2025 starten.
Der Minister äußerte sich auf der Messe zufrieden mit dem Verlauf der Tests. In den Modellregionen würden etwa 280.000 ePAs pro Woche geöffnet. "Die Erfahrungen sind im Großen und Ganzen positiv." Zudem sei es gelungen, Sicherheitsprobleme zu lösen, die der Chaos Computer Club (CCC) aufgezeigt habe . Lauterbach sagte: "Sicherheit geht immer vor."
Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) äußerten sich enttäuscht, dass bis jetzt kein konkreter Starttermin zur bundesweiten Ausdehnung genannt wurde. Kritisch zu sehen sei auch die Freiwilligkeit für Ärzte, ePAs zu befüllen. "Die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass wir verbindliche Fristen und Vorgaben brauchen, um bei der konkreten ePA-Einführung endlich voranzukommen" , sagte die Chefin des Bundesverbands, Carola Reimann.