Elektronische Patientenakte: Lauterbach wartet nicht auf standardisierte Datenstruktur

Anfangs können PDF- oder Word-Dateien hochgeladen werden, erklärt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Jeder bekommt automatisch eine ePA.

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am 1. Februar 2023 bei der wöchentlichen Regierungssitzung in Berlin
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am 1. Februar 2023 bei der wöchentlichen Regierungssitzung in Berlin (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Jeder Krankenversicherte soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nächstes Jahr eine elektronische Patientenakte erhalten. "Ende kommenden Jahres wird die elektronische Patientenakte für alle verbindlich", kündigte Lauterbach in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Paywall) an.

Technisch will Lauterbach pragmatisch vorgehen. "Wir warten nicht, bis es für alle Befunde eine standardisierte Datenstruktur gibt." Für den Anfang werde es möglich sein, PDF- oder Word-Dateien einzuspeisen.

"Jeder, der nicht ausdrücklich widerspricht, ist automatisch mit dabei." Seinen Vorschlag will Lauterbach demnach am Montag dem Bundeskabinett vorstellen. Auch das elektronische Rezept will er 2024 verbindlich machen.

Die elektronische Patientenakte (ePA) soll beispielsweise Röntgenbilder auf CD, Papierakten und Faxe überflüssig machen. Mediziner, Physiotherapeuten, Pflegekräfte und Hebammen sollen sich mit wenigen Klicks ein Bild vom Gesundheitszustand ihrer Patienten machen oder eine Krankengeschichte lückenlos einsehen können.

Bei der Vernetzung der Praxen gibt es Verzögerungen

Als freiwilliges Angebot für die 74 Millionen gesetzlich Versicherten gibt es die elektronische Patientenakte seit Januar 2021. Aber nur weniger als ein Prozent der Patienten nutzt sie nach Lauterbachs Angaben bislang. Zudem ist dieses Angebot kaum bekannt und wird von den Krankenkassen praktisch nicht beworben.

Mit der elektronischen Akte werde der Patient Herr seiner Daten, warb der Minister. "Er bekommt eine geordnete Übersicht über Arztbriefe, Befunde, Medikamente." Das helfe auch bei der Behandlung. "Sein Arzt kann schnell erkennen, welches Medikament er zusätzlich verordnen kann, ob es Wechselwirkungen gibt. Außerdem sieht er, ob ein Kollege schon vorher dasselbe untersucht hat."

Erklärtes Ziel der ePA ist, die Versorgung effektiver und besser zu machen. Bei der Vernetzung der Praxen gibt es jedoch Verzögerungen. Bei mehreren Fragen dauert ein Streit über den Datenschutz an. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat sich etwa kritisch zu dem angestrebten Verfahren geäußert, auf die Akte nur zu verzichten, wenn Patienten aktiv widersprechen.

Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK im Januar 2021 sagten 68 Prozent der Baden-Württemberger, dass sie die elektronische Patientenakte für eine gute oder sehr gute Idee hielten.

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ezadoo 06. Mär 2023

Der gemeine Endverbraucher soll in der Regel von FHIR ja auch nicht in diesem Sinne etwas...

o1i 06. Mär 2023

Vielleicht ist das damit gemeint: HaTeTePeEs health.ec.europa.eu slash ehealth-digital...

Hallonator 06. Mär 2023

Unsinn. Lies dir meine Formulierung noch einmal durch.

Hallonator 06. Mär 2023

Ist dafür das leichteste. Ich sehe den kram schon daran scheitern, dass die ganzen...



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