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Elektronische Patientenakte: Krankenkassen befürchten ein Entwicklungsdesaster

Mit der Entwicklung einer Smartphone -tauglichen Patientenakte bis 2021 sehen sich laut einem Medienbericht die Krankenkassen überfordert. Die Kritik an den Plänen wächst und es wird ein unfertiger, teurer europäischer Sonderweg befürchtet.
/ Andreas Sebayang
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Nach der elektronischen Gesundheitsakte folgt die elektronische Patientenakte. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Nach der elektronischen Gesundheitsakte folgt die elektronische Patientenakte. Bild: Martin Wolf / Golem.de

Wie der Tagesspiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) sorgen sich die deutschen Krankenkassen um den Erfolg der elektronischen Patientenakte. Basis des Berichts ist ein kritisches internes Papier von mehr als 90 Krankenkassen, das dem Tagesspiegel vorliegt. Dieses Papier bemängelt den Zeitdruck, den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Kassen auferlegt. Schon bis 2021 soll das System einer elektronischen Patientenakte bereit sein, das außerdem auch modernen Nutzern gerecht wird.

So soll das System auch für Smartphones und Tablets nutzbar sein. Die Versicherten sollen selbst in ihre Patientenakte hineinschauen können. Doch gerade bei diesem Projekt hapert es, wie der Tagessspiegel erfahren hat. Das System sei zu kompliziert und es bestehe die Gefahr, dass Versicherte höheren Alters nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dabei seien es gerade jene Versicherte, die von der Patientenakte aufgrund der Häufigkeit von Beschwerden profitieren sollten.

Außerdem wird befürchtet, dass nicht alle Betriebssysteme rechtzeitig eine Anwendung bekommen werden. Die Lösung hierzulande ist zudem nicht kompatibel mit anderen europäischen Ländern. Das treibt die Kosten in die Höhe, da nur wenige Unternehmen sich für den Sonderweg bei Ausschreibungen bewerben. In der Startphase ist zudem damit zu rechnen, dass nicht alle Ärzte mitmachen.

Hinzu kommt, dass die Rahmenbedingungen veraltet sind, so der Tagesspiegel, da sie aus einer Zeit stammen, in der Smartphones noch nicht existierten. Der Druck von Spahn wird teils aber auch positiv gesehen, da so Bewegung in die Diskussion kommt. Das sei insbesondere wegen der Probleme bei der Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) notwendig.

Rund um die elektronische Verwaltung von Patientendaten gab es zuletzt einige wichtige Veränderungen. So baut die AOK gerade mit ihrem Partner Atos ein elektronisches Gesundheitsnetzwerk auf . Seit dem 1. Januar 2019 ist außerdem die Gesundheitskarte der zweiten Generation Pflicht(öffnet im neuen Fenster) . Wer die nicht verwendet, kann leicht Probleme beim Arzt bekommen(öffnet im neuen Fenster) . Grundsätzlich sind G1 und G1+-Karten nicht mehr gültig, auch wenn das Gültigkeitsdatum der Karten anderes suggeriert. Hat eine Karte hingegen beispielsweise oben rechts den Aufdruck G2 oder G2.1 sind keine Probleme zu erwarten.


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