Elektronische Patientenakte: Krankenkassen befürchten ein Entwicklungsdesaster

Mit der Entwicklung einer Smartphone-tauglichen Patientenakte bis 2021 sehen sich laut einem Medienbericht die Krankenkassen überfordert. Die Kritik an den Plänen wächst und es wird ein unfertiger, teurer europäischer Sonderweg befürchtet.

Artikel veröffentlicht am ,
Nach der elektronischen Gesundheitsakte folgt die elektronische Patientenakte.
Nach der elektronischen Gesundheitsakte folgt die elektronische Patientenakte. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Wie der Tagesspiegel berichtet sorgen sich die deutschen Krankenkassen um den Erfolg der elektronischen Patientenakte. Basis des Berichts ist ein kritisches internes Papier von mehr als 90 Krankenkassen, das dem Tagesspiegel vorliegt. Dieses Papier bemängelt den Zeitdruck, den Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Kassen auferlegt. Schon bis 2021 soll das System einer elektronischen Patientenakte bereit sein, das außerdem auch modernen Nutzern gerecht wird.

Stellenmarkt
  1. Cyber Security Manager (m/w/d)
    Jungheinrich AG, Hamburg
  2. Testingenieur (w/m/d) in der Automobilindustrie
    Vdynamics GmbH, München
Detailsuche

So soll das System auch für Smartphones und Tablets nutzbar sein. Die Versicherten sollen selbst in ihre Patientenakte hineinschauen können. Doch gerade bei diesem Projekt hapert es, wie der Tagessspiegel erfahren hat. Das System sei zu kompliziert und es bestehe die Gefahr, dass Versicherte höheren Alters nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dabei seien es gerade jene Versicherte, die von der Patientenakte aufgrund der Häufigkeit von Beschwerden profitieren sollten.

Außerdem wird befürchtet, dass nicht alle Betriebssysteme rechtzeitig eine Anwendung bekommen werden. Die Lösung hierzulande ist zudem nicht kompatibel mit anderen europäischen Ländern. Das treibt die Kosten in die Höhe, da nur wenige Unternehmen sich für den Sonderweg bei Ausschreibungen bewerben. In der Startphase ist zudem damit zu rechnen, dass nicht alle Ärzte mitmachen.

Hinzu kommt, dass die Rahmenbedingungen veraltet sind, so der Tagesspiegel, da sie aus einer Zeit stammen, in der Smartphones noch nicht existierten. Der Druck von Spahn wird teils aber auch positiv gesehen, da so Bewegung in die Diskussion kommt. Das sei insbesondere wegen der Probleme bei der Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) notwendig.

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, Virtuell
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Rund um die elektronische Verwaltung von Patientendaten gab es zuletzt einige wichtige Veränderungen. So baut die AOK gerade mit ihrem Partner Atos ein elektronisches Gesundheitsnetzwerk auf. Seit dem 1. Januar 2019 ist außerdem die Gesundheitskarte der zweiten Generation Pflicht. Wer die nicht verwendet, kann leicht Probleme beim Arzt bekommen. Grundsätzlich sind G1 und G1+-Karten nicht mehr gültig, auch wenn das Gültigkeitsdatum der Karten anderes suggeriert. Hat eine Karte hingegen beispielsweise oben rechts den Aufdruck G2 oder G2.1 sind keine Probleme zu erwarten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Xeo81 09. Apr 2019

Jetzt brauchen nur noch die Krankenkassen oder wer auch immer hier zuständig ist, das mal...

Clown 03. Apr 2019

Ich betreue eine Praxis, die vor ein paar Wochen die Telematik installiert bekommen hat...

Test_The_Rest 03. Apr 2019

Reg Dich nicht auf, die Aluhutträger wissen den Vorteil von elektronischen Patientenakten...

Anonymer Nutzer 02. Apr 2019

In der Zeit haben sie aber x neue Kunden gefunden. Bei dem Umfang musst du auch keine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Giga Factory Berlin
Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste

Tesla kann die Milliarde Euro Förderung für die Akkufabrik Grünheide nicht beantragen - weil es sonst zu Verzögerungen beim Einsatz neuer Technik käme.

Giga Factory Berlin: Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste
Artikel
  1. Nachhaltigkeit: Kawasaki plant E-Motorräder und Wasserstoff-Verbrenner
    Nachhaltigkeit
    Kawasaki plant E-Motorräder und Wasserstoff-Verbrenner

    Kawasaki will elektrische Antriebe für seine Fahrzeuge entwickeln, 2022 sollen drei Elektromotorräder erscheinen.

  2. Doppelbildschirm: Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg
    Doppelbildschirm
    Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg

    Das Kickstarter-Projekt Slidenjoy kann nach 6 Jahren seinen Doppelbildschirm Slide für Notebooks ausliefern.

  3. Elektroauto: Tesla stellt Model Y in China auf AMD-Ryzen um
    Elektroauto
    Tesla stellt Model Y in China auf AMD-Ryzen um

    Tesla hat in China damit begonnen, den Ryzen von AMD in das Model Y zu verbauen. Käufer berichten von einem viel flüssigerem Scrolling.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • WD Blue SN550 2 TB ab 149€ • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops • Cooler Master V850 Platinum 189,90€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /