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Elektronische Krankschreibung: Viele Arztpraxen nehmen noch nicht an eAU teil

Unternehmen haben im Februar bereits 7 Millionen eAUs bei den Krankenkassen abgerufen. Doch solange nicht alle Arztpraxen mitmachen, stellt sich die Vereinfachung nicht ein.
/ Achim Sawall
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Es hakt noch bei der eAU (Bild: KBV)
Es hakt noch bei der eAU Bild: KBV

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und großen organisatorischen Umstellungen haben die Unternehmen im Februar bereits über 7 Millionen elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAUs) bei den gesetzlichen Krankenkassen abgerufen. Das hat Golem.de von Unternehmerverbänden erfahren.

Dabei ist das derzeit größte Hemmnis für die geplante Vereinfachung, dass noch nicht alle Arztpraxen an dem eAU-Verfahren teilnehmen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nehmen erst 87 Prozent der Arztpraxen daran teil und übermitteln die eAU digital an die Krankenkassen.

Seit dem 1. Januar 2023 ist das Meldeverfahren zur eAU für Arbeitgeber verpflichtend, bei der es um rund 77 Millionen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Jahr geht.

Laut Angaben der Techniker Krankenkasse (TK)(öffnet im neuen Fenster) rufen Arbeitgeber die eAU über ein systemgeprüftes Entgeltabrechnungsprogramm direkt bei der Krankenkasse ab. Wenn sie kein Programm haben, können sie dafür auch die Ausfüllhilfe sv.net nutzen.

eAU: Was die Arztpraxen ändern müssen

Die Krankenkasse meldet dann den Name des Beschäftigten, den Beginn und das Ende der Arbeitsunfähigkeit, das Datum der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit, die Kennzeichnung als Erst- oder Folgemeldung und Angaben zu einem möglichen Unfall – auch Arbeitsunfall – oder zu dessen Folgen. Für die technische Umsetzung der eAU benötigt der Arzt neben der Anbindung an die Telematikinfrastruktur mit einem E-Health-Konnektor den elektronischen Heilberufsausweis, außerdem einen KIM-Dienst, ein gesichertes E-Mail-Verfahren für die Kommunikation im Medizinwesen (KIM) und ein Update des ärztlichen Anrechnungssystems PVS.

Wie das Magazin praktischArzt berichtet(öffnet im neuen Fenster) , kosten vor allem die digitale Signatur und das Versenden Zeit – im Durchschnitt 30 Sekunden. Während dieser Zeit kann weder der Computer für andere Dinge verwendet noch gedruckt werden. Ein zusätzlicher Zeitfresser sind demnach häufige Fehlermeldungen. Entweder der Versandversuch scheitert oder es kommt später eine Fehlermeldung zum digitalen Versand. Ärzte beklagen, dass der Versand erst nach 18 Uhr funktioniere. Bei Problemen muss nachträglich eine Ersatzbescheinigung in Papierform ausgestellt werden.


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