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Elektronenhirn: Bastler baut sich Computer aus den 50ern ins Haus

Mit sowjetischen Elektronenröhren und viel Freizeit hat sich ein Bastler einen funktionierenden Röhrencomputer gebaut – inklusive Pong.
/ Oliver Nickel
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Der Ena nimmt die gesamte Wand ein und kann Pong darstellen. (Bild: ena.computer)
Der Ena nimmt die gesamte Wand ein und kann Pong darstellen. Bild: ena.computer

Der Ena-Computer(öffnet im neuen Fenster) ist wohl seit vielen Jahrzehnten der erste selbstdesignte Röhrencomputer. Wie die alten Vorbilder funktioniert er durch eine Ansammlung an Elektronenröhren, die als logische Gatter fungieren. Sie sind die Vorgänger des Transistors und ebenfalls schnell steuer- und schaltbar. Aus offensichtlichen Gründen – diese auch Elektronenhirne genannten Computer(öffnet im neuen Fenster) waren oft so groß wie mehrere Schrankwände und strahlten enorme Wärme ab – wurden sie allerdings schnell obsolet.

Das Projekt ist ein Hobby des Bastlers Mike, der sich den Ena von Grund auf neu erbaut hat. Das System verwendet 550 Elektronenröhren, die alle als NOR-Gatter mit fünf Eingängen zusammengesetzt sind. Daraus baute sich der Brite Register und Zähleinheiten, die zu Flip-Flops einer 8-Bit-ALU und zu einem Puffer konfiguriert wurden. "Die Menge an Hitze ist absurd, aber ich stell ihn mir einfach als trendigen Wanderhitzer vor, dann ergibt es alles einen Sinn" , schreibt der Bastler im ironischen Unterton in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) .

70 Jahre alte Röhren funktionieren noch

Die Elektronenröhren sind Restbestände aus sowjetischer Fertigung, die in den 1950er-Jahren hergestellt wurden. Nach 70 Jahren können sie noch immer 100 Millionen Schaltvorgänge in der Sekunde durchführen. "Nicht schlecht für einen 70-jährigen" , schreibt Mike.

Er hat sich auch ein simples Ausgabesystem gebaut, das, wie der Computer selbst, direkt aus der Computergeschichte stammen könnte. Auf einer LED-Matrix mit 12 x 8 ansteuerbaren LEDs will er so eine Partie Pong simulieren. Er hat sogar spezielle Pong-Schläger gebaut, mit denen sich die Stangen auf und ab steuern lassen.

Ein Eigenprojekt ist zusätzlicher Speicher ohne Bewegtteile. Dieser besteht aus Fotozellen, die von als NOR-Gatter konfigurierten LEDs beleuchtet werden. Außerdem will er die Signalüberwachung und Energieversorgung verbessern.

Eine detaillierte technische Erklärung(öffnet im neuen Fenster) inklusive Diagrammen stellt Mike auf der eigenen Homepage vor.

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