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Ein Cappuccino für mehr Flexibilität

Einen innovativen Feldversuch unternimmt BMW derzeit mit Charge Forward in Kalifornien. Teilnehmen können Fahrer eines BMW i3 oder von Hybridmodellen. Stromunterbrechungen sind in dem US-Bundesstaat nichts Ungewöhnliches. BMW erhält vom Netzbetreiber Pacific Gas & Electric ein Signal, wenn die Nachfrage überhandnimmt. Das Signal wird an teilnehmende Fahrzeuge weitergeleitet. Hat der Nutzer zugestimmt, unterbricht das Elektroauto für einige Minuten seinen Ladevorgang. Für diese Flexibilität werden die Teilnehmer entlohnt. "Pro Tag ist das umgerechnet ein großer Cappuccino", sagt Joachim Kolling von BMW Energy Services im Gespräch mit Golem.de.

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In der App legen Teilnehmer fest, wann sie das Fahrzeug wieder mit vollem Akku bewegen möchten. Sie können der Stromunterbrechung aber auch widersprechen. "Wir betreiben in Mountain View einen Batteriespeicher. Nehmen nicht genug Fahrer teil, liefern wir aus dem Speicher Energie an Pacific Gas & Electric, um das Netz stabil zu halten", sagt Kolling. Interessant ist, dass die Lösung nicht an eine bestimmte Ladeinfrastruktur gebunden ist. Somit funktioniert Charge Forward an sämtlichen Ladeanschlüssen. Die Fahrzeugelektronik erhält den Steuerbefehl zur Unterbrechung.

Teure stationäre Heimspeicher

Den Markt für stationäre Speicher mit Akkus aus Elektroautos hat der kalifornische Hersteller Tesla mit seinen Powerwalls und Powerpacks eröffnet. Allerdings sank die installierte Speicherleistung im ersten Quartal 2019 um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Hochfahren der Model 3-Produktion dürfte der Grund sein. Tesla benötigt die Akkus vordringlich für das neue Elektroauto. Mit knapp 7.400 Euro für 13,5 KWh Kapazität ist eine Powerwall auch keine günstige Anschaffung. Für zusätzliche Hardware kommen knapp 2.000 Euro und für die Installation zwischen 1.000 und 3.000 Euro hinzu.

  • Audis Großakku in Berlin-Schönberg (Bild: Audi)
  • Er besteht aus rund 20 Akkus aus dem E-Tron... (Bild: Audi)
  • ... und kann Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. (Bild: Audi)
  • BMW hat eine Speicherfarm in Leipzig eingerichtet. (Bild: BMW)
  • Netzspeicher von Daimler und Enercity (Bild: Daimler)
BMW hat eine Speicherfarm in Leipzig eingerichtet. (Bild: BMW)

Ein stationärer Energiespeicher mit identischer Speicherkapazität von Sonnen kostet sogar fast 15.000 Euro. Die Kombination aus Photovoltaikzellen und Energiespeicher rechnet sich nur jenseits einer zehnjährigen Nutzung. Bei steigenden Energiepreisen könnte sich der Zeitraum etwas verkürzen. Vermutlich geben die Preise für die Energiespeicher etwas nach, sobald gebrauchte Akkus in großer Stückzahl auf den Markt kommen. Renault verkauft die Akkus aus dem Zoe und anderen Fahrzeugen an das britische Unternehmen Powervault. Dieses hat bereits die dritte Generation seines Energiespeichers im Angebot. Der Powervault 3 Eco wird mit Kapazitäten zwischen 3,9 und 7,9 Kilowatt angeboten.

Sonnen gehört zu den Großen auf dem Energiespeichermarkt. Das Unternehmen aus dem bayrischen Wildpoldsried hat sich mit Lithium-Eisenphosphat für eine eigene Zellchemie entschieden. Somit kommen keine gebrauchten Autoakkus in Frage. Sonnen schaltet die Speicher seiner Kunden über ein Rechenzentrum zu einem virtuellen Kraftwerk zusammen. Die Mitglieder gleichen Angebot und Nachfrage gegenseitig aus. Eine Idee, die auch etablierte Unternehmen des Energiemarktes begeistert. Shell hat Sonnen übernommen und in seinen Bereich Shell New Energies integriert.

Zurückhaltende deutsche Autohersteller

Der Markt für stationäre Speicher wächst.Während Akkus in Autos sämtlichen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, in kürzester Zeit hohe Leistungen abgeben müssen und durch häufige Schnellladevorgänge belastet werden, können Heimspeicher auf gleichmäßige Lade- und Entladevorgänge bei gleichbleibenden Temperaturen ausgerichtet werden. Somit sind stationäre Speicher einfacher und vor allen auch kostengünstiger herzustellen. Dennoch hat Daimler im vergangenen Jahr die Produktion beendet. Ursprünglich sollten im sächsischen Kamenz Akkus für Autos und stationäre Speicher vom Band laufen.

Auch BMW sieht vom Verkauf an Privatkunden ab. Die Quantifizierung möglicher Ladezyklen, Gewährleistung der Speicherkapazität sowie anstehende Wartungsarbeiten an stationären Speichern möchte der Autohersteller Dritten überlassen. Ein ähnliches Bild zeichnet Audis Vorstand für technische Entwicklung, Hans-Joachim Rothenpieler, im Gespräch mit Golem.de. Audi werde bestimmt Heimspeicher mit Audi-Branding anbieten, doch die Umsetzung liege sehr wahrscheinlich in Händen von Partnerunternehmen.

Wenn jedes zehnte Auto in Deutschland elektrisch führe, wäre eine Akku-Kapazität von knapp 200 Gigawattstunden unterwegs, schätzt Audi. Eigentlich müsste man diese rollenden Speicher für die Energiewende nutzen. Schließlich steht ein Auto die meiste Zeit des Tages. Doch dazu muss Strom aus Ladeanschlüssen in beide Richtungen fließen. Erste Versuche dieser so genannten Vehicle-to-Grid-Technolgie gibt es bereits - allerdings mit japanischen Elektroautos.

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 Elektromobilität: Wohin mit den vielen Akkus?
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SJ 09. Jun 2019

Ich kenn Lyon nicht :) Aber wenn tatsächlich soviele Scooter rumstehen, dann brauchts...

SanderK 07. Jun 2019

Wie gesagt, hätte nix gegen einen Stromer. Aber 100000 für ein für mich eher einen Mittel...

E-Mover 07. Jun 2019

Da ist was Wahres dran!

ChMu 06. Jun 2019

Also ich habe seit 14 Jahren 2V Zellen mit 1500Ah als Batterie Bank. Die kommen mit...

mainframe 06. Jun 2019

Und wenn Du den Anschluss richtig nutzt, kannst Du sogar 19kw rausholen. 3 x 16A x 400V...


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