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Einkommensschwache Haushalte kaufen selten Neuwagen

Bei Einzelpersonen entspricht dies einem Jahreseinkommen von etwa 55.000 Euro. Wer davon eine Familie mit mehreren Kindern ernähren muss, dürfte in der Regel nicht genügend Geld zur Verfügung haben, um sich ein neues Auto zu leisten. Gebrauchte Elektroautos werden vorerst nicht gefördert. Ein Programm für soziales Leasing könnte in einigen Jahren kommen .

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Wohnen die Personen beispielsweise zur Miete in einer Stadt, steht ihnen in der Regel keine private Lademöglichkeit zur Verfügung. Das verteuert zum einen das Laden des E-Autos, zum anderen macht es dessen Nutzung komplizierter. Der Anreiz, sich stattdessen einen Plug-in-Hybriden anzuschaffen, dürfte für solche Haushalte daher größer sein. Andererseits dürfte eine fehlende private Lademöglichkeit dazu beitragen, dann vor allem den Verbrennermotor des Autos zu nutzen.

Wertverlust berücksichtigen

Die geförderten Haushalte müssen zudem bedenken, dass der Wertverlust bei neuen E-Autos immer noch recht hoch ist. Wer sich ein batterieelektrisches Auto kauft, sollte daher davon ausgehen, es über die schon recht lange Mindesthaltefrist von drei Jahren hinaus zu fahren. Diese Einschätzung teilt auch der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Die Haushalte, die unter die Prämie fallen, halten ihr Fahrzeug länger, also fünf Jahre oder mehr" , sagte Dudenhöffer auf Anfrage von Golem.

Eine Überlegung könnte daher sein, anstelle des Kaufs einen Leasingvertrag abzuschließen. Dazu schreibt das Umweltministerium(öffnet im neuen Fenster) (PDF): "Für die Förderung beim Leasing eines Neuwagens gelten dieselben Regelungen und Förderhöhen wie beim Kauf, die Beantragung erfolgt ebenfalls durch den Leasingnehmer. Entscheidend ist, dass das Neufahrzeug auf den Leasingnehmer zugelassen und nach Zulassung drei Jahre gehalten wird."

Fördersumme für Anzahlung verwenden

Das bedeutet, dass die Förderung beispielsweise für die einmalige Anzahlung genutzt werden kann. Wie sich das auswirkt, zeigt der Leasingrechner des ADAC im Falle des Cupra Born. Liegt die Anzahlung bei 6.000 Euro(öffnet im neuen Fenster) im Vergleich zu 0 Euro(öffnet im neuen Fenster) , sinkt die monatliche Rate bei einer dreijährigen Laufzeit von 316,78 auf 150,11 Euro. Die Gesamtkosten liegen in beiden Fällen bei rund 11.400 Euro.

Erst vor wenigen Tagen schrieb das Blog Electrek.co(öffnet im neuen Fenster) , dass Leasing bei Elektroautos fast immer die bessere Wahl sei. Wenn der Restwert des Autos stark sinke, könne der Leasingnehmer das Fahrzeug nach der Leasingdauer zurückgeben. Steige hingegen der Wert, könne das Auto für den vereinbarten Restwertpreis gekauft werden.

Der ADAC hat die Vorteile von Leasing mit Kaufoption in einer Übersicht aufgelistet(öffnet im neuen Fenster) . So seien Leasingraten plus Kaufsumme langfristig oft höher als der Kaufpreis. Zudem könnten bei Nichtinanspruchnahme der Kaufoption und Rückgabe des Fahrzeugs zusätzliche Kosten anfallen. Hersteller wie VW bieten bei ihren Leasingangeboten generell keine Kaufoption an(öffnet im neuen Fenster) .

Großer Effekt bei elektrischen Kleinwagen

Generell ist bei Kauf oder Leasing der Fördereffekt umso größer, je günstiger der Neupreis ist. Bei Klein- oder Kompaktwagen wie dem Hyundai Inster ( Praxistest ) kann die maximale Förderung von 6.000 Euro ein Viertel des Kaufpreises ausmachen. Das wäre auch bei der Einstiegsversion des geplanten ID.Polo der Fall. Die Förderung kann daher den Kreditbedarf bei günstigen Elektroautos deutlich reduzieren.

Hier zeigt sich ein Unterschied zu Plug-in-Hybriden. So kostet der günstigste Plug-in-Hybrid von VW, der Golf 1.5 eHybrid OPF, derzeit 44.205 Euro. Das ist so viel, wie ein ID.3 Pro S mit großem 79-kWh-Akku kostet. Günstiger ist beispielsweise der neue BYD Atto 2 DM-i, der bei 36.000 Euro startet.

Hohe Preisunterschiede zwischen Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Autos konstatierte auch Dudenhöffer seiner jüngsten Studie zum Elektroautomarkt Deutschland.


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