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Elektromobilität: Warum der Ladestrom so teuer geworden ist

Das Aufladen von Elektroautos an einer öffentlichen Ladesäule kann bisweilen teuer sein. Golem.de hat mit dem Ladenetzbetreiber Allego über die Tücken bei der Ladeinfrastruktur und den schwierigen Kunden We Share gesprochen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Ein We-Share-Auto lädt an einer Ladesäule in Berlin.
Ein We-Share-Auto lädt an einer Ladesäule in Berlin. (Bild: Heiko Raschke/Golem.de)

Einer der vielen Vorteile der Elektromobilität besteht darin, dass Elektromotoren deutlich effizienter Energie in Bewegung umsetzen. Doch der bessere Wirkungsgrad bedeutet nicht mehr, dass der Strom für eine bestimmte Strecke günstiger als der Kraftstoff bei einem Verbrenner ist. Bei einem Preis von bis zu 59 Cent pro Kilowattstunde (kWh) wie beim Ladenetzbetreiber Allego können 40 bis 50 Euro pro Ladevorgang anfallen - für wenige 100 Kilometer. Doch müssen die Stromkosten an einer öffentlichen Ladesäule doppelt so hoch sein wie an der privaten Wallbox? Oder sind das schon Folgen einer Marktkonzentration, vor der die Monopolkommission jüngst warnte?

Zugegeben: Es gibt weiterhin viele Möglichkeiten in Deutschland, sein Elektroauto günstig aufzuladen. Einzelhandelsketten wie Lidl, Kaufland oder Aldi sowie Möbelhäuser wie Ikea locken ihre Kunden mit kostenlosem Strom. Welcher Autofahrer bekommt sonst schon beim Einkaufen seinen Sprit geschenkt? Zudem rechnen Ladenetzbetreiber wie Ionity noch pauschal pro Ladevorgang ab. Wer sich für 8 Euro beispielsweise 60 kWh nachlädt, liegt mit einem Preis von 13,3 Cent pro kWh deutlich unter seinem Haushaltstarif. Doch die Zeit der günstigen Pauschaltarife geht zu Ende. Auch Ionity stellt früher oder später auf eine verbrauchsabhängige Abrechnung um.

Kostenloser Strom ist für manche Betreiber günstiger

Der Ladenetzbetreiber Allego hat in Berlin schon mit dieser Umstellung begonnen. Nachdem er die Ladesäulen mit einem neu entwickelten Anzeigemodul ausgestattet hat, ist eine eichrechtskonforme Abrechnung möglich. Elektromobilisten können nun mit der Rechnung ihres Ladekartenanbieters zur Ladesäule fahren und sich dort den gespeicherten Ladevorgang noch einmal anzeigen lassen.

Diese Umstellung bedeutete für Allego einen hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand, da die Säulen dafür komplett ab- und wieder aufgebaut werden mussten. "Die Kosten für den Aufbau des Mess- und Abrechnungssystems sind so hoch, dass es sich vor allem für kleine Anbieter eher lohnt, den Strom kostenlos abzugeben", schreibt die Monopolkommission in ihrem Sektorgutachten vom September 2019 (PDF). Die Kosten für die Ladesäulen würden dann aus Fördermitteln finanziert.

Hamburg noch vor Berlin

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Zwar fördert das Land Berlin ebenfalls Aufbau und Betrieb der Infrastruktur. Doch verschenkt wird der Strom in der Hauptstadt ganz und gar nicht. Dabei ist sich Ulf Schulte der Preisproblematik bewusst. Der 48-Jährige ist bei Allego verantwortlich für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz und ein alter Hase im Geschäft mit der Ladeinfrastruktur. Schon 2009 startete er in Berlin ein E-Mobilitätsprojekt mit Vattenfall und baute später in Hamburg die dortige Infrastruktur mit auf. Diese ist bundesweit immer noch führend. Nachdem Allego 2015 die Ausschreibung für Berlin gewonnen hatte, setzte er in der Hauptstadt den Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur um.

  • Allego-Deutschlandchef Ulf Schulte baut seit 2009 die Infrastruktur für Elektroautos auf. (Foto: Allego)
  • Die Elektroautos von We Share belegen häufig die öffentlichen Ladepunkte in Berlin. (Foto: Heiko Raschke/Golem.de)
  • Nicht immer laden die E-Golfs von We Share, wenn sie vor einer Ladesäule stehen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch Verbrenner blockieren häufig Ladesäulen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zehn Euro kostete der Strafzettel für die mehrtägige Blockade einer Ladesäule. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die ausgegrauten Ladepunkte in Mitte zeigen, dass die Ladestationen inzwischen stark genutzt werden. (Screenshot: Golem.de)
Allego-Deutschlandchef Ulf Schulte baut seit 2009 die Infrastruktur für Elektroautos auf. (Foto: Allego)

Dabei hat Schulte zum einen mit Berliner Besonderheiten zu kämpfen, sieht sich zum anderen jedoch mit Problemen konfrontiert, die wohl jeden Ladenetzbetreiber betreffen. Denn angesichts des schleppenden Verkaufs von Elektroautos in Deutschland gilt: Die hohen Investitionen in die Infrastruktur lohnen sich nicht, solange manche Ladesäule tagelang nicht genutzt wird. Während eine Wechselstromladesäule mit zwei Ladepunkten etwa 10.000 Euro kostet, sollen es bei einem Gleichstromschnelllader eher 100.000 Euro sein. Zudem muss der Betreiber nicht nur die Ladesäulen einmalig aufstellen, sondern noch für deren Betrieb und Wartung sorgen.

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Der Spatz 20. Okt 2019

Es ist eher eine Frechheit das die Leute der Meinung sind, das städtischer Grundbesitz...

jo-1 17. Okt 2019

da hab ich lieber meine ANC Kopfhörer auf und lehne mich entspannt auf dem Einzelsitz in...

DeepSpaceJourney 16. Okt 2019

Machst du das? Ist ja interessant...

schueppi 16. Okt 2019

Vermutlich hätten wir viele Leute das selbe absondern hören wenn es vor zig Jahren schon...

tco 15. Okt 2019

Ich würde es einfach mal probieren, wenn ich daran interessiert wäre!? Wie gesagt: Ob das...


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