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Keine schnelle Rendite zu erwarten

So baute Allego für seine 14.000 Ladepunkte in fünf europäischen Ländern ein eigenes Backend auf der Basis von Microsoft Azure auf. Den Strom bezieht Allego vom Düsseldorfer Ökostromanbieter Naturstrom, der auch für Privathaushalte einen speziellen Stromtarif für Elektroautos anbietet. Angesichts der Debatte über die Klimafreundlichkeit von Elektroautos ist die Nutzung von Ökostrom nur konsequent.

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Eine schnelle Rendite ist in dem Geschäft jedoch nicht zu erwarten. "Uns ist klar, dass man mit Ladeinfrastruktur nur auf lange Sicht Geld verdienen kann. Wir verlangen nicht 59 Cent beim DC-Laden, damit wir in zwei Jahren die Gewinnschwelle erreichen. Das reicht bei weitem nicht aus", sagt Schulte. Eine Ladestation mit Wechselstrom (AC) rechne sich erst nach sieben oder acht Jahren, bei einem Gleichstromschnelllader (DC) könne das noch länger dauern.

Das ursprünglich niederländische Unternehmen wurde 2018 an den französischen Investor und Fondsmanager Meridiam verkauft, der langfristige Infrastrukturprojekte finanziert. Mineralölkonzerne wie Shell oder Energieversorger sollen ebenfalls an Allego interessiert gewesen sein.

HPC-Lader müssen teurer sein

Auch wenn kein kurzfristiger Gewinn angestrebt werde, sei klar, dass durch die Kosten für Betrieb und Aufbau der Infrastruktur der Strom an der Ladesäule teurer sein müsse als zu Hause, sagt Schulte. Lege man den Preis für die Installation einer privaten Wallbox auf die Stromkosten drauf, komme ein ähnlicher Kilowattstundenpreis zustande. Ein Argument, das durchaus zutrifft. Wer beispielsweise 1.500 Euro für Kauf und Installation einer Wallbox ausgibt und damit in den folgenden zehn Jahren 15.000 kWh lädt, kommt auf zusätzliche 10 Cent pro kWh. Das entspricht ungefähr dem Preis von 39 Cent, den Allego beim Wechselstromladen pro kWh verlangt.

Ebenfalls wird der Verbraucher nach Ansicht von Schulte hinnehmen, dass der Strom an einer HPC-Schnellladestation, mit der künftig sogar mit 350 kW geladen werden kann, teurer als an einer Wechselstromsäule ist. "Der Kunde wird den HPC-Lader nur nutzen, wenn er ihn beispielsweise auf der Langstrecke nutzen muss. Man lädt in solchen Situationen auf Reichweite und nicht voll, um noch ans Ziel zu kommen", sagt Schulte. Die Elektromobilität sei ein Systemwechsel und könne nicht mit den bisherigen Gewohnheiten verglichen werden.

Elektroautos, die nicht laden

Dieser Systemwechsel bringt für Ladenetzbetreiber neben Wartung und Betrieb der Säulen ganz neue Probleme mit. So dürfte es selten vorkommen, dass ein Fahrer sein Elektroauto den ganzen Tag an einer Tankstelle vor eine Zapfsäule stellt, um sich die Parkplatzsuche zu sparen. Oder dass ein Verbrennerauto den ganzen Tag mit eingesteckter Zapfpistole eine Zapfsäule blockiert. Allego muss in Berlin hingegen permanent damit rechnen, dass die Ladesäulen von Verbrennern oder Elektroautos, die gar nicht oder zu lange laden, blockiert sind. Während jeder Tankstellenpächter sofort ein solches Auto abschleppen ließe, ist das bei Ladeparkplätzen in Berlin nicht möglich.

  • Allego-Deutschlandchef Ulf Schulte baut seit 2009 die Infrastruktur für Elektroautos auf. (Foto: Allego)
  • Die Elektroautos von We Share belegen häufig die öffentlichen Ladepunkte in Berlin. (Foto: Heiko Raschke/Golem.de)
  • Nicht immer laden die E-Golfs von We Share, wenn sie vor einer Ladesäule stehen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch Verbrenner blockieren häufig Ladesäulen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zehn Euro kostete der Strafzettel für die mehrtägige Blockade einer Ladesäule. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die ausgegrauten Ladepunkte in Mitte zeigen, dass die Ladestationen inzwischen stark genutzt werden. (Screenshot: Golem.de)
Nicht immer laden die E-Golfs von We Share, wenn sie vor einer Ladesäule stehen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Ein solches Verhalten lässt sich gut an einer Ladesäule beobachten, die sich in Sichtweite der Golem.de-Redaktion befindet. Dort parkt regelmäßig ein Tesla Model X 100D den ganzen Tag mit angeschlossenem Ladekabel. Schaut man aber auf den Zähler, stellt man fest, dass sich die Verbrauchsanzeige den ganzen Tag über nicht verändert. Zudem legt der Fahrer nicht die vorgeschriebene Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe. Denn zwischen 8 und 18 Uhr ist die Ladedauer auf vier Stunden begrenzt. Er hofft wohl darauf, dass die Kontrolleure des Ordnungsamtes ein Auge zudrücken und ihm keinen Strafzettel ausstellen. Immerhin steht dort ein scheinbar ladendes Elektroauto und kein Verbrenner.

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 Elektromobilität: Warum der Ladestrom so teuer geworden istWe Share blockiert Ladesäulen 
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Der Spatz 20. Okt 2019

Es ist eher eine Frechheit das die Leute der Meinung sind, das städtischer Grundbesitz...

jo-1 17. Okt 2019

da hab ich lieber meine ANC Kopfhörer auf und lehne mich entspannt auf dem Einzelsitz in...

DeepSpaceJourney 16. Okt 2019

Machst du das? Ist ja interessant...

schueppi 16. Okt 2019

Vermutlich hätten wir viele Leute das selbe absondern hören wenn es vor zig Jahren schon...

tco 15. Okt 2019

Ich würde es einfach mal probieren, wenn ich daran interessiert wäre!? Wie gesagt: Ob das...


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