Elektromobilität: VW will Akkus für Elektroautos bauen
Jetzt also doch: Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen (VW) erwägt, künftig selbst die Zellen für die Akkus von Elektroautos zu bauen. Bisher hatte die Konzernleitung eine eigene Zellenproduktion ausgeschlossen und die Zellen eingekauft.
Akkus gelten als Schlüsseltechnologie in der Elektromobilität. VW will die Komponenten in Zukunft nicht mehr von Drittherstellern beziehen. Allerdings sei nicht klar, wie das umgesetzt werden solle, sagte ein VW-Sprecher dem Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster). Die Optionen seien, eine eigene Akkufabrik zu bauen, ein Joint Venture einzugehen oder einen Zellenhersteller zu übernehmen.
Der Betriebsrat und das Land Niedersachsen, Anteilseigner an VW, befürworten die Idee. Bernd Althusmann, niedersächsischer Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat, sagte, der Zugang zu Batteriezellen sei eine wesentliche Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Industrie in Deutschland. Deshalb solle hierzulande nicht nur daran geforscht, sondern auch eine Fertigung aufgebaut werden.

Möglich wird der Gesinnungswandel durch einen Wechsel an der Spitze des Konzerns. Seit Mitte April ist Herbert Diess Vorstandschef bei VW. Er hatte sich schon zuvor in seiner Funktion als Chef der Marke VW für den Aufbau einer eigenen Akkufabrik ausgesprochen, was sein Vorgänger Matthias Müller strikt ablehnte. "So einen Blödsinn machen wir sicherlich nicht", sagte er im Jahr 2016.
Müller kündigte auf der Automobilmesse in Frankfurt im vergangenen September eine Roadmap E an. Demnach will VW bis 2025 mehr als 20 reine Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen. Dafür sollen bis 2022 über 34 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Ziel von VW ist, in der Elektromobilität 2025 weltweit führend zu sein.
- Anzeige Hier geht es zu Erneuerbare Energien und Klimaschutz bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.