Nur ein scheinbarer Gegensatz

Aus VW-Sicht ist das nur ein scheinbarer Gegensatz: Sedran und Diess beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume. Der aktuelle Caddy bekommt den CNG-Antrieb noch, danach ist Schluss. Die Entwicklungsvorläufe in der Automobilindustrie sind vergleichsweise lang. Etwa fünf Jahre dauert es, bis aus ersten Designskizzen ein fertiges Serienmodell geworden ist. Ein Konzern wie Volkswagen muss schon heute vorausschauend entscheiden, welche Autos in fünf bis zehn Jahren verkauft werden sollen.

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Wenn es um die Entwicklung neuer Autos und Antriebe geht, ist VW-Vorstand Welsch eben der wichtigste Manager bei VW. Er verantwortet im gesamten Konzern die Fahrzeugentwicklung und hat als solcher wesentlichen Anteil daran, dass VW in den zurückliegenden Wochen den langsamen Rückzug aus dem Erdgasantrieb intern beschlossen hat.

Wenige Autos verkauft

"Die Resonanz am Markt ist nicht gewachsen", sagte Welsch, "und es werden auch absehbar nicht signifikant mehr verkaufte Fahrzeuge". Im vergangenen Jahr hatte der Konzern noch eine CNG-Initiative gestartet und neue Modelle ins Programm aufgenommen. Insgesamt 19 CNG-Modelle warten im Konzern auf Käufer.

Doch auch damit sind die Verkaufszahlen nicht sonderlich in die Höhe gegangen. 110.000 CNG-getriebene Autos hat der Volkswagen-Konzern im vergangenen Jahr weltweit verkaufen können. Viel zu wenig, um das CNG-Programm auch in weiterer Zukunft unverändert laufen zu lassen. "Es kommt beim Kunden nicht so richtig an", so Entwicklungsvorstand Welsch.

Gasantrieb ist gefloppt

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In Deutschland sind 2019 gerade einmal 7.700 CNG-Autos von allen Herstellern verkauft worden - bei 3,5 Millionen Pkw insgesamt. Trotz aller Bemühungen und Lobbyaktivitäten in den vergangenen Jahren ist eines klar: Der Gasantrieb für Pkw ist ein Flop, gerade nach Meinung von VW.

Aus Volkswagen-Sicht gibt es einen ganz wesentlichen Grund dafür, warum sich ein größeres Engagement bei CNG-Modellen nicht mehr lohnt: Wegen der verschärften Emissionsgrenzen in Europa muss VW den Durchschnittswert seiner Fahrzeugflotte bei Kohlendioxidemissionen deutlich reduzieren. Allein in diesem Jahr muss der Konzern um mehr als 20 Gramm Kohlendioxid je gefahrenen Kilometer beim eigenen Flottenverbrauch einsparen, um Milliardenstrafen zu vermeiden.

Kaum Beitrag zu Flottengrenzwerten

Der CNG-Antrieb ist zwar sauberer als konventionelle Verbrenner, die Werte sind 15 bis 20 Prozent besser als etwa beim Benziner. Aber mit den wenigen verkauften Erdgasfahrzeugen kommt VW bei der Abgasreduzierung kaum voran. "Wir haben damit gerade einmal 0,3 Gramm pro Kilometer in der Flotte geschafft. Damit leistet er keinen Beitrag zu den Flottenzielen", so Welsch.

Ein weiteres Problem ist das CNG-Tanknetz. Im Jahr 2018 gab es in Deutschland 867 Erdgas-Tankstellen, mit 837 liegt der aktuelle Stand sogar darunter. Deutlicher lässt sich die Zurückhaltung der Kundschaft kaum beschreiben.

Volkswagen will die Produktion der aktuell verfügbaren CNG-Modelle zwar nicht sofort einstellen. Der Rückzug des Konzerns aus der Erdgastechnik wird aber in den nächsten Jahren spürbar werden. "Diese Autos bekommen keine Nachfolger mehr", sagte der Entwicklungsvorstand. Normale Pkw kommen in der Autoindustrie auf einen durchschnittlichen Modelllebenszyklus von etwa sieben Jahren. So lange sollte es die aktuellen CNG-Modelle von Volkswagen also voraussichtlich noch geben.

Wirtschaftliche Unsicherheiten wachsen

Eine sichere Überlebensgarantie ist das allerdings nicht. Sind Modelle dabei, die nur einige Hundert Mal pro Jahr verkauft werden, könnte der VW-Konzern die Produktion schon früher aufgeben. In etwa fünf Jahren wird in Europa zudem die neue Abgasnorm Euro 7 eingeführt. Möglicherweise werden einzelne CNG-Motoren aus dem VW-Konzern dann nicht mehr entsprechend den künftigen Vorgaben aktualisiert und fallen aus dem Programm heraus. Volkswagen spart dadurch einen Entwicklungsaufwand in zweistelliger Millionenhöhe. Konkrete Entscheidungen habe der Konzern noch nicht getroffen, heißt es dazu in Wolfsburg.

Die wirtschaftliche Situation wird in nächster Zeit nicht einfacher für Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern hat im Unterschied zu den meisten Konkurrenten im vergangenen Jahr zwar noch sehr ordentlich verdient. Doch schon jetzt ist absehbar, dass sich dieser Trend 2020 kaum fortsetzen wird.

Die Unsicherheiten wachsen von Tag zu Tag, allen voran durch die Corona-Epidemie. 252 Milliarden Euro Umsatz (plus sieben Prozent) und ein operatives Ergebnis von 19,3 Milliarden Euro (plus 12,8 Prozent) für 2019 sind Rekordwerte. Doch die Elektrooffensive, größere weltweite politische Risiken und eben die Corona-Krise machen es unwahrscheinlicher, dass der VW-Konzern auch für dieses Jahr wieder verbesserte Finanzdaten präsentieren wird.

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 Elektromobilität: VW nimmt Abschied vom Erdgas
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TW1920 06. Mär 2020

Es geht dabei nur um die PKW Sparte https://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/MAN...

TW1920 06. Mär 2020

Gülle ist aber auch Dünger für die Felder und Wiesen. Entscheidend ist, welche Menge man...

TW1920 06. Mär 2020

Was findest du nicht?? Ich bin gleich auf die Seite gestoßen: https://www.volkswagen.de...

TW1920 06. Mär 2020

Naja, man bedenke, dass die noch günstiger werden mit der Zeit. Zudem: gehen alle...



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