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Elektromobilität: Stromwirtschaft will keine Million öffentlicher Ladesäulen

Verkehrsminister Scheuer will günstige Elektroautos stärker fördern, Vizekanzler Olaf Scholz fordert "so was wie ein Eine-Million-Ladesäulen-Programm". Doch die Stromversorger warnen vor einer "überdimensionierten Ladeinfrastruktur".

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Wie viele Ladesäulen braucht Deutschland?
Wie viele Ladesäulen braucht Deutschland? (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Stromversorger und Politik streiten über den erforderlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Während Politiker wie Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) die Zahl von einer Million Ladesäulen ins Spiel bringen, warnt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor überzogenen Investitionen. "Es hilft niemandem, wenn Deutschland nach dem Motto 'viel hilft viel' mit Ladesäulen übersät wird, die am Ende kaum genutzt werden und damit auch für die Betreiber unwirtschaftlich sind", sagte BDEW-Geschäftsführer Stefan Kapferer am 15. September 2019. Schon zum Start der IAA in Frankfurt am Main hatte er am 12. September vor einer "überdimensionierten Ladeinfrastruktur" gewarnt. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Koalition am 20. September "wichtige Entscheidungen im Bereich des Klimaschutzes fällen" (PDF).

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Nach Angaben des BDEW gibt es derzeit mehr als 20.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland. Innerhalb eines Jahres sind demnach mehr als 7.000 Ladepunkte hinzugekommen. Der Anteil der Schnellladestationen mit mehr als 50 Kilowatt Ladeleistung liegt bei rund zwölf Prozent. Dem BDEW zufolge reichen 350.000 öffentliche Ladepunkte für zehn Millionen E-Autos aus.

Scholz fordert Ausbauprogramm

Doch die Autoindustrie fordert einen deutlich stärkeren Ausbau. Um die Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen, "brauchen wir circa 100.000 Schnellladesäulen, circa eine Million öffentliche Ladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte", forderte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, im Juni 2019 nach einem sogenannten Autogipfel im Bundeskanzleramt.

Während es im Juni noch keine konkreten Beschlüsse gab, scheint die Bundesregierung die Forderungen nach einem ambitionierteren Klimaschutzprogramm aufgegriffen zu haben. Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagte der Bild-Zeitung: "Ein zentraler Faktor im Kampf gegen den Klimawandel ist der Umstieg auf abgasfreie Elektroautos. Damit E-Fahrzeuge in Deutschland gekauft werden, braucht es ausreichend Möglichkeiten, diese Autos auch mit Strom zu betanken. Deshalb braucht unser Land so was wie ein Eine-Million-Ladesäulen-Programm."

Unklar ist allerdings, ob Scholz der Unterschied zwischen Ladesäule und Ladepunkt bewusst ist. Denn in der Regel hat eine Säule mehrere Ladepunkte, vor allem solche mit Wechselstromanschluss. Daher wäre es in der Praxis möglich, mit einer halben Million Ladesäulen zumindest die von der Automobilwirtschaft geforderte eine Million Ladepunkte zu erreichen.

4.000 Euro Prämie für kleine Elektroautos

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt darüber hinaus auf eine stärkere Förderung von Elektroautos. Seine Klimaschutzpläne sehen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung vor, dass hierzulande bis 2030 mindestens sieben Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge fahren sollen. Kleine Elektroautos, die weniger als 30.000 Euro kosten, sollen demnach deutlich stärker gefördert werden. Das Ministerium will die Kaufprämie in den Jahren 2021 und 2022 von 2.000 auf 4.000 Euro erhöhen. Von 2022 bis 2024 soll sie wieder auf 3.000 Euro sinken.

Für teurere Elektroautos sollen dem Bericht zufolge die Fördersätze in den Jahren 2021 und 2022 auf 3.000 Euro steigen und danach wieder auf das heutige Niveau von 2.000 Euro sinken.

Dienstwagensteuer von 0,25 Prozent

Für reine E-Autos soll zudem die Dienstwagensteuer noch weiter von 0,5 auf 0,25 Prozent reduziert werden. Erst Ende Juli hatte das Bundeskabinett beschlossen, die Steuervorteile für Elektroautos zu verlängern. Der Gesetzentwurf begünstigt jedoch vollelektrische Autos und Plugin-Hybride in gleicher Höhe. Der Vorschlag Scheuers würde hingegen vollelektrische Autos gegenüber Plugin-Hybride und Verbrennern bevorzugen. Bei Verbrennerfahrzeugen müssen Arbeitnehmer, die einen Dienstwagen privat nutzen, ein Prozent des Bruttolistenpreises steuerlich geltend machen.

Den Staat sollen die Pläne Scheuers viele Milliarden Euro kosten. Das Ministerium rechnet mit finanziellen Folgen von mehr als zehn Milliarden Euro bis 2030. Rund 3,6 Milliarden Euro sollen die höheren Kaufprämien kosten. Geringere Steuereinnahmen schlügen mit 6,6 Milliarden Euro zu Buche. Für die Förderung einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos, aber auch Wasserstofftankstellen, kämen 5,1 Milliarden Euro hinzu.

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amagol 18. Sep 2019

Eher umgekehrt. Der Vermieter braucht dann relativ gesehen eher weniger Autos, weil die...

E-Mover 18. Sep 2019

Da kann man mal sehen, wie wir alle Opfer unserer eigenen Perspektive sind: Ich hätte...

Ulriko 18. Sep 2019

Gerechtfertigt sind hohe Steuerzahlungen immer dann, wenn es sich um ein alle...

Ulriko 18. Sep 2019

Wenn man den Klimawandel als bedrohlich für die Menschheit einschätzt, ist es m.E...

E-Mover 18. Sep 2019

Das war ich, baue gerade einen Ladepark für meine Nachbarn mit...


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