Strom von unten oder von oben?

Zunächst gibt es neben dem RWTH-Projekt ein zweites in Karlsruhe. Dort testet der baden-württembergische Energieversorger EnBW induktives Laden in Asphaltstraßen. Inductinfra beschäftigt sich mit Betonstraßen.

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Partner von EnBW ist das israelische Startup Electreon, dessen Ladespulen in Karlsruhe in die Straße versenkt werden, zunächst auf dem EnBW-Gelände, später auch in einer angrenzenden öffentlichen Straße.

Electreon hat 2019 in der israelischen Siedlung Beit Yanai am Mittelmeer einen 20 Meter langen Straßenabschnitt mit seiner Technik ausgestattet und mit einem Renault Zoe gezeigt, dass sie funktioniert. Zudem arbeitet das Unternehmen an Projekten in Tel Aviv, auf der schwedischen Insel Gotland sowie in Norditalien. Das bereits erwähnte Unternehmen Qualcomm hat eine Teststrecke bei Versailles in Frankreich aufgebaut, um induktives Laden während der Fahrt zu testen.

Die Oberleitung liefert Strom

Der große Konkurrent für die Ladespulen ist die Oberleitung. Ähnlich wie bei der Straßenbahn oder bei Fernzügen werden die Lkw über einen Stromabnehmer mit Strom versorgt. Der Stromabnehmer wird ausgefahren, wenn das Fahrzeug sich unter der Oberleitung befindet. Danach fährt es mit Strom aus dem Akku oder mit einem konventionellen Dieselantrieb.

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Diese Technik ist bereits im Einsatz: Ein Pilotprojekt in Mittelschweden läuft seit 2016. In Deutschland gibt es drei Teststrecken: Die erste wurde auf einer Autobahn in Hessen aufgebaut. Die zweite ist seit gut anderthalb Jahren ebenfalls auf einer Autobahn in Schleswig-Holstein in Betrieb. Die dritte, auf einer Bundesstraße in Baden-Württemberg, ist kürzlich eröffnet worden.

Die Oberleitung hat den Vorteil, dass sie günstiger ist. Allerdings nennt Oeser auch einige Nachteile: So sei die Oberleitung anfälliger gegen die Auswirkungen des Wetters, etwa Sturm. Und: "Die Induktionstechnik lässt sich für Lkw und Pkw nutzen, was bei der Oberleitung nicht der Fall ist."

2022 soll das System getestet werden

Im kommenden Jahr könnte das System erstmals in der Praxis getestet werden: Die Konzeption der Module sei fertig, beschreibt Oeser den aktuellen Projektstand. Die ersten werden gerade produziert. Im kommenden Jahr sollen sie auf dem Durabast, dem Demonstrations-, Untersuchungs- und Referenzareal der Bundesanstalt für Straßenwesen am Autobahnkreuz Köln Ost, getestet werden.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Etwa ein Jahr werde die Erprobung dauern. "Dann werden die Informationen vorliegen, die man braucht, um die bautechnische Sicherheit, die elektrotechnische Sicherheit und Parameter wie Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit einschätzen zu können", sagt Oeser.

Sprich: Dann ist die Basis gegeben für die Bundesregierung, eine Entscheidung zu fällen, ob das System gebaut wird. Falls diese positiv ausfällt, könnte ein Jahr später mit dem Bau der ersten Strecke begonnen werden.

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 Der Strom ist grün
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Lachser 16. Aug 2021 / Themenstart

Lieber die elekteifizierte Eisenbahn ausbauen. Nur ein Lokführer für eine ganzen Zug...

Lachser 16. Aug 2021 / Themenstart

Kenne die Situation in Deutschland nicht und eie eure Bahn fährt, oder eben nicht. Aber...

ITnachHauseTele... 13. Aug 2021 / Themenstart

Mit der aktuellen Entwicklung der Quantencomputer haben wir denke ich bald die...

Manto82 13. Aug 2021 / Themenstart

Ich seh schon die ersten Leute in hysterischen Kreischanfällen wild aus ihren Autos und...

Isodome 12. Aug 2021 / Themenstart

Mutmaßungen. Ich weiß nicht, viele Akkus man über die Lebenszeit der Induktionslösung...

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