Der Strom ist grün

Zunächst muss das System mit Strom versorgt werden. Damit die Fahrzeuge emissionsfrei fahren, muss ein solches System mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden. "Die Nachhaltigkeitskomponente ist inhärent, die denken wir immer mit", sagt Oeser.

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Das RWTH-Team setzt auf Windstrom. Im Abstand von einem Kilometer müssten entlang der Autobahn Windkraftanlagen errichtet werden, die die Spulen mit Strom versorgen. "Autobahnen sind Landschaftsbereiche, die schon anthropogen umgestaltet sind. Dort können wir mit Windkraftanlagen ganz gut leben", sagt der Projektleiter.

Auch einen Anschluss an das normale Stromnetz wird es geben. So können die Windräder nicht benötigten Strom ins Netz speisen. Oder umgekehrt kann die Autobahn mit Strom versorgt werden, falls die Windräder nicht genug eigenen Strom liefern. Die nötige Leistungselektronik soll neben der Straße aufgebaut werden. Die Anschlüsse können per Microtrenching verlegt werden.

Der Wirkungsgrad ist hoch

Die Spulen sollen eine Leistung von 200 Kilowatt bereitstellen. Das reicht, um den Lkw zu betreiben und seinen Akku zu laden. Um das Laden so effizient wie möglich zu gestalten, müssen Primär- und Sekundärspule genau zueinander ausgerichtet sein. Ein Leitsystem wird dafür sorgen, dass der Lkw in der Spur bleibt. Der Spalt zwischen der Spule am Fahrzeug und der Fahrbahnoberfläche soll etwa 10 cm groß sein. Dann werde der Wirkungsgrad bei mehr als 90 Prozent liegen, sagt Oeser.

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Die Abrechnung könne über das Mautsystem erfolgen. Die Infrastruktur sei bereits vorhanden und etabliert. Es könne dann so etwas wie eine Maut plus geben, in der neben der Autobahnnutzung der Strom enthalten sei. Für die elektrischen Pkw könne eine eigene Maut eingeführt werden.

Es bleibt der Aufwand. In Deutschland gibt es rund 13.500 Kilometer Autobahn. Soll das gesamte Netz ausgestattet werden, müssen 27.000 Kilometer verlegt werden - die Lkw sollen ja nicht nur in eine Richtung elektrisch fahren. Pro Kilometer Autobahn wird das Induktionssystem etwa eine Million Euro kosten. Zum Vergleich: Einen Kilometer Autobahn zu bauen, kostet im Schnitt etwa 15 Millionen Euro.

Erneuerbare Energien und Klimaschutz: Hintergründe - Techniken und Planung - Ökonomie und Ökologie - Energiewende (Deutsch)

Nicht die ganze Autobahn muss umgerüstet werden

Das ganze Netz umzurüsten, würde also rund 30 Milliarden Euro Kosten. Das sei allerdings nicht nötig. "Es gibt wichtige Achsen für den Güterstraßenverkehr", erklärt Oeser. "Auf 4.000 Kilometer Autobahn werden 60 Prozent des Güterstraßenverkehrs abgewickelt."

Es würde also erst einmal reichen, diese Stücke umzurüsten. "Die große Menge des Straßengüterverkehrs, da werden Distanzen gefahren von nur 120 Kilometern Länge. Und die werden vor allen Dingen auf diesen 4.000 Kilometern oder 4.500 Kilometern Autobahn zurückgelegt", sagt Oeser. "Für die könnten wir direkt schon eine Lösung bieten. Die großen Strecken, die weiten Distanzen, das kommt dann eben später, wenn sich die Technologie durchsetzt."

Denn die Induktion ist nicht einzige Möglichkeit, den Lkw-Verkehr zu elektrifizieren.

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 Elektromobilität: Straße lädt AutoStrom von unten oder von oben? 
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Lachser 16. Aug 2021 / Themenstart

Lieber die elekteifizierte Eisenbahn ausbauen. Nur ein Lokführer für eine ganzen Zug...

Lachser 16. Aug 2021 / Themenstart

Kenne die Situation in Deutschland nicht und eie eure Bahn fährt, oder eben nicht. Aber...

ITnachHauseTele... 13. Aug 2021 / Themenstart

Mit der aktuellen Entwicklung der Quantencomputer haben wir denke ich bald die...

Manto82 13. Aug 2021 / Themenstart

Ich seh schon die ersten Leute in hysterischen Kreischanfällen wild aus ihren Autos und...

Isodome 12. Aug 2021 / Themenstart

Mutmaßungen. Ich weiß nicht, viele Akkus man über die Lebenszeit der Induktionslösung...

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