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Elektromobilität: Stockholm bekommt die schnellste Elektrofähre der Welt

Sog und Wellenschlag sind kein Problem, wenn ein Elektro-Boot mit über 55 km/h übers Wasser flitzt.
/ Werner Pluta
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So soll die foilende Elektrofähre Candela P-30 aussehen. (Bild: Candela)
So soll die foilende Elektrofähre Candela P-30 aussehen. Bild: Candela

Elektrisch in die Schären: Eine elektrisch angetriebene Fähre soll künftig Passagiere von Stockholm in den Schärengarten befördern. Das Schiff soll das schnellste elektrisch betriebene Passagierschiff der Welt sein.

Die P-30(öffnet im neuen Fenster) soll 12 Meter lang werden und 30 Passagiere befördern können. Angetrieben wird die Fähre von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von jeweils 60 Kilowatt. Die P-30 soll im Normalfall mit 20 bis 25 Knoten unterwegs sein, das sind 37 bis 46 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 30 Knoten, über 55 km/h, liegen.

Die P-30 kann drei Stunden fahren

Der Lithium-Ionen-Akku der P-30 wird eine Kapazität von 180 Kilowattstunden haben. Mit Ladung soll die Fähre bei einer Geschwindigkeit von 20 Knoten etwa drei Stunden fahren und 60 Seemeilen, gut 110 Kilometer, zurücklegen können.

Entwickelt wird das Schiff von Candela Speedboat(öffnet im neuen Fenster). Das schwedische Unternehmen baut bereits die Candela Seven, ein 7,7 Meter langes Elektromotorboot, das ebenfalls bis zu 30 Knoten schafft.

Foilendes Boot im Vergleich zu konventionellem – Candela
Foilendes Boot im Vergleich zu konventionellem – Candela (01:25)

Diese Geschwindigkeit erreichen die Wasserfahrzeuge, indem sie foilen: Sie sind mit Tragflügeln ausgestattet, die das Boot aus dem Wasser heben, wenn sie angeströmt werden. Hochleistungs-Segelboote wie die kürzlich im America's Cup eingesetzten erreichen auf Foils Geschwindigkeiten von über 53 Knoten, das sind annähernd 100 km/h.

Sea Bubbles testet foilendes Elektroboot
Sea Bubbles testet foilendes Elektroboot (01:57)

Vorteil des Foilens ist der verringerte Reibungswiderstand. Er sinke um 40 Prozent, sagte Anders Bringdal vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de. Bringdal ist einer der Entwickler der Sea Bubbles, foilenden Elektrobooten, die als schwebende Wassertaxis auf Flüssen in Großstädten eingesetzt werden sollen. In Paris fahren sie seit 2019 auf der Seine.

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Elektrische Boote sind leise und sauber

Die elektrisch betriebenen Boote sind leise und verursachen keine stinkenden Abgase und Kohlendioxid-Emissionen wie die derzeit noch in der schwedischen Hauptstadt eingesetzten Dieselfähren. Sie können auf den Wasserstraßen in der Stadt auch mit höheren Geschwindigkeiten als herkömmliche Passagierboote fahren, da sie praktisch keine Heckwelle erzeugen, die die Uferbefestigung schädigen kann.

"Unser Ziel ist es, zu zeigen, dass unsere elektrischen Tragflächenfähren viel günstiger, komfortabler und vielseitiger sind als herkömmliche Schiffe", sagte Candela-Manager Erik Eklund(öffnet im neuen Fenster). "Das ist nicht nur eine Alternative zu anderen Schiffen, sondern eine ganz neue Perspektive für öffentlichen Verkehr."

Candelas Elektrofähre soll 2022 in Stockholm in den Testbetrieb gehen. Der reguläre Einsatz ist für 2023 geplant.


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