Elektromobilität: Solarzellen an Fahrzeugen senken Ladebedarf entscheidend
Ein europaweites Forschungsprojekt unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme(öffnet im neuen Fenster) kommt zu dem Ergebnis, dass selbst in Mitteleuropa mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs eines Elektroautos über am Fahrzeug installierte Solarzellen gewonnen werden kann. In Südeuropa liegt der Wert sogar bei bis zu 80 Prozent.
Ausgewertet wurden dafür Daten von 23 unterschiedlichen Fahrzeugtypen bis hin zu großen Lkw. Die Fahrzeuge waren zusätzlich mit Sensoren zu Erfassung der Sonneneinstrahlung ausgestattet. Hinzu kommen Satellitendaten und Wetterinformationen. Insgesamt wurden 1,3 Millionen gefahrene Kilometer untersucht.
Am effektivsten eingesetzt sind die direkt verbauten Solarzellen an Fahrzeugen, die regelmäßig, jedoch stets nur für kurze Strecken genutzt werden. Ebenso lohnt sich der Einsatz an großen Dach- und Seitenflächen, über die Kleintransporter und Lkw verfügen.
Entlastung des Stromnetzes
Selbst dieselbetriebene Lkw würden laut der Analyse von den Systemen profitieren. Kühl- und Hydrauliksysteme im Ladebereich benötigen Strom, der dann nicht mehr auf dem Umweg über den Verbrennungsmotor erzeugt werden muss.
Ungefähr 100 Kilowattstunden könnte ein Lkw-Anhänger an durchschnittlichen Sommertagen selbst erzeugen, wofür sonst 30 Liter Kraftstoff nötig wären. Dementsprechend würden sich die Investitionskosten in weniger als 2 Jahren amortisieren.
Neben der Kraftstoffeinsparung und deutlich weniger Ladevorgängen bei E-Autos ergeben sich zusätzliche Vorteile. Die an Fahrzeugen installierten Solarzellen benötigen keine zusätzlichen Aufstellflächen. Zudem würde die Ladeinfrastruktur entlastet werden, wenn ein Teil des Stroms direkt am Auto erzeugt und nicht erst durch das Stromnetz geleitet wird. Zumal der Zwischenspeicher in Form der Batterie bereits vorhanden ist.
Allein eine komplett elektrifizierte Pkw-Flotte in Deutschland würde mehr als 100 Terawattstunden pro Jahr benötigen. Ähnlich viel ist es für die Logistik. Könnte man nur ein Zehntel davon einsparen, müssten mehrere Tausend Windkraftanlagen nicht gebaut werden.
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