Elektromobilität: Social Leasing für 850.000 deutsche Haushalte vorgeschlagen

Bis zu drei Millionen Haushalte könnten in den fünf größten EU-Ländern von bezuschussten Leasingraten für Elektroautos profitieren. Das geht aus einer Analyse des europäischen Verbands Transport & Environment (T&E) auf Basis von Daten des Öko-Instituts hervor. In Deutschland betrifft das laut Pressemitteilung vom 26. Mai 2025(öffnet im neuen Fenster) bis zu 851.000 Haushalte.
Das sogenannte Social Leasing bedeutet, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen statt einer Kaufprämie vergünstigte Leasingraten für die Anschaffung von Elektroautos erhalten.
Entsprechende Pläne will auch die neue Bundesregierung verfolgen. "E-Mobilität muss bezahlbar sein, mit der Einführung eines Social-Leasing-Programmes können wir zielgerichtet Haushalte kleineren und mittleren Einkommens unterstützen und zugleich die Industrie stärken" , sagte die SPD-Verkehrspolitikerin Isabel Cademartori Golem.de. In Frankreich war ein entsprechendes Programm sehr erfolgreich.
Der Analyse von T&E zufolge könnte ein solches Programm günstige Elektroautos zum Preis von weniger als 25.000 Euro für Raten zwischen 130 und 215 Euro pro Monat ermöglichen. "Elektrofahrzeuge sind selbst für Haushalte mit mittlerem Einkommen nach wie vor unerschwinglich, während Kaufprämien allzu oft denen zugutekommen, die sie nicht benötigen" , sagte Marie Chéron, Expertin für E-Mobilität bei T&E.
In den fünf größten EU-Ländern seien rund 20 Millionen Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen in ländlichen Gebieten auf Verbrenner angewiesen, hieß es weiter. Daher seien sie von steigenden Benzinpreisen bedroht, unter anderem durch eine höhere CO 2 -Bepreisung. Der Übergang zu einer nachhaltigeren Mobilität müsse durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden.
"Neben Initiativen zur Förderung von Carsharing, Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr und dem Ausbau aktiver Mobilitätsangebote spielt Sozialleasing dabei eine wichtige Rolle" , schreibt T&E. Davon profitieren könne in Deutschland beispielsweise eine Familie, die auf dem Land lebe und deren Einkommen zu den unteren 40 Prozent der Haushalte gehöre.
Finanzierung aus dem Emissionshandel
Ein solches Förderprogramm wäre aber nicht günstig. In den fünf untersuchten Ländern könnten bis 2032 bis zu 16 Milliarden Euro für die Förderung zur Verfügung stehen, wenn das Geld aus dem geplanten europäischen Emissionshandel (EU ETS2) dafür verwendet würde. Dieser startet jedoch erst 2027.
Im Jahr 2026 – dem ersten Jahr des Klima-Sozialfonds – ist der verfügbare Betrag laut T&E jedoch auf vier Milliarden Euro begrenzt und könnte sogar noch geringer ausfallen. Um diese Lücke zu schließen, empfiehlt T&E, einen Teil der ETS2-Einnahmen auf 2025 und 2026 vorzuziehen, indem es den Mitgliedstaaten ermöglicht werde, Kredite auf zukünftige Einnahmen aufzunehmen.



