Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Elektromobilität: Norwegen baut mehr Elektrofähren

Nicht nur auf der Straße, auch auf dem Wasser steigen die Norweger auf Elektroantrieb um. Einer der größten Verkehrsbetriebe des Landes lässt sieben Elektrofähren bauen.
/ Werner Pluta
14 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Elektrofähren von Hayvard: von Anfang an als E-Schiffe konzipiert (Bild: Hayvard)
Elektrofähren von Hayvard: von Anfang an als E-Schiffe konzipiert Bild: Hayvard

Mehr Elektrofähren für Norwegen: Das Verkehrsunternehmen Fjord1 hat den Bau von sieben Fähren mit Elektroantrieb in Auftrag gegeben. Sie sollen in knapp zwei Jahren ihren Betrieb aufnehmen.

Fünf der Fähren sollen 50 Autos transportieren, die beiden anderen sind für eine Kapazität von 80 Fahrzeugen gedacht. Sie sollen ab Anfang 2020 in den westnorwegischen Provinzen Hordaland und Møre og Romsdal eingesetzt werden.

Elektrofähre Ampere - Siemens
Elektrofähre Ampere - Siemens (02:40)

Fjord1 ist einer der größten norwegischen Verkehrsbetriebe. Das Unternehmen hat schon früher alternative Antriebe getestet: Im Jahr 2000 nahm Fjord1 die erste Fähre der Welt in Betrieb, die Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) verbrennt. Inzwischen sind mehrere dieser Fähren bei Fjord1 im Einsatz.

Der Entwurf für die Fähren stammt von dem norwegischen Schiffsbauunternehmen Havyard(öffnet im neuen Fenster) . Die Schiffe sind keine herkömmlichen Fähren, die mit einem Elektroantrieb ausgestattet werden, sondern es sind Neuentwicklungen, die von Anfang an als Elektrofähren konzipiert sind. Fünf der sieben Fähren wird Hayvard selbst bauen.

Die erste norwegische Elektrofähre ist seit 2015 auf dem Sognefjord im Einsatz. Kürzlich wurde bekannt , dass die Fähre nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ein Erfolg ist: Sie emittiert nur etwa fünf Prozent der Kohlendioxidemissionen einer konventionellen, dieselbetriebenen Fähre. Die Betriebskosten sind um 80 Prozent niedriger.

Peter Due, Leiter der Abteilung für Autonomie beim norwegischen Technologieunternehmen Kongsberg Maritime, glaubt deshalb, Elektromobilität werde zur Erfolgsgeschichte für die norwegische Schiffsindustrie. Kongsberg Maritime hat den elektrisch betriebenen Frachter Yara Birkeland entwickelt. Das Schiff soll Dünger von der Fabrik, wo er hergestellt wird, zu zwei Häfen transportieren, von denen aus er verschifft wird. Die Yara Birkeland soll Ende dieses Jahres in Betrieb genommen werden und nach einer Testphase mit einer Mannschaft an Bord schließlich autonom operieren.

Modell der Yara Birkeland im Test - Kongsberg
Modell der Yara Birkeland im Test - Kongsberg (03:54)

Norwegen ist auch das Land mit dem höchsten Anteil an Elektroautos der Welt . Der Strom in Norwegen wird fast ausschließlich mit Wasserkraft erzeugt, so dass Elektrofahrzeuge dort weitgehend emissionsfrei unterwegs sind. Die Einsparungen bei den Betriebskosten könnten auf eine norwegische Besonderheit zurückgehen: Fossile Treibstoffe sind dort im europaweiten Vergleich am teuersten, wohingegen Strom vergleichsweise günstig ist.


Relevante Themen