Elektromobilität: Nissan betreibt fahrende Roboter mit gebrauchten Autoakkus

Wohin mit ausgedienten Akkus aus Elektroautos? Nissan betreibt damit fahrende Roboter in seinen Fabriken.

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Schema: Einsatz der AGVs in der Fabrik
Schema: Einsatz der AGVs in der Fabrik (Bild: Nissan)

Der Nissan Leaf ist eines der ältesten Elektroautos auf dem Markt. Nach elf Jahren stellt sich die Frage: Wohin mit den Akkus? Der japanische Automobilhersteller nutzt sie in seinen Fabriken.

In den Fabriken sind kleine Roboter unterwegs, Automated Guided Vehicles (AGV) genannt, die den Arbeitern Teile ans Band bringen. Sie werden elektrische betrieben. Die Akkus, die den Strom liefern, stammen aus Elektroautos. Auch wenn sie für diese nicht mehr leistungsfähig genug sind, reicht laut Nissan ihre Kapazität immer noch aus, um die AGVs zu versorgen.

Lithium-Ionen-Akkus ersetzen Bleiakkus

Ursprünglich wurden in den AGVs herkömmliche Bleiakkus verbaut. Aber vor etwa acht Jahren kamen Nissan-Ingenieure auf die Idee, diese durch die Lithium-Ionen-Akkus zu ersetzen, die auch in den Elektroautos verbaut werden.

Sie nahmen drei Module aus dem Leaf-Akku, verpackten sie neu und bauten sie in die AGVs ein. Die Lithium-Ionen-Akkus haben unter anderem den Vorteil, dass das Laden einfacher ist. Die Bleiakkus mussten herausgenommen und an eine Ladestation angeschlossen werden. Die AGVs mit den Lithium-Ionen-Akkus fahren auf ihrem Weg an einer Ladestation vor und halten dort kurz an. So laden sie schrittweise bei jedem Durchgang nach.

Der nächste logische Schritt war dann, gebrauchte Autoakkus statt neuer in die AGVs einzusetzen. Nissan geht davon aus, dass diese noch einmal sieben bis acht Jahre halten werden. Zum Vergleich: Ein Bleiakku muss nach ein bis zwei Jahren ausgetauscht werden.

Die AGVs orientieren sich an Magnetschienen, die in den Boden eingelassen sind, ansonsten sind sie autonom unterwegs. Sie sind mit diversen Sensoren bestückt, die verhindern, dass sie miteinander oder mit den Arbeitern kollidieren. Allein in der Fabrik in Oppama bei Tokio sind 700 AGVs unterwegs. Weltweit hat Nissan über 4.000 dieser Transportroboter im Einsatz.

Nissan dachte schon früh an Akku-Recycling

Der Nissan Leaf ist seit 2010 auf dem Markt, 2018 kam eine überarbeitete Version. Nissan hat sich schon früh um Konzepte bemüht, was mit ausrangierten Autoakkus anzufangen ist. Dafür gründete der Autohersteller noch vor der Markteinführung des Leaf zusammen mit der Unternehmensgruppe Sumitomo das Unternehmen 4R Energy.

Nissan hat Autoakkus beispielsweise in Ladestationen für Elektroautos eingebaut, die mit Solarstrom betrieben werden. 4R Energy hat auf der künstlichen Insel Yumeshima einen Netzspeicher für eine Solarfarm eingerichtet.

Von solchen Projekten sollen auch die Autokäufer profitieren: "Wenn gebrauchte Elektroautoakkus wertvoller werden, steigen die Eintauschpreise",sagte Masashi Matsumoto vom Nissan Production Technology Research and Development Center. "Wenn es mehr Möglichkeiten gibt, die Akkus zu nutzen, steigt auch der Restwert des Leaf insgesamt."

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