Elektromobilität: Nio baut Akkuwechselstationen in Deutschland auf
Akku wechseln in Europa: Nach Norwegen will der chinesische Elektroautohersteller Nio Akkuwechselstationen auch in anderen Ländern Europas aufbauen. Dazu gehört auch Deutschland.
Nio will Wechselstationen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Schweden aufbauen. Die erste Station in Europa wurde kürzlich in Lier nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo eröffnet . An der Station können Fahrer von Elektroautos automatisiert in kurzer Zeit einen leeren Akku gegen einen vollen tauschen lassen.
Die ersten Standorte werden voraussichtlich Berlin und München sein, sagte Hui Zhang, Europa-Chef von Nio, dem Elektroauto-Magazin Edison(öffnet im neuen Fenster) . Nio kooperiert mit dem Mineralölkonzern Shell, um an dessen Tankstellen Wechselstationen aufzubauen.
Die Station ist kleiner als ein Schnelllader
Eine solche Station hat eine Grundfläche von 65 Quadratmetern und beansprucht somit weniger Platz als eine konventionelle Schnellladestation. Die Station in Lier befindet sich auf einem Rastplatz an der E18 neben einem Tesla Supercharger und einer Schnellladestation des Anbieters Mer.
Zu dem Geschäftsmodell von Nio gehört, seine Fahrzeuge neben Kaufakkus auch mit Leasing-Akkus anzubieten. Einzelheiten nannte Zhang noch nicht. In Norwegen bietet Nio zu geleasten Akkus kostenlos 200 Kilowattstunden Strom oder zwei Akkuwechsel im Monat an.
Für den Akkutausch spricht der Zeitvorteil: Der Wechsel dauert nur wenige Minuten. Bis zu zwölf Autos können in einer Stunde abgefertigt werden. An einer Schnellladestation steht das Auto deutlich länger. Weiterer Vorteil sind die Kosten: Wird der Akku geleast, ist der Kaufpreis für das Auto niedriger.
Ganz neu ist die Idee nicht: Vor etwa 15 Jahren gründete der ehemalige SAP-Manager Shai Agassi das Unternehmen Better Place, das eine Infrastruktur mit Wechselstation aufbauen wollte, unter anderem in Kalifornien und in Israel . Allerdings gab das Unternehmen im Jahr 2013 auf .
Nio hat das Konzept vor einigen Jahren wieder aufleben lassen. Die ersten Stationen wurden im Heimatland China aufgebaut . Dort gibt es inzwischen etwa 900 Stationen. Die ersten Stationen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Schweden sollen Ende des Jahres in Betrieb genommen werden.
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