Elektromobilität: Neues Konsortium plant Akkuzellenfertigung in Deutschland

Der Akku macht etwa ein Drittel der Wertschöpfung eines Elektroautos aus. Bisher profitieren davon Hersteller aus Asien. Damit Deutschland nicht den Anschluss verliert, sollen die Zellen künftig auch hier produziert werden. Eine neue Initiative hat Günther Schuh gestartet, Initiator der Elektroautos Streetscooter und e.Go.

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Elektroauto an einer Ladesäule (Symbolbild): Mit dem Bau von Akkuzellen in diesem Jahr beginnen
Elektroauto an einer Ladesäule (Symbolbild): Mit dem Bau von Akkuzellen in diesem Jahr beginnen (Bild: Miles Willis/Getty Images Europe)

Nächster Versuch für eine deutsche Akkuzellenfertigung: Eine Gruppe von deutschen Unternehmen hat sich zusammengetan, um eine Fabrik zu bauen, die Akkuzellen herstellt. Treibende Kraft ist Günther Schuh, Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und Initiator der Elektroautoprojekte Streetscooter und e.Go.

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Die Produktion von Akkuzellen gilt als wichtiges Element für Elektromobilität: Der Akku macht etwa ein Drittel der Wertschöpfung aus. Bisher beziehen die deutschen Hersteller die Zellen aus Asien. Die Zellen sollen in Zukunft auch hier hergestellt werden.

Zu der neuen Initiative gehören neben Streetscooter und e.Go das gescheiterte Akkuprojekt Terra E sowie der Akkuhersteller BMZ Group, der Terra E übernommen hat.

Verhandlungen mit VW und Ford

Die Initiatoren verhandeln mit weiteren möglichen Partnern. Darunter sind beispielsweise die Autohersteller Ford und Volkswagen. Nach dem Wechsel in der Konzernleitung erwägt VW den Aufbau einer Zellfertigung, möglicherweise in Kooperation mit dem südkoreanischen Hersteller SK Innovation. Auch mit Bosch soll es Gespräche geben. Das Unternehmen soll Fertigungstechnik liefern.

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Der Standort soll in Nordrhein-Westfalen liegen. "Wir haben jetzt alle Fäden für eine Zellfertigung in Nordrhein-Westfalen zusammen", sagte Schuh der Wirtschaftszeitung Handelsblatt. So könnte das Werk etwa auf dem Gelände von Ford in Köln entstehen. Das wäre insofern praktisch, als dort bereits die nötige Infrastruktur vorhanden sei, sagte Schuh.

Alternativ könnte auch das Rheinische Braunkohlerevier Standort werden. Die Kohlekommission der Bundesregierung hat empfohlen, die Region zur Energieregion der Zukunft zu machen. Die Fabrik könnte auf einer ehemaligen Tagebaufläche entstehen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte Schuh dem Handelsblatt. Auch ein Standort in Ostdeutschland ist nicht ausgeschlossen.

Schuh drängt darauf, das Projekt möglichst schnell umzusetzen. "Also wenn es nach mir ginge, würden wir mit dem Bau noch dieses Jahr anfangen. Aber das hängt jetzt an der Politik, ob die uns das auch zutraut." Zumindest die Bereitschaft der Politik ist vorhanden: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat im Herbst vergangenen Jahres Fördergelder bis zu einer Milliarde Euro für den Aufbau einer Akkuzellenfertigung in Deutschland in Aussicht gestellt.

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