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Elektromobilität: Neuer Masterplan für E-Autos gesucht

Die Regierung verfehlt ihr Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020. Nun soll Merkels Berater Kagermann den Ausbau der E-Mobilität vorantreiben.

Ein Bericht von Daniel Delhaes/Handelsblatt veröffentlicht am
Der Prototyp des E-Tron in Berlin
Der Prototyp des E-Tron in Berlin (Bild: Audi)

Es wird ein Termin der gemischten Gefühle für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sein, wenn sie an diesem Mittwochvormittag Henning Kagermann trifft. Der einstige Chef der Softwareschmiede SAP, Innovationsberater der Kanzlerin und Leiter der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), wird erklären, wie es denn nun steht um den Ausbau der Elektromobilität.

Inhalt:
  1. Elektromobilität: Neuer Masterplan für E-Autos gesucht
  2. Strukturwandel im Fahrzeugbau

Es ist ein Termin unter Physikern, bei dem es um Grundsätzliches geht wie um die Zukunft der Mobilität - ein Thema, mit dem sich die Kanzlerin gerne beschäftigt. Die Tagespolitik wird allenfalls am Rande zur Sprache kommen, wenn es um drohende Fahrverbote geht, um eine neue Abwrackprämie für alte Diesel und eine üppigere Kaufprämie für E-Autos. Schließlich ist Wahlkampf in Hessen, in dessen Metropole Frankfurt ab 2019 Fahrverbote bevorstehen. CDU-Anhänger erwarten Hilfe aus Berlin.

Unangenehmer ist für Merkel die Botschaft, die Kagermann mitbringt: E-Mobile werden kurzfristig nicht helfen, das Dieselproblem zu lösen, jedenfalls nicht bis 2020. Die Regierung und die von ihr 2010 ins Leben gerufene NPE haben es nicht vermocht, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass bis dahin auf deutschen Straßen eine Million elektrisch betriebene Autos fahren.

Ziel wird erst 2022 erreicht

Dies steht im Fortschrittsbericht, den Kagermann Merkel übergeben wird. Er liegt dem Handelsblatt vor. Darin heißt es: "Ausgehend von der derzeitigen Marktdynamik verschiebt sich das Eine-Million-Ziel voraussichtlich auf 2022." Ihren Optimismus gibt die NPE aber nicht auf. Bis 2020 erwarten Kagermann und Co., dass die E-Mobil-Produktion weltweit "von aktuell weniger als einem Prozent auf über zehn Prozent" steigen wird "und bis zu 25 Prozent im Jahr 2025". Dies entspräche zwei bis drei Millionen Einheiten und einem Anteil im deutschen Markt "von 4 bis 6,5 Prozent".

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Die 150 Mitglieder der NPE, einer konzertierten Aktion aus Industrie, Gewerkschaften, Politik und gesellschaftlichen Gruppen, haben über die Jahre versucht, einen neuen Markt zu schaffen, damit die deutschen Autobauer auch künftig weltweit führend sind und klimafreundliche Fahrzeuge verkaufen. Sie haben über Standards, etwa bei Steckern, beraten, über Batterien, Stromnetze, Forschung, politische Rahmenbedingungen und vieles mehr. Zwar wächst die Nachfrage nach E-Autos, doch auf einem niedrigen Niveau. In Deutschland sind es heute weniger als ein Prozent und gerade einmal etwas mehr als 100.000.

Deutsche Hersteller reagierten zu spät

Aus Sicht der Plattform gibt es dafür mehrere Gründe: Zum einen haben die Hersteller zu spät E-Modelle auf den Markt gebracht und sie zu wenig vermarktet. Während ein Elon Musk mit seinem Tesla für Furore sorgt, stehen die E-Modelle von Daimler und Co. in den Autohäusern versteckt.

Auch die Politik hat sich aus Sicht Kagermanns zu lange zögerlich verhalten. Er spielte darum mit dem Gedanken, als NPE-Chef zurückzutreten. Unter anderem hatte er immer eine Kaufprämie gefordert. Am Ende bekam er sie. Doch den erhofften Erfolg zeitigt sie nicht.

Nach Angaben des zuständigen Bundesamts für Ausfuhrkontrolle gab es von 2016 bis heute 75.338 Anträge. Insgesamt sollten mindestens 300.000 E-Autos auf die Straßen kommen. Amtsleiter Andreas Obersteller hat bereits angeregt, mit den von Regierung und Herstellern bereitgestellten 1,2 Milliarden Euro auch den Bau privater Ladesäulen zu fördern. "Die Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotels oder in Wohnanlagen genutzt werden", sagte er.

Auch die NPE verlangt noch weitere Anstrengungen, wenn die neuen Ziele 2022 und 2025 erreicht werden sollen und Deutschland so seiner international gemachten Zusage näher kommt, bis 2050 mobil weitestgehend CO2-frei zu sein. So seien etliche öffentliche und private Ladestationen nötig. "Zur Unterstützung des Hochlaufszenarios müssen 2,4 bis 3,5 Millionen private Ladepunkte im Jahr 2025 installiert sein", heißt es im Bericht.

Auch sollen die Kommunen den E-Autos endlich eindeutig Vorteile verschaffen, etwa mit kostenfreien Parkplätzen oder freier Fahrt auf Busspuren, und zudem ihre Busflotten und kommunalen Fahrzeuge auf E-Mobile umstellen. Aus Sicht der NPE wäre es ein wichtiger Beitrag, damit die Stickoxidwerte in den Städten schnell sinken und die Grenzwerte eingehalten werden, was Fahrverbote für Dieselfahrzeuge überflüssig machen würde. "Elektrofahrzeuge können über ihre vielschichtigen Einsatzzwecke, etwa als Nutzfahrzeuge im städtischen Lieferverkehr oder zum Einsatz in Busflotten, in den nächsten Jahren einen entscheidenden und kontinuierlichen Beitrag zur Reduktion von Kohlenstoff- und Stickstoffdioxid-Emissionen in den Städten leisten", heißt es in dem Bericht. Wenn zugleich Dieselautos der neuesten Generation im Verkehr sind, helfen auch sie, Grenzwerte einzuhalten.

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Strukturwandel im Fahrzeugbau 
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katze_sonne 20. Sep 2018

Jo, auf jeden Fall. Andererseits kommt man dann noch weniger weit... also vermutlich...

Eheran 20. Sep 2018

Bei mir auch. Muss mich vertippt haben (vermutlich 4834 eingetippt). Und das wohlgemerkt...

Kay_Ahnung 20. Sep 2018

Davon redet auch keiner es geht um langsamen ersatz z.B. das die Leute wenn sie sich...

Harddrive 20. Sep 2018

Jahrelang wurde die Energiewende eher stiefmütterlich behandelt und bestenfalls bei...

Kay_Ahnung 20. Sep 2018

Also ich weiß ja nicht wo du so wohnst aber ich fahre immer wieder mal auf der A7 und...


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