Strukturwandel im Fahrzeugbau

Zugleich gilt es laut NPE, weiter an Fahrzeugtechnologien zu forschen, wozu allein Regierung und Hersteller bis 2020 eine Milliarde Euro aufwenden sollen. Auch die Förderung von Batterietechnik soll "mit hoher Intensität" fortgesetzt werden, damit künftig auch Batteriezellen der neuesten Generation in Deutschland produziert werden können und nicht aus Asien importiert werden müssen. Dies wird aber erst bei optimierten Lithium-Ionen-Batterien "und folgenden, neuen Zellgenerationen empfohlen".

Wie aber sichert sich Deutschland den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Grafit, Kobalt, Lithium und Nickel? "China prescht in der Rohstoffsicherung derzeit voran und schließt letzte Lücken in der Wertschöpfung der Batterierohstoffe", warnt die NPE. Zuletzt steht die Frage im Raum, was aus den vielen Beschäftigten wird, die heute im Bereich der konventionellen Antriebstechnologien arbeiten. Es bedürfe einer "aktiven, vorausschauenden Gestaltung des Strukturwandels".

Diese und andere Fragen wird die NPE nicht mehr beantworten. Sie geht als eine von sechs Arbeitsgruppen in der neuen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) auf, die das Kabinett am heutigen Mittwoch beschließen wird. Diese wird ebenfalls wieder Kagermann leiten und dort nicht mehr nur über E-Mobile reden, sondern auch über alternative Kraftstoffe, über Digitalisierung, Vernetzung mit dem Energiesektor, Beschäftigungssicherung und Normen und Patente. Etliche Ministerien werden beteiligt sein, Länder und Kommunen. Bundestagsabgeordnete sollen einen beobachtenden Beirat bilden.

Bernhard Mattes, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, hofft, dass die neue Plattform an der Arbeit der NPE anknüpft. "Neben realistischen Pfaden zu einer immer klimafreundlicheren Mobilität müssen verstärkt alle Themen rund um Digitalisierung und Vernetzung in den Blick genommen werden", sagte Mattes.

Ein emissionsfreier Verkehr der Zukunft erfordere nicht nur alternative Antriebe, sondern ebenso innovative Verkehrskonzepte und Technologien. "Wichtig ist, dass die Diskussion die technische Entwicklung im Blick behält und technologieoffen geführt wird", sagte er.

Ähnlich argumentiert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Der Wandel der Mobilität für alle Verkehrsträger gelinge nur mit "Marktorientierung". Es gelte, "die Verbraucher von neuen Mobilitätslösungen zu überzeugen", sagte BDI-Geschäftsführer Holger Lösch. "Eine auf Angeboten und Anreizen basierende Klima- und Verkehrspolitik ist Fahrverboten und Kostentreibereien zulasten der Bevölkerung überlegen."

Hubert Weiger, Chef des Umweltverbands BUND, erwartet "ein klares Bekenntnis" zum festgelegten Klimaziel für den Verkehr von minus 40 bis 42 Prozent CO2-Ausstoß bis 2030. "Hinter dieses Ziel darf eine Mobilitätskommission nicht zurückfallen." Das Augenmerk richtet sich daher in den kommenden Wochen vor allem auf die Arbeitsgruppe I, die in Kürze Vorschläge für Bestandteile eines Klimagesetzes machen soll.

Die AG wird von Franz Loogen geleitet, einst aktiv für Daimler und seit einigen Jahren im Auftrag der baden-württembergischen Regierung Chef der E-Mobil BW, die den Strukturwandel im Ländle begleitet. Seine Botschaft: Mit den Fahrzeugen im Bestand lassen sich die Emissionen nicht wie geplant binnen 15 Jahren um 40 Prozent senken.

"Wir müssen uns fragen, welches Fahrzeug mit welcher Besetzung auf welcher Strecke ökologisch die beste Antwort ist", sagte er dem Handelsblatt. "Die Lösung werden in vielen Fällen größere Fahrzeuge sein, wie Busse in der Stadt und der Zug auf weiteren Strecken." E-Mobile seien Teil der Lösung.

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 Elektromobilität: Neuer Masterplan für E-Autos gesucht
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katze_sonne 20. Sep 2018

Jo, auf jeden Fall. Andererseits kommt man dann noch weniger weit... also vermutlich...

Eheran 20. Sep 2018

Bei mir auch. Muss mich vertippt haben (vermutlich 4834 eingetippt). Und das wohlgemerkt...

Kay_Ahnung 20. Sep 2018

Davon redet auch keiner es geht um langsamen ersatz z.B. das die Leute wenn sie sich...

Harddrive 20. Sep 2018

Jahrelang wurde die Energiewende eher stiefmütterlich behandelt und bestenfalls bei...



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