Elektromobilität: Musk stellt Volkswagens Einstieg bei Rivian infrage

Der Milliardär und Tesla-CEO Elon Musk stellt Volkswagens jüngst angekündigte Investitionen in den US-amerikanischen Autobauer Rivian infrage. "Woher werden sie das Geld bekommen?" , fragt Musk provokativ auf X(öffnet im neuen Fenster) (ehemals Twitter) in Bezug auf einen entsprechenden Bericht des Technik-Blogs Whole Mars Catalog.
Hintergrund ist, dass Volkswagen 2023 ein massives Sparprogramm beschloss. Bis 2026 will der Autobauer die Kosten um ganze 10 Milliarden Euro senken. Jetzt ist aber klar: Fünf Milliarden Euro fehlen. Sie lassen sich nicht durch sanfte Maßnahmen einsparen.
Dementsprechend wollen die Wolfsburger nun ihren Sparkurs verschärfen und schließen dabei auch erstmals Werksschließungen in Deutschland nicht mehr aus. Zudem soll die bis 2029 geltende Beschäftigungssicherung gekündigt werden, so dass Kündigungen von Mitarbeitern möglich sind.
5 Milliarden US-Dollar für Kooperation mit Rivian
Doch obwohl das beschlossene Sparprogramm bisher nicht den gewünschten Erfolg bringt, kündigte Volkswagen im Juni 2024 an, bis zu 5 Milliarden US-Dollar in den US-amerikanischen Autobauer investieren zu wollen. "Mit der Partnerschaft soll die Softwareentwicklung der Volkswagen Group und von Rivian beschleunigt werden" , hieß es in der Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) .
Dafür planen Volkswagen und Rivian die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens, das zu gleichen Teilen beiden Partnern gehören soll. Die Zusammenarbeit bezieht sich auf Software, Steuerungssysteme sowie die Netzwerkinfrastruktur. Ein entscheidender Aspekt dabei ist, dass Volkswagen ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts bei neuen Fahrzeugmodellen auf Rivians Technologie und Software setzen möchte.
Rivian im Visier von Elon Musk
Dass Elon Musk nun in der Art und Weise auf die Zusammenarbeit von Volkswagen und Rivian reagiert, kommt nicht von ungefähr: Der Tesla-CEO setzt beim US-Konkurrenten bereits seit Längerem auf Angriff.
Im Juni 2022 sagte Elon Musk laut Wallstreet Online(öffnet im neuen Fenster) beispielsweise, sein Rat an Rivian sei, "die Kosten sofort auf breiter Front drastisch zu senken, oder sie sind dem Untergang geweiht" . Im Februar 2024 folgte dann die nächste Spitze: Der rivalisierende Hersteller von Elektrofahrzeugen werde bei der derzeitigen Entwicklung in etwa sechs Quartalen bankrottgehen, so Musk auf X(öffnet im neuen Fenster) .
Zuvor hatte Rivian ein enttäuschendes Quartal und einen schwachen Ausblick bekanntgegeben. Außerdem kündigte der Autobauer an, etwa 10 Prozent der Stellen abzubauen. Die Folge: Der Aktienkurs von Rivian fiel zeitweise um bis zu 26 Prozent.