Elektromobilität: Londoner E-Taxi misst falsch

Keine neuen Taxis mit Verbrennungsmotor in der Umweltzone Londons – aber die Elektrotaxis lassen auf sich warten. Derzeit ist nur eines der Fahrzeuge unterwegs, und das auch nicht im regulären Einsatz. Grund ist ein Problem mit dem Taxameter.

Das System, das Fahrzeit und gefahrene Entfernung misst, ist fehlerhaft. Das Auto übermittelt regelmäßig einen Impuls an den Zähler, um die zurückgelegte Strecke zu erfassen. Allerdings stimmten die Messwerte von Fahrzeug und Zähler nicht überein, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian(öffnet im neuen Fenster) .
Die Fahrt ist zu günstig
Das Fahrzeug sendet demnach zu wenig Impulse an den Zähler, weshalb der Fahrpreis zu niedrig ausfallen würde. Taxihersteller LEVC arbeite an einer Lösung, sagte ein Sprecher dem Guardian. Derzeit ist aber nicht klar, welche Komponente für den Fehler verantwortlich ist.
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Das TX E-City(öffnet im neuen Fenster) wird von LEVC(öffnet im neuen Fenster) in Großbritannien gebaut . Das Unternehmen, das früher The London Taxi Company hieß, ist eine Tochter des chinesischen Automobilherstellers Geely. Das E-Taxi hat eine rein elektrische Reichweite von knapp 130 km. Das Fahrzeug ist aber nicht allein vom Akku abhängig: Es hat einen 1,3-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor als Range Extender, der Strom für Akku und Elektromotor liefert. Dadurch vergrößert sich die Reichweite auf etwa 640 km.
Das Taxi hat WLAN
Das Fahrzeug ähnelt von der Form her dem Austin FX4 von 1958(öffnet im neuen Fenster) , dem klassischen Londoner Taxi. Es bietet aber modernen Komfort wie WLAN, USB-Ladeanschlüsse oder die Möglichkeit für kontaktloses Bezahlen. Zudem können in dem neuen Taxi sechs Passagiere mitfahren – in die bisherigen passen fünf.




Wegen der chronisch hohen Luftverschmutzung ist London seit Anfang des Jahres Umweltzone. Es werden nur noch Taxis mit sauberen Antrieben zugelassen. Das TX E-City fällt trotz des Range Extenders darunter. Laut LEVC sind mehre Hundert Taxis bestellt worden, sie werden aber wegen des fehlerhaften Taxameters nicht ausgeliefert.
Steve McNamara, der Chef der Licensed Taxi Drivers' Association, sagte dem Guardian, das neue Taxi sei "ein fantastisches Fahrzeug" . Viele Fahrer seien aber noch skeptisch: So ist das E-Taxi beim Kauf rund 10.000 britische Pfund teurer als ein konventionelles. Wird es geleast, ist die Rate etwa 10 britische Pfund höher als die für ein Diesel-Taxi. Allerdings kann ein Fahrer laut LEVC je nach Fahrweise bis zu 100 britische Pfund an Treibstoffkosten in der Woche einsparen. Laut McNamara kritisieren die Fahrer, dass es noch zu wenige Schnellladestationen in der Londoner Innenstadt gebe.